Ergebnisse

GMC 13: Engizek knockt Melillo aus, Grabinski unterliegt

Kerim Engizek bleibt Champion (Foto: FotoSevenSport)

GMC 13 ist Geschichte und die Organisation um einen neuen Champion reicher. Die Kulisse des Düsseldorfer Castello sollte jedoch nicht immer den gewünschten Heimvorteil für die Kämpfer aus der NRW-Kapitale mit sich bringen. Mancher, wie Kerim Engizek, brauchte sie jedoch auch nicht.

Kerim Engizek hat seinen Titel im Weltergewicht zum ersten Mal verteidigt. Der 26-Jährige, der vor wenigen Monaten eine geplante Titelverteidigung verletzungsbedingt absagen musste, entschädigte seine Fans dafür mit einem mächtigen Knockout gegen den Italiener Giovanni Melillo. Engizek machte sofort klar, wer der Chef im Düsseldorfer Käfig ist und landete nach anderthalb Minuten schon den kampfentscheidenden Schlag. Von einer harten Rechten getroffen, ging Melillo zu Boden und musste schnell vor weiterem Schaden beschützt werden. Engizek feierte damit nicht nur die erste Titelverteidigung, sondern auch den sechsten Sieg in Folge.

Glück im Unglück für Grabinski

Anders als Engizek ging es dem zweiten großen Lokalmatador Mohamed Grabinski. Der Leichtgewichtschampion hatte Glück, dass Santos am Vortag das Kampfgewicht verpasste, denn der Brasilianer dominierte den Champion auf der Matte und ließ Grabinski kaum zum Zug kommen. Takedowns, Kontrolle auf der Matte und immer wieder der Clinch neutralisierten jedwede Angriffsbemühung Grabinskis, der schon im ersten Durchgang eine stark blutende Wunde davontrug und nur in der zweiten Runde ein wenig punkten konnte. So hielten sich am Ende auch die Proteste gegen die einstimmige Punktniederlage des Düsseldorfers in Grenzen, schließlich hatte er wenigstens seinen Gürtel behalten.

Lapilus und Solmaz gehen über die Distanz

Taylor Lapilus ist interimsweise der Nachfolger von Federgewichtschampion Lom-Ali Eskijew. Der Franzose lieferte sich mit Ömer Solmaz einen harten Kampf über fünf Runden und konnte am Ende einen knappen, aber nicht unverdienten Punktsieg feiern. Der Franzose überzeugte durch gute Beinarbeit und Takedown-Abwehr und machte es dem jungen Türken von Beginn an schwer. Solmaz fand erst zur dritten Runde richtig in den Kampf, konnte dann aber mit Fäusten und einem Takedown sein Comeback einleiten. Doch der UFC-Veteran war vorbereitet und im richtigen Moment zur Stelle, denn die fünfte Runde gehörte wieder Lapilus. Gutes Timing, denn ohne sie hätte er am Ende auch den kompletten Kampf verloren. So konnte er sich über eine geteilte Punktentscheidung und den Gewinn des Interim-Titels freuen.

Lewon fordert Aslaner

Ebenfalls einen knappen Punktsieg konnte Ozan Aslaner feiern. Der Paderborner hatte jedoch alle Hände voll zu tun mit dem polnischen Kraftpaket Rafal Lewon. Denn der Ringer hatte kein Interesse, Aslaner auch nur den kleinsten Platz zu überlassen. Immer wieder ging der Pole auf den Takedown der verwickelte Aslaner in Clinch-Situationen. In der ersten Runde konnte er sogar eine enge Guillotine anziehen. Die Strategie erwies sich als richtig, denn wenn Aslaner einmal Platz hatte, dann fanden seine Fäuste schnell ihr Ziel und brachten den immer müder werdenden Lewon in Not. Auch wenn Lewon den Großteil des Kampfes kontrollierte, war am Ende der ausgeteilte Schaden das Zünglein an der Waage und so konnte Aslaner den nächsten Sieg bei GMC für sich verbuchen.

Djamil Chan feiert triumphale Rückkehr

Ex-Champion Djamil Chan hat den Boden für eine Rückkehr an die GMC-Spitze geebnet. Gegen Anatolij Baal, der im Frühjahr noch selbst im GMC-Titelkampf hätte stehen sollen, feierte der Niederländer ein starkes Comeback und krönte es mit einem heftigen Knockout. Der 27-Jährige brachte sofort seine Power an und zwang Baal in den Rückwärtsgang. Der Böblinger antwortete mit Geraden und eigenen Treffern. Kurz vor Ende der Runde packte Chan dann den Hammer aus. Er drängte Baal an den Zaun und feuerte eine weite Linke ab, die ungebremst einschlug. Baal ging zu Boden, nahm weitere Treffer, dann wurde der Kampf beendet. Chan fordert im Anschluss direkt den Titelkampf gegen Grabinski, den er vor seinem Bellator-Engangement bereits besiegen konnte.

Sikic-Comeback misslingt

Das große Comeback des Vlado Sikic endete gegen Damien Lapilus im Fiasko. Zu keinem Zeitpunkt konnte der 27-Jährige sein Können zeigen, landete immer wieder mit dem Rücken auf der Matte und ließ sich dort von Lapilus bearbeiten. Den Ringrost konnte „Sunshine“ auch in der zweiten Runde nicht abschütteln, sondern ließ sich erneut vom Franzosen den Kampfverlauf diktieren und musste schließlich in einem Rear-Naked Choke abklopfen. Ein deutlicher Dämpfer für Sikic, der nun seine erste echte Niederlage kassiert hat.

Özyildirim zeigt Aslaner die Grenzen auf

Auch ohne vorzeitiges Kampfende zeigte Mert Özyildirim eine der dominantesten Vorstellungen des Abends. Der Planet Eater bestimmte mit seinem Ringen und Grappling von Beginn an das Duell und brachte Aslaner mit einer Standing Guillotine schon in der ersten Runde stark in Bedrängnis, bis dieser am Zaun entlang kletterte, um sich zu befreien. Ein Vorgeschmack auf die weitere Kampfzeit, in der Aslaner gegen Özyildirims Ringen schlicht keinen Stich sah. Özyildirim ließ Aslaner keine Sekunde zum Zug kommen, sondern spulte sein Programm herunter und beackerte seinen Gegner pausenlos bis zum Kampfende. Auch ohne verlesene Wertungszettel der wohl eindeutigste Kampf in Düsseldorf.

Haj Haddou mit Hammer-KO

Den Knockout des Abends, vielleicht sogar des Jahres, feierte Soufian Haj Haddou im Duell mit Marcel Jedidi. Nachdem Haddou immer wieder mit eingesprungenen Kniestößen angriff, dabei einmal sogar von Jedidi abgefangen und auf die Matte geworfen wurde, beendete er den Kampf mit einer weiteren spektakulären Aktion. Denn eine halbe Minute vor dem Ende der ersten Runde sprang er an der Guard Jedidis vorbei und traf auf dem Weg nach unten mit einem rechten Haken. Jedidi war sofort weg und Fedor Emelianenko wäre stolz.

Böhm muss bis zur letzten Sekunde für den Sieg kämpfen

Das GMC-Eigengewächs Mandy Böhm feierte gegen die zähe Tschechin Petra Castkova ihren dritten Sieg in Folge. Böhm landete schnell eine Spinning Back Fist und dominierte die erste Runde auf der Matte. Castkova überlebten nur knapp, kam aber mit eigenen Treffern in den Kampf zurück und gestaltete das Duell bis zum Schluss spannend, konnte aber zu wenig für den Sieg tun.

Wechselbad der Gefühle für Mick Mokyoko

Im Veteranen-Duell zwischen Mick Mokoyoko und Mario Wittmann kam es schon im ersten Durchgang zu einem Wechselbad der Gefühle. Mokoyoko holte den Takedown und bearbeitete Wittmann mit Schlägen. Wittmann kam kurz vor Rundenende wieder auf die Beine und packte seine „Fist Of Buddha“ aus, mit der er Mokoyoko ein mächtiges Pfund verpasste. Mokoyoko ging auf die Bretter und wurde nur vom Rundenende gerettet. In der Folge nahm das Tempo deutlich ab. Wittmann konnte noch Treffer im Stand für sich verbuchen, Mokoyoko hatte vereinzelte Takedowns. Diese sollten am Ende für den Punktsieg reichen.

Trabelsi siegt gegen Antwi-Adjei

Der junge Münchner Mohamed Trabelsi hatte anfangs noch seine Mühe mit dem Mannheimer Ken Antwi-Adjei. Antwi-Adjei kontrollierte das Geschehen im Stand, Trabelsi war oft passiv und griff nur mit dem Uppercut an. Doch diese Technik sollte im zweiten Durchgang den Sieg bringen. Erneut stürmte er mit einem Uppercut an. Dieser saß perfekt und ging durch die Deckung und genau ins Ziel. Antwi-Adjei taumelte zu Boden, Trabelsi setzte noch ein paar kurze Treffer, dann war das Duell vorüber.

Hooi schlägt Khapilaev K.o.

Der Niederländer Brian Hooi zeigte gegen den Fürther Islam Khapilaev, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen sein muss. Der 23-Jährige ließ sich von den ringerischen Vorzügen Khapilaevs nicht beeindrucken, sondern nutzte sie zu seinen Gunsten. Er wehrte einen Takedown am Zaun ab und ließ dann harte Ellbogen auf Khapilaev herabregnen, bis dieser benommen seinen Griff lösen musste und K.o. ging.

Ardelean feiert Comeback in der dritten Runde

Im Eröffnungskampf sorgte die Rumänin Alice Ardelean für den ersten Stimmungsdämpfer in Düsseldorf, indem sie Samia El-Khawad in der dritten Runde per Rear-Naked Choke zur Aufgabe brachte. Der Würger stellte den Kampfverlauf auf den Kopf, denn zuvor hatte vor allem El-Khawad den Ton angegeben, während sich Ardelean meist nur durch ineffektive Leglocks zur Wehr setzte.

Die Ergebnisse im Überblick:

GMC 13
16. Dezember 2017
Castello-Halle, Düsseldorf

Titelkampf im Weltergewicht
Kerim Engizek bes. Giovanni Melillo via T.K.o. (Schläge) nach 1:43 in Rd. 1

Joilton Santos bes. Mohamed Grabinski einstimmig nach Punkten

Interims-Titelkampf im Federgewicht
Taylor Lapilus bes. Ömer Solmaz geteilt nach Punkten

Ozan Aslaner bes. Rafal Lewon einstimmig nach Punkten
Djamil Chan bes. Anatolij Baal via K.o. (Schläge) nach 4:41 in Rd. 1
Damien Lapilus bes. Vlado Sikic via Rear-Naked Choke nach 2:29 in Rd. 2
Mert Özyildirim bes. Can Aslaner einstimmig nach Punkten
Soufian Haj Haddou bes. Marcel Jedidi via K.o. (Schlag) nach 4:29 in Rd. 1
Mandy Böhm bes. Petra Castkova einstimmig nach Punkten
Mick Mokoyoko bes. Mario Wittmann einstimmig nach Punkten
Mohamed Trabelsi bes. Ken Antwi-Adjei via T.K.o. (Schläge) nach 2:54 in Rd. 2
Brian Hooi bes. Islam Khapilaev via T.K.o. (Ellenbogen) nach 1:48 in Rd. 1
Alice Ardelean bes. Samia El-Khawad via Rear-Naked Choke in Rd. 3