Ergebnisse

GMC 3 sorgt für Paukenschlag

Am gestrigen Samstagabend feierte die German MMA Championship mit ihrer dritten Gala ihr Comeback nach längerer Abstinenz. Die wie gewohnt voll gepackte Halle feierte dabei brachiale Knock-outs, raffinierte Submissions, Kämpfe auf des Messers Schneide und neue Helden beim Käfig-Debüt der Ruhrpott-Veranstaltung.

Lom-Ali Eskiev vs. Tobias Huber

Der Bielefelder Lom-Ali Eskiev nutze seine starken Takedowns und gutes Ground and Pound, um Tobias Huber aus Mannheim souverän in der zweiten Runde mit einem Rear Naked Choke zu stoppen.  

Salah Elkas vs. Dimitri Götte

Für den Planet Eater Dimitri Götte lief es am gestrigen Abend nicht rund. Sein Gegner Salah Elkas wehrte die meisten Takedowns ab, nutzte seine Vorteile im Clinch und hielt Götte größtenteils auf Distanz. Ein Punktabzug für Elkas in Runde zwei machte das Urteil knapp, dennoch siegte Elkas geteilt nach Punkten.  

Leo Zulic vs. Jakob Mayer

Der erfolgreiche Aachener Muay-Thai- und Kickbox-Experte Leo Zulic absolvierte am gestrigen Abend sein MMA-Debüt. Gegen Jakob Mayer setzte Zulic positive Akzente im Stand und beim Ground and Pound – auch aus der Unterlage. Beim Ringen hatte er aber das Nachsehen gegen Mayer, der sich sogar die Full Mount erkämpfen konnte. In Runde zwei nutzte Zulic seinen harten linken Haken, um das Ende einzuläuten und stoppte Mayer mit sehenswertem Ground and Pound.   

Wesley Howard vs. Timon Becker

Howard „begrüßte“ Becker im Cage direkt mit einem brachialen Front Kick, der seine Wirkung nicht verfehlte. Becker stolperte zurück und musste sich des Nürnbergers erwehren, der mit Schlägen nachsetzte. Im Bodenkampf gelang es Howard wenig später, den Kampf mit einem Heel Hook zu beenden.

Grzegorz Macziewski vs. Chris Mahle

Der Hamburger Hüne Maciewski drückte dem Kampf gegen den Stuttgarter Chris Mahle schnell seinen Stempel auf. Zwei harte Linke direkt zu Beginn schickten Mahle auf die Verliererstraße, deren Ende kurz darauf aus Ground and Pound des Ismail-Cetinkaya-Schülers bestand.

Titelkampf im Federgewicht: Martin Buschkamp vs. Patrik Berisha

Wie gewohnt legte Martin Buschkamp furios los und setzte den Schweizer mit Lowkicks und einem Takedown unter Druck. Berisha kämpfte zurück, geriet aber in die Backmount des Planet Eaters. Dort hagelte es Ellenbogenschläge von Buschkamp, bis es zur Kontroverse kam. An Berishas Hinterkopf war ein kleiner Cut offen, der sehr stark blutete.

Ringrichter Andreas Stockmann stoppte den Kampf. Die Emotionen kochten über. Disqualifikation gegen Buschkamp? No Contest, also keine Wertung oder Cut-Sieg für Buschkamp? Stockmann handelte im Sinne der Fans, im Sinne des Sports: Beide Kämpfer sagten zu, dass sie den Kampf weiterführen wollten. Es ging weiter.

Nach zwei weiteren Unterbrechungen, in denen der Cut wieder blutete, wurde endgültig abgebrochen, mit dem offiziellen Ergebnis, dass die Begegnung ohne Wertung endete. Die Diskussionen hielten aber an.

Thomas Berset vs. Felipe Thiago

Der Schweizer Thomas Berset sicherte sich im Kampf gegen den BJJ-Schwarzgurt Felipe Thiago einen großen Erfolg. Er erwehrte sich nicht nur erfolgreich am Boden den Angriffen des Brasilianers, sondern schaffte zu Beginn der zweiten Runde das Kunststück, seinen Gegner beim Takedown mit einem Kniestoß in bester „Mirko Cro Cop“-Manier auszuknocken.

Derwisch Cidar vs. Ndonda Kumbu

Der Heidenheimer Derwisch Cidar hatte kein leichtes Los mit dem enorm athletischen und unorthodox kämpfenden Ndonda Kumbu. Cidars Bodenkampfkünste gaben ihm den Vorteil, den er in Runde zwei nach hartem Hin und Her mit einer Guillotine für sich entschied.

Lorenzo Navarro vs. Niko Lohmann

Der junge Schweizer Lorenzo Navarro traf bei seinem Profi-Debüt auf den Publikumsliebling Niko Lohmann. Im Stand setzten beide Akzente, doch war es wenig später eine Guillotine von Navarro, aus der es für Lohmann kein Entkommen mehr gab.    

Titelkampf im Mittelgewicht: Marcin Bandel vs. Andreas Birgels

„Team Alpha“-Kämpfer Birgels präsentierte sich in guter Form und zeigte schönes Striking gegen den polnischen Bodenkämpfer Bandel. Dieser erkämpfte sich einen Takedown und verlagerte das Geschehen in seine Welt. Mit einem Heel Hook schockte Bandel seinen Gegner wenig später und erkämpfte sich den GMC-Titel.

Jarjis Danho vs. Igor Swonkin

Der Neu-Nürnberger Koloss Danho nutze die Vollgas-Taktik, um seinen Gegner Igor Swonkin mit einem Takedown zu Boden zu bringen und dort nach knapp über einer Minute Kampfzeit mit Schlägen zu stoppen.

Djamil Chan vs. Angelos Zampakikas

Der Belgier Djamil Chan sieht nicht nur aus wie Paul Daley. Er kämpft auch so. Nach fünf Sekunden knockte er den Stuttgarter Eisenschädel Zampakikas mit einem rechten Haken zu Boden und ließ Ground and Pound aus alle Rohren folgen. Zampakikas hatte seine Deckung oben, kassierte aber eine Vielzahl an Schlägen ohne Verbesserung der Position, so dass der Ringrichter Andreas Stockmann den Kampf abbrach.

Titelkampf im Weltergewicht: Abus Magomedov vs. Jessin Ayari

Das hochklassige Duell der beiden Jungspunde war zu Beginn von vorsichtigem Taktieren geprägt. Bis Magomedov eine blitzsaubere Links-Rechts-Kombi in Ayaris Gesicht donnerte. Der Nürnberger antwortete fast postwendend mit einem schönen rechten Haken, der den Kölner voll traf. Sichtbar erzürnt, drehte Magomedov voll auf und traf Ayari mit harten Kniestößen, die das Geschehen zum Boden verlagerten. Dort beendete Magomedov den Kampf im Stil einer wütenden Hornisse mit Ground and Pound, das bis in die letzten Ecken der Halle noch zu spüren war.

Oops, I did it again... Ruben Crawford eilt von Sieg zu Sieg.

Titelkampf im Leichtgewicht: Ruben Crawford vs. Nayeb Hezam

Der Bellator-erfahrene Franzose Nayeb Hezam war nicht gekommen, um Crawford leichtes Spiel zu bieten. Mit einer schönen Rechten klingelte er den Kölner wach und knackte die Takedown-Verteidigung Crawfords wiederholt mit verbissenem Einsatz. Crawford lag hinten, blieb aber cool und hatte deutlich weniger Kraft investiert. Eine kleine Unachtsamkeit Hezams nutzte er wenig später eiskalt, um den Kampf mit einem Triangle Choke noch in Runde eins zu beenden.

Der lang erwartete Kampf. (Alle Fotos via: www.groundandpound.de)

Titelkampf im Schwergewicht: Andreas Kraniotakes vs. Björn Schmiedeberg

Der heiß diskutierte und mit viel Spannung erwartete Rückkampf der beiden besten deutschen Schwergewichte war aus sportlicher Sicht eine kleine Enttäuschung, wenn man ihn an den anderen, durchweg hochklassigen Partien des Abends misst. Viel stand auf dem Spiel, was die Leistung der beiden Kontrahenten sichtbar beeinflusste.

Wie schon beim ersten Kampf war es zu Beginn Kraniotakes, der das Heft in die Hand nahm und sich Vorteile erkämpfte. Mit drei wuchtigen Takedowns und gutem Ground and Pound auf der Habenseite – größtenteils aus Runde eins – ging er in die dritte Runde, die den einzigen Moment des Kampfes darstellte, in dem beide aktiv waren und wirklich eine packende Schlacht zeigten.

Es war ein Geben und Nehmen.

Schmiedeberg klingelte Kraniotakes mit einem wuchtigen Haken an, der seine Knie nachgeben ließ, und setzte im Clinch weitere Treffer. Dort sammelte sich Kraniotakes aber und die Partie verlagerte sich auf den Boden. Später aus der Full Mount hagelte es eine Vielzahl an Schlägen und Ellenbogen von dem sich oben befindenden Kraniotakes, die den Ringrichter beinahe dazu bewogen hätten, den Kampf zu beenden. Doch das Rundenende rettete den Wuppertaler.

Der sichtbar gezeichnete Schmiedeberg blieb in Runde vier einzig und allein im Kampf, weil Kraniotakes seine Offensive unverständlicherweise fast komplett einstellte. Wie schon in Runde zwei gab es kaum erfolgreiche Aktionen beider Kämpfer, wobei Schmiedeberg leicht die Oberhand mit seinen sporadischen Überfall-artigen Schlagattacken gewann. Die letzte Runde stahl der Wuppertaler ebenfalls knapp am Ende, da er in einer Last-Minute-Aktion Kraniotakes zu Boden brachte und bis zum Kampfende mit Schlägen beharkte.

Die Enttäuschung steht den Kämpfern ins Gesicht geschrieben.

Der Kampf hatte über die vollen 25 Minuten trotz seiner teilweise gähnenden Leere an Offensiv-Aktionen mit seiner Spannung die Zuschauer im Bann gehalten, aber schlussendlich nur eins bewiesen: Kraniotakes und Schmiedeberg sind gleichstark. Leider zeigte sich auch: Beide Kämpfer legten eine schwächere Leistung hin, als dies noch vor zweieinhalb Jahren im ersten Duell gewesen war. Die Punktrichter werteten unabhängig voneinander auf allen drei Zetteln 48-48, 48-48 und 47-47 Unentschieden.