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Ergebnisse

Glory: Verhoeven schickt Badr Hari ins Krankenhaus

Mit einem Mammut-Event in Oberhausen feierte Glory seine Deutschland Premiere am Samstag. Zwei Titelkämpfe, zwei Turniere und insgesamt 14 Kämpfe wurden alle vom Hauptkampf überstrahlt: Schwergewichts-Champion Rico Verhoeven traf auf K-1-Legende Badr Hari.

Der langerwartete Kickbox-Kampf des Jahres endet leider mit einer Enttäuschung. Nach einer Minute in der zweiten Runde musste das Duell zwischen Rico Verhoeven und Badr Hari bereits abgebrochen werden. Grund war kein Knockout, sondern eine Verletzung von Hari. Dabei hatte der Marokkaner sogar die erste Runde für sich entschieden, Verhoeven in Bedrängnis gebracht und mit Treffern eine Platzwunde auf der Nase geöffnet.

In der zweiten Runde wurde der Glory-Champion dann aggressiver, traf mit einem Head Kick und einer Rechten, auf die Hari mit einem linken Haken antwortete. Verhoeven zwang den „Bad Boy“ in den Clinch, brachte Kniestöße an. Dann, aus dem Nichts, wurde Hari plötzlich angezählt. Der Marokkaner drehte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht weg, der Kampf war vorbei, Verhoeven der Sieger. Ein verletzter Arm hinderte den 32-Jährigen am Weiterkämpfen.

Durch welche Attacke Verhoevens die Verletzung genau zustande kam, konnte im Eifer des Gefechts nicht geklärt werden. Verhoeven feierte seinen Erfolg, bot Hari jedoch noch im Ring eine Revanche an. Fortsetzung also nicht ausgeschlossen.

Doumbe überrascht, van Soest schreibt Glory-Geschichte

Im Vorfeld hatte Herausforderer Cedric Doumbe mit provokanten Mätzchen auf sich aufmerksam gemacht, im Titelkampf gegen Weltergewichtschampion Nieky Holzken ließ er jedoch Taten folgen. Von Beginn an schränkte er Holzkens Bewegungen mit saftigen Low Kicks ein. Zu diesen gesellte sich ein präziser Uppercut, der immer wieder sein Ziel fand. Holzken wurde Runde um Runde ungehaltener, während er am laufenden Band von Doumbe provoziert wurde. Der Champion brachte zwar seine Linke und Kniestöße ins Ziel, Doumbe traf besser und häufiger. So überraschte die Wertung für den Herausforderer am Ende nicht, die eine Wertung für Holzken schon eher.

Tiffany van Soest ist der erste weibliche Champion in der Geschichte von Glory. Die Amerikanerin gewann durch zwei Punktsiege den Grand Prix im Super-Bantamgewicht. Nachdem die „Timebomb“ im Halbfinale gegen die Kanadierin Jessica Gladstone noch Kräfte sparte, dominierte sie im Finale dann die Französin Amel Dehby auf dem Weg zu einem ungefährdeten Erfolg.

Im zweiten Superfight des Pay-Per-Views setzte sich Schwergewicht Jamal Ben Saddik gegen den als nächsten Herausforderer eingeplanten Ismael Londt durch. Londt fand nie wirklich in den Kampf gegen den Hünen aus Marokko und ging kurz vor Ende des Kampfes sogar in die Knie.

Ilunga liefert sich Ringschlacht mit Huut

Leider ohne Sieg blieben die deutschen Vertreter in Glorys Deutschland-Debüt. Allerdings gab sich vor allem Danyo Ilunga jede Menge Mühe, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Gegen Michael Duut verzichtete er auf eine Defensive und lieferte sich die Ringschlacht des Jahres. Harte Treffer, Niederschläge auf beiden Seiten brachten die Halle zum Kochen. Nach drei Runden musste die Verlängerung her und hier war der Holländer besser. Erst öffnete er mit einer Rechten eine Platzwunde unter Ilungas Auge, dann besiegelte er die deutsche Niederlage mit einem Niederschlag kurz vor Ende der Verlängerungsrunde.

Ebenso beherzt ging Andrei Bruhl gegen den deutlich größeren Tyiani Beztati zu Werke. Bruhl fand zwei Runden lang kein Mittel gegen die Länge des Marokkaners, konnte Beztati im finalen Durchgang anklingeln und noch kurz Hoffnung schöpfen. Es sollte nicht reichen, er unterlag nach Punkten. Danijel Solaja wurde hingegen schon nach einer Minute von Harut Grigorian mit einer Linken zum Körper niedergestreckt, von der er sich nicht mehr erholen konnte.

Sitthichai holt den Hattrick gegen Grigorian

Dritter Kampf, dritter Sieg für Glory-Champion Sitthichai Sitsongpeenong gegen Marat Grigorian. Der Thailänder konnte seinen armenischen Gegenüber bereits zum dritten Mal innerhalb von zwölf Monaten in die Schranken weisen. Dabei begann Grigorian stark, baute mehr Kicks in seine Taktik ein und traf gut. Sitthichai attackierte hingegen mit seinem starken linken Kick und den Knien. Anfangs noch gleichauf, entglitt Grigorian der taktische Kampf zusehends, sodass er am Ende wie schon bei den ersten beiden Duellen nach Punkten unterlag.

Nach einer mehrheitlichen und einer einstimmigen Niederlage kann sich Grigorian heute zumindest über einen Punktrichter freuen, der den Kampf für ihn wertete. Damit steht auch der nächste Titelkampf im Leichtgewicht fest, denn im Herausforderer-Turnier konnte sich der Franzose Dylan Salvador mit zwei Punktsiegen gegen Anatoli Moiseev und Hysni Beqiri durchsetzen und darf nun Sitthichai fordern. Die beiden standen sich bereits zwei Mal gegenüber, bisher steht es unentschieden.

Die Ergebnisse des Events im Überblick:

Glory 36
10. Dezember 2016
Arena, Oberhausen

Glory: Collision

Rico Verhoeven bes. Badr Hari via T.K.o. (Verletzung) nach 1:22 in Rd. 2

Titelkampf im Weltergewicht
Cedric Doumbè bes. Nieky Holzken geteilt nach Punkten (48:47, 48:47, 48:46, 47:48, 48:47)

Jamal Ben Saddik bes. Ismael Londt einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 29:27, 30:26, 30:26)

Finale im Grand Prix im Super Bantamgewicht der Frauen
Tiffany van Soest bes. Amel Dehby einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28, 29:28, 30:27)

Glory 36: Superfight Series

Michael Duut bes. Danyo Ilunga nach Verlängerung einstimmig nach Punkten (10:8, 10:8, 10:8, 10:8, 10:8)
Harut Grigorian bes. Danijel Solaja via K.o. (Schlag) nach 1:01 in Rd. 1

Grand Prix im Super-Bantamgewicht der Frauen
Amel Dehby bes. Isis Verbeek einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 29:28, 29:28, 30:27)
Tiffany van Soest bes. Jessica Gladstone einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28, 30:27, 30:27)

Tyjani Beztati bes. Andrei Bruhl einstimmig nach Punkten (29:27, 29:27, 29:27, 29:27, 29:27)

Glory 36: Oberhausen

Titelkampf im Leichtgewicht
Sitthichai Sitsongpeenong bes. Marat Grigorian geteilt nach Punkten (49:46, 47:48, 48:47, 49:47, 48:47)

Finale des Herausforderer-Turniers im Leichtgewicht
Dylan Salvador bes. Hysni Beqiri einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28, 30:27, 29:28)

Fabio Pinca bes. Mosab Amrani geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28, 29:27, 30:27)

Herausforderer-Turnier im Leichtgewicht
Hysni Beqiri bes. Antonio Gomez einstimmig nach Punkten (29:27, 29:27, 30:26, 29:27, 30:26)
Dylan Salvador bes. Anatoli Moiseev mehrheitlich nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28, 30:27, 29:29)

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