Ergebnisse

Glory 64: Doumbé und Meksen feiern französischen Doppelsieg

Cedric Doumbé (re.) ist neuer Glory-Champion (Foto: James Law/Glory Kickboxing)

Cedric Doumbé hat bei Glory 64 Geschichte geschrieben und ist nun der erste Glory-Kämpfer, der zwei Mal den Titel im Weltergewicht gewinnen konnte. Zuvor setzte sich Anissa Meksen im Rückkampf gegen Tiffany van Soest durch. Die vier Kämpfer aus Deutschland holten gemischte Ergebnisse im Vorprogramm.

Was für ein Kampf von Cedric Doumbé in Straßburg. Der Franzose feierte im Hauptkampf gegen Champion Harut Grigorian den zweiten Titelgewinn bei Glory, nachdem er sich fast um seinen Lohn gebracht hatte. Denn Doumbé konnte Grigorian in der zweiten Runde mit einer Rechten zu Boden schlagen und roch sofort Blut. Nachdem Grigorian wieder auf die Beine kam, legte Doumbe erst richtig los, stellte ihn in der Ecke und feuerte aus allen Lagen.

Plötzlich ging Ringrichter Paul Nichols dazwischen. Für Doumbé ein klares Signal: Abbruch, Sieg, Titel. Der Franzose rannte freudestrahlend aus dem Ring und wollte schon mit seinen Fans feiern. Dann wurde er jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass Grigorian sein Mundstück verloren hatte und der Ringrichter deswegen einschritt. Der Franzose machte kehrt, rannte schnell in den Ring zurück und hatte Glück, dass er für diesen klaren Regelverstoß nicht disqualifiziert wurde.

Doch die zusätzliche Erholungszeit sollte Harut Grigorian nichts nützen. Doumbé attackierte erneut und schickte Grigorian mit einer Linken in die Ringseile. Dieses Mal wurde der Kampf nach dem dritten Niederschlag innerhalb einer Runde wirklich abgebrochen und Doumbe zum Sieger und Champion erklärt.

Meksen erhöht auf 2:0 gegen van Soest

Auch im zweiten Anlauf konnte Tiffany van Soest nicht gegen die Französin Anissa Meksen siegen. Die Amerikanerin hielt über fünf Runden gut mit und zeigte sich auf Augenhöhe mit der Championess, kam aber nicht gegen Meksens Boxen an. Die Französin kontrollierte die Distanz und landete schöne Treffer auf dem Weg zu einem klaren Punktsieg, auch wenn die drei Wertungen von 50 zu 45 nicht wirklich dem Kampfverlauf gerecht wurden.

Der kurzfristig eingesprungene D’Angelo Marshall feierte gegen Daniel Skvor den Knockout des Abends. Nachdem er die ersten Runden verlor, kam Marshall mit harten Treffern zurück und schlug Skvor mit einer harten Rechten im letzten Durchgang K.o. Donegi Abena setzte seinen Höhenflug im Halbschwergewicht von Glory mit einem geteilten Punktsieg über Michael Duut fort. Alim Nabiyev setzte sich zuvor in einem potenziellen Herausforderer-Kampf knapp nach Punkten gegen Ex-Champion Murthel Groenhart durch.

Einen unbefriedigenden Sieg feierte Lokalmatador Zinedine Hameur-Lain. Das Halbschwergewicht, das sich von einer schweren Rückenverletzung erholte, wurde in Runde 1 vom Russen Artur Gorlov über das oberste Ringseil nach außen gedrückt. Dabei brach die Verletzung scheinbar wieder auf, Hameur-Lain sackte schmerzhaft zusammen und konnte nicht weiterkämpfen. Das Manöver wurde als absichtliches Foul eingestuft, Gorlov prompt disqualifiziert.

Traore feiert einzigen Sieg für Deutschland

Auch ohne Sieg konnte Arian Sadikovic in seinem Glory-Debüt gegen Mike Lemaire eine gute Visitenkarte hinterlassen. Sadikovic ging von Beginn an aggressiv zu Werke und konnte gute Treffer setzen. Lemaire wich allerdings nur selten zurück, sondern arbeitete konstant mit Kicks und Kniestößen im Clinch. Dafür ließ der Hannoveraner vor allem in der Schlussphase der Runden die Fäuste richtig fliegen und setzte Lemaire mit guten Treffern zu. Zu spät und für die Punktrichter zu wenig. Lemaire gewann am Ende einen unterhaltsamen Kampf knapp nach Punkten, wurde aber nach der Urteilsverkündung lautstark ausgebuht.

Großes Pech hatte Jakob Styben. Der Muay-Thai-Spezialist aus Zweibrücken erwischte gegen Ertugrul Bayrak den schlechteren Start und wurde vom Türken gut erwischt. Ab der zweiten Runde erhöhte Styben jedoch das Tempo und setzte Bayrak zusehends unter Druck. Doch scheinbar nicht genug für die Punktrichter, die Stybens zweite Runde, seine beste, nicht belohnten, sondern am Ende den Kampf für den favorisierten Türken werteten.

Eine Glanzvorstellung zeigte zuvor der Reutlinger Dani Traore. Gegen Lokalmatador Jeremy Antonio feierte Traoré einen Start-Ziel-Sieg, den er in der zweiten Runde mit drei Niederschlägen beendete. Eine kurze Linke schickte Antonio zum ersten Mal. Nach einem Kniestoß ging der Franzose ein zweites Mal runter und kämpfte danach ums Überleben. Immer wieder drehte er sich bei den Attacken Traorés weg, bis er dabei von einer Rechten erwischt wurde und erst in die Seile flog und dann auf die Matte ging. Der Sieg im Glory-Debüt für Traore.

Im ersten Kampf mit deutscher Beteiligung musste sich Vincent Foschiani dem Australier River Daz geschlagen geben. Foschiani konnte mit Front Kicks und Kniestößen punkten, während Daz eher seine Fäuste sprechen ließ. Die beiden lieferten sich einen sehr engen und ausgeglichenen Kampf, bei dem am Ende nur Kleinigkeiten über die einzelnen Runden entschieden, wie man am späteren Urteil sehen konnte, das Daz hauchdünn für sich verbuchen konnte.

Die Ergebnisse im Überblick:

Glory 64
9. März 2019
Rhenus Sport in Straßburg, Frankreich

Titelkampf im Weltergewicht
Cedric Doumbe bes. Harut Grigorian via K.o. (Niederschläge) nach 2:59 in Rd. 2

Titelkampf im Super-Bantamgewicht der Frauen
Anissa Meksen bes. Tiffany Van Soest geteilt nach Punkten (47:48, 49:46, 50:45, 50:45, 50:45)

D’Angelo Marshall bes. Daniel Skvor via K.o. (Schlag) nach 1:43 in Rd. 3
Donegi Abena bes. Michael Duut geteilt nach Punkten (27:30, 30:27, 29:28, 28:29, 29:28)

Super Series
Alim Nabiyev bes. Murthel Groenhart geteilt nach Punkten (27:30, 29:28, 29:28, 29:28, 29:28)
Zinedine Hameur-Lain bes. Artur Gorlov via Disqualifikation (Absichtliches Foul) in Rd. 1
Anvar Boynazarov bes. Abdellah Ezbiri einstimmig nach Punkten (29:28, 29:26, 29:27, 29:27, 29-:27)
Mike Lemaire bes. Arian Sadikovic geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28, 28:29, 29:28)
Donovan Wisse bes. Matěj Peňáz via K.o. (Schlag) nach 2:49 in Rd. 2
Aleksei Ulianov bes. Massaro Glunder einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28, 29:28, 30:27)

Vorprogramm
Michaël Palandre bes. Guerric Billet geteilt nach Punkten (30:27, 27:30, 28:29, 29:28, 29:28)
Ertugrul Bayrak bes. Jakob Styben geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28, 29:28, 29:28)
Sarah Moussaddak bes. Jiwaen Lee geteilt nach Punkten (30:27, 28:29, 30:27, 30:27, 29:28)
Dani Traore bes. Jeremy Antonio via T.K.o. (Niederschläge) nach 2:00 in Rd. 2
River Daz bes. Vincent Foschiani geteilt nach Punkten (30:27, 27:30, 30:27, 28:29, 29:28)
Matthieu Ceva bes. Daniel Krost geteilt nach Punkten (29:28, 27:30, 29:28, 29:28, 29:28)