Ergebnisse

"Get in the Ring" - Bericht

Holländer gewinnt 4-Men-Tournament, Jahn schlägt Ogunade im Hamburger Schwergewichts-Derby. (Fotos by Stefan Groenveld)

Das Auditorium Maximum (Der große Hörsaal) auf dem Universitätsgelände Hamburg war wiederholt Austragungsstätte von der "Get in the Ring"-Reihe von Till Görres. Da, wo normalerweise bis zu 1.600 Studenten, mal motiviert, mal nicht, den Thesen und Theorien bekannter Naturwissenschaftler lauschen oder über Integral- und Stabilitätsrechnug diskutieren, fanden am Samstagabend zehn packende K-1-Kämpfe statt. Und wer sich von der TV-Landschaft nicht verklaven ließ, auf "Wetten daß" und "Das Supertalent" verzichtete und stattdessen den Weg in den Hörsaal fand, wurde kräftig belohnt.

Till Görres hat bewiesen, dass in Hamburg ein großer Markt für Thaiboxen/K-1 existiert, denn die Veranstaltung war ausverkauft. Wen wundert's, angesichts der Location, der guten Organisation und der Fight-Card? Die Funktionäre, Mitarbeiter, Helfer, Kämpfer etc. hat man an den altbekannten "Get in the Ring"-Shirts erkannt, die jetzt zusätzlich vom Sponsor "Ciudado Sports" optisch aufgepimpt wurden. Die Nachfrage danach war im Übrigen riesig, wer also noch eins von diesen T-Shirts sucht, sollte mal bei Ciudado Sports am Barmbeker Markt 34 vorbeischauen. Einige Exemplare sind noch vorhanden.

Meryem Uslu hatte mit der Holländerin Allison Klock wahrlich keine leichte Gegnerin.
Beide haben viel gemeinsam: Sie sind 23 Jahre alt, studieren und verfügen über ein großes Kämpferherz. Die junge Hamburgerin traf mit langen Händen und konnte schöne Knie ins Ziel bringen. Trotzdem marschierte Klock nach vorn und blieb stets gefährlich. Aber die routinierte Uslu bewies ihr Können und siegte nach Punkten.

Im ersten Halbfinale des 4-Men-Tournament, sicherte sich der Holländer Khalid Farah durch seine Reichweitenvorteile den Punktsieg gegen den eingesprungenen Arkadi Papikyan. Papikyan wirkte physisch viel stärker, obwohl er kurzfristig zugesagt hatte. Es hat auch nicht viel gefehlt, aber Farah konnte sich geschickt dem Schlaghagel entziehen und zog nach einer Verlängerungsrunde somit ins Finale.

Khalid Farah vs. Arkadi Papikyan

Florian Schöpp der mit Eduard Karsten bereits zum fünften mal im Seilquadrat stand, schlug gekonnt seine Rechte, die Karsten mittlerweile kennen müsste, ins Ziel. Anders herum war es aber genauso. Schöpp traf letzten Endes jedoch mehr, machte den Kampf und sicherte sich den Einzug ins Finale.

Der Kieler Chris Jürs wog 15 Kg weniger als Gegner Andre Dinse, wovon man aber nichts gemerkt hat, denn Jürs war immer auf dem Vormarsch, attackierte den Hamburger mit Lowkicks und konnte mit einem Punktsieg in den Norden heimkehren.

Für seinen Abschiedskampf hatte Matthias Wolthaus nicht gerade den einfachsten Gegner. Sammy Masa war beweglich und wirklich unbequem. Aber Wolthaus hatte die geeigneten Mittel und traf mehrmals schwer, was ihm ein 2:1 Urteil einbrachte.

Sammy Masa vs. Matthias Wolthaus

Robert Varntanian dominierte Waldemar Karsten mit brachialen Einzelschlägen zum Kopf und Körper. Karsten hatte jedoch, wie sein Bruder Eduard, tiefe Taschen und konnte einiges wegstecken.

Es gibt nichts schöneres als einen Kampf, der seinem Hype gerecht wird. Das konnte man hier bei Florian "Brown Sugar" Ogunade und Martin Jahn gesehen. Ogunade lief mit dem Klassiker "War" ein und Krieg sollte dann auch das Programm sein. Beide Parteien hatten viele Fans mitgebracht, die auch ordentlich für Stimmung sorgten. In der ersten Runde krachten knallharte Lowkicks auf das Bein von Jahn. Dann traf Ogunades patentierter Highkick und der Kopf von Jahn wirbelte herum.
Jahn war ganz deutlich auf der Verliererstrasse, blutete stark aus der Nase und schien keine Mittel gegen Ogunade zu finden. Es war nur eine Frage der Zeit, dachte man.

Wenn Jahn in der ersten Runde Dr. Jekyll war, so verwandelte er sich in der zweiten in Mr. Hyde. Er machte stetig Druck, schlug fast pausenlos, kickte und traf mit dem Knie. In der 3. setzte er seinen brutalen Kreuzzug fort und konnte somit den "Get in the Ring" - Heavyweight Titel sein Eigen nennen.

Martin Jahn vs. Florian Ogunade

Der junge Barmbeker Hakan Kilinc, der für harte Schlachten bekannt ist, aber auch für seine technische Vielfalt, stand dem schlagstarken Griechen Pantelis Proifopoulos gegenüber. Der Grieche war angriffslustig, ließ sich nicht bitten und stürmte mit Boxkombinationen voran. Hakan malträtierte das Bein von Pantelis und schickte ihn in der zweiten Runde mit einem Leberhaken zu Boden. Pantelis schaffte es nicht sich zu erholen und wurde ausgezählt.

Im Finale des 4-Men-Tournament trafen Khalid Farah und Florian Schöpp aufeinander. Farah gelang ein Niederschlag in der zweiten Runde. Schöpp gab nicht auf, mußte aber in der dritten wieder zu Boden. Er kämpfte beherzt weiter, aber der Vorsprung des Holländers war nicht aufzuholen.

Ashkan Gohar hatte es mit dem erfahrenen Vahit Arslan aus Bremen zu tun. Gohar brachte gute Einzelaktionen, der Bremer bewegte sich aber mehr und drückte den Hamburger in die Enge. Plötzlich knickte Gohar mit dem Fuß unglücklich um und wurde daraufhin angezählt. Auf einem Bein hinkend überstand er die letzten Sekunden der dritten Runde. Da das Kampfgericht noch eine Verlängerungsrunde ansetzte, Gohar aufgrund der Verletzung aber nicht weiterkämpfen konnte, gewann Vahit Arslan durch Aufgabe.

Mehr Bilder der Veranstaltung gibt es unter folgendem Link: www.stefangroenveld.de

Get in the Ring: "They Ever Come Back"
6. November 2010
Auditorium Maximum, Hamburg


"Get in the Ring"-Schwergewichtstitelkampf
Martin Jahn besiegt Florian Ogunade 3:0 nach Punkten

Vahid Arslan besiegt Ashkan Gohar via Aufgabe nach der 3. Runde

Finale 4-Men-Tournament
Khalid Farah besiegt Florian Schöpp 3:0 nach Punkten

Hakan Kilinc besiegt Pantelis Proifopoulos via KO in Runde 2
Robert Varntanian besiegt Waldemar Karsten 3:0 nach Punkten
Matthias Wolthaus besiegt Sammy Masa 2:1 nach Punkten
Chris Jürs besiegt Andre Dinse 3:0 nach Punkten

2. Halbfinale 4-Men-Tournament
Florian Schöpp besiegt Eduard Karsten 3:0 nach Punkten

1. Halbfinale 4-Men-Tournament
Khalid Farah besiegt Arkadi Papikyan 3:0 nach Verlängerungsrunde

Meryem Uslu besiegt Allison Klock 3:0 nach Punkten