Ergebnisse

FFC Local Heroes

Ein blutiger Sebastian Kliesch feiert sein erfolgreiches Comeback.

Nicht nur wir, sondern auch zahlreiche andere Zuschauer hatten am Sonntagabend den Kampf mit der Witterung aufgenommen und sich, trotz Schneegestöbers, bis zur Heinz-Fricke-Halle in Köthen durchgeschlagen. Geschlagen wurde dort auch - allerdings im Ring - in den Disziplinen MMA, K-1 und Boxen.

Den Opener bestritt das Thüringer Talent Daniel Zeuner, der Gegner Marcel Quitsch gewohnt souverän und abgeklärt bearbeitete. Mit harten Lowkicks setzte er seinem Gegenüber zu, trat diese gegen Ende der ersten Runde gar in Serie und zwang Quitsch damit in der ersten Pause zur Aufgabe.

Weiter ging es mit Mixed Martial Arts. Der ehemalige FFC-Ringsprecher und seit längerem selbst aktiv kämpfende Christian Lo Re hatte mit Gegner Vita Mrakota zunächst alle Hände voll zu tun. Dieser zwängte den Leipziger nämlich erst in den Clinch und dann in die Ringecke, wo beide erst einmal verweilten. Sobald Lo Re sich jedoch aus dem Clinch befreien konnte, marschierte er mit langen Händen vorwärts und schickte Mrakota damit zu Boden. Dieser schnappte sich instinktiv ein Bein Lo Res und landete nach erfolgreichem Single-Leg-Takedown in der Guard. Dort fackelte Lo Re nicht lang und beendete den  Kampf via Guillotine.

Im darauffolgenden Boxkampf setzte der Weißenfelser Daniel Simon seinem Gegner Nico Tesen von Beginn an mächtig zu. Als aggressiverer Mann setzte er die klaren Treffer und knockte Tesen in Runde zwei mit einem harten Innenbahnschlag an. Tesen wurde angezählt und später aus dem Kampf genommen.

Harte Clincharbeit: Andre Paar vs. Patrick Weikri

Den nächsten Fight konnte der Leipziger Patrick Weikri für sich entscheiden. In einem Kampf nach MMA-Regeln verloren er und sein Hallenser Gegner Andre Paar keine Zeit und schlugen harte Bomben. Schnell gingen sie dann jedoch auf Nummer sicher und landeten im Clinch in der Ringecke. Weikri schlug weiter hart, beförderte Paar auf den Boden und poundete hart, aber unkontrolliert auf seinen Kontrahenten hinunter. Fairerweise muss erwähnt werden, dass mehr als eine Hand davon den Hinterkopf Paars trafen. Dieser gab unter dem Schlaghagel auf und verlor daraufhin den Kampf.

Der Choke klappte nicht...

... dafür das Ground & Pound.Die MMA-Fans bekamen keine Pause, denn es ging weiter nach Mixed-Martial-Arts-Reglement. Der Zwickauer Marcel Krumpholz hatte es nicht leicht gegen den Leipziger Pavel Karnauch. Beide schlugen sofort Bomben, clinchten und gingen zu Boden. Dort schien Karnau sich recht wohl zu fühlen, denn er versuchte zunächst einen Triangle-Choke, machte von dort die Transition zum Armbar und wollte sogar noch zu einem Fußhebel ansetzen, bevor der Referee die Situation einfror und beide Fighter in die Ringmitte schickte. Dort grappelte Karnauch munter weiter und versuchte – nach dem Missglückten Armhebel nun in der Unterlage -  eine Guillotine. Auch daraus wurde nichts, also sweepte er seinen Gegner kurzerhand und poundete ihn aus der Sidemount heraus aus, bis der Ref dazwischen ging.

Der letzte Kampf vor der Pause wurde notgedrungen zum ersten Kampf nach der Pause, als mitten im Fight die Scheinwerfer über dem Ring erloschen. Beide Fighter verließen das Seilquadrat und mussten sich, genau wie die Zuschauer, noch die komplette Pause lang gedulden. Als es weiterging fielen die Scheinwerfer erneut aus, was für allgemeine Heiterkeit sorgte. Die Hallenbeleuchtung wurde eingeschaltet und Alexander Kiesling, sowie Christoph Gärtner konnten es endlich krachen lassen. Gärtner verfolgte seinen Gegner stoisch, vermied dabei allzu lange Schlagabtausche und punktete dafür mit Bodyshots und langen Händen. In Runde zwei kam etwas mehr von Kiesling, der zwar ständig in Bewegung war, seines Rhythmus jedoch nicht recht zu finden schien. Nach drei hart umkämpften Runden siegte Gärtner einstimmig nach Punkten.

Gnadenlos mit dem Armhebel: Petr Neuman.

Zurück im MMA-Sport stand der Leipziger Rene Hannemann dem starken Tschechen Petr Neuman gegenüber. Letzterer shootete direkt zum Double-Leg und slammte Hannemann auf die Matte. Sofort ging er zum Armhebel. Der Leipziger konnte gut verteidigen, entkam mehrfach, doch der Tscheche ließ nicht locker, bis er den Hebel schließlich hatte und diesen auch mit Schmackes anzog. Hannemann hatte daraufhin offensichtlich starke Schmerzen und musste vom Ringarzt behandelt werden.

Im folgenden K-1-Duell wurde es laut in der Heinz-Fricke-Halle. Christoph „Joker“ Henze hatte offenbar zahlreiche, lautstarke Fans im Schlepptau, die ihren Sportler nach allen Regeln der Kunst anfeuerten. Gegen David Hessmann war er von Beginn an klar der aggressivere Mann, wirkte aber stellenweise etwas ideenlos, clinchte nach zwei Händen grundsätzlich sofort. In Runde zwei schien Hessmann sich an die Aggressivität seines Gegners gewöhnt zu haben und machte selbst mehr, konterte die eine oder andere Aktion des „Jokers“. Dennoch hatte auch diese Runde klar der Bushido-Kämpfer Henze. In Runde drei bot sich dasselbe Bild, links-rechts-Clinch von Henze, vermehrt auch Lowkicks von beiden Kämpfern. Am Punktsieg des „Jokers“ konnte Hessmann dennoch nicht mehr rütteln.

Abgeklärt: Sebastian Kliesch ist die Ruhe selbst.

Ein alter Bekannter feierte nun nach über drei Jahren sein Comeback in den Ring: der Leipziger Sebastian Kliesch. In einem Rückkampf traf er auf den Litauer Lada Jehlicka, den er auch gewohnt souverän besiegen konnte. Nach einem Double-Leg-Takedown von Lada erarbeitete Kliesch sich die Guard und ließ Ellenbogen fliegen. Lada wurde böse an der Stirn gecuttet, woraufhin der Kampf abgebrochen wurde. Nach zwei Kämpfen zwischen den Beiden steht es damit nun 2-0 für Kliesch.

Viele schnelle Finishes haben wir schon gesehen und es sollten noch nicht alle gewesen sein. Bushido-Fighter Maik Kreysch landet in Runde eins des folgenden K-1-Fights ein gutes Knie zum Kopf seines Gegners Peter Kriegler. Dieser konterte jedoch sofort mit einem rechten Haken und knockte Kreysch damit zu Boden. Nach dem obligatorischen Standing-Eight-Count ging es weiter und beide schenkten sich nichts. Nach einer harten Overhand Right von Kriegler musste Kreysch erneut auf die Matte und verlor dadurch den Fight. Sein Kämpferherz behalten aber sicher viele Zuschauer in Erinnerung.

Nicht zu unterschätzen: Litauer Mazulis zwingt Schreiter in einen Choke.

Bushido-Freefight-Urgestein Ric Schreiter war als Nächster dran. Sein Gegner rang dem einen oder anderen Zuschauer zunächst ein Schmunzeln ab, war er doch nicht eben der größte oder physisch sonderlich beeindruckendste Kämpfer. Doch man soll ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen, das zeigte sich auch in diesem MMA-Fight aufs Neue. Der untersetzte Litauer Marius Mazulis setzte sofort zum Double-Leg-Takedown an. Der erfahrene Ringer Schreiter verteidigte zunächst gut, doch Mazulis blieb hartnäckig und slammte Schreiter schließlich mit einem Ausrufezeichen auf den Ringboden. Sofort sicherte er sich die Backmount und hielt diese auch um jeden Preis. Nach langem Ringen gelang ihm der Mata Leon, den Schreiter lange Zeit gut verteidigte.

Lokalmatador Kitzing fand spät in den Kampf - dafür aber richtig.

Den Co-Hauptkampf des Abends bestritten der Litauer Igor Borucha und der Lokalmatador Steven Kitzing unter K-1-Regeln. In Runde eins hatte Kitzing es schwer und fand kaum ein rechtes Mittel gegen den Litauer. In Runde zwei schien er allerdings seinen Rhythmus gefunden zu haben und ging aggressiver zu Werke. Schließlich traf er ein Knie zum Kopf des Litauers. Der ging daraufhin zu Boden und bat seine Ecke, das Handtuch zu werfen. Sein Trainer kam dem Wunsch umgehend nach und Kitzing feierte mit seinen lautstarken Fans.

Da Bushido-Headcoach und FFC-Strippenzieher Marko „Bulldog“ Zschörner sich im Training verletzt hatte, fiel sein geplanter Kampf leider aus. Dafür stellte man ein weiteres Schwergewicht aus dem Hause Bushido in den Ring: „Ironhead“ Norman Jendrejczyk bestritt einen Boxkampf gegen den ambitionierten, aber klar überforderten Patrick Gaudig aus Weißenfels. Beide Kämpfer gaben alles was sie hatten und waren nach drei hart umkämpften Runden sichtlich am Ende ihrer Kräfte. Trotz einiger schöner Konterschläge Gaudigs lagen die klaren Treffer aber bei Jendryzick. Verdient reckte er nach drei Runden seinen Pokal als Sieger in die Höhe.

Abgekämpft aber glücklich: Norman Jendrejczyk und Patrick Gaudig.

Am Ende war dies eine der schnellsten Kampfsportveranstaltungen, die wir je besucht hatten – kaum ein Kampf ging über die Runden. Die Fans störten sich daran gewiss nicht und freuten sich über schöne (T)KOs und Submissions. Nun hieß es: Zurück in die Kälte! Der Schneesturm auf den Straßen wartete...

FFC Local Heroes
10. Januar 2010
Heinz-Fricke-Halle, Köthen


Norman Jendrejczyk besiegte Patrick Gaudig nach Punkten (einstimmig)
Steven Kitzing besiegte Igor Borucha via TKO (Handtuch) in Rd. 2
Marius Mazulis besiegte Ric Schreiter via Mata Leon in Rd. 1
Peter Kriegler besiegte Maik Kreysch via TKO in Rd. 1
Sebastian Kliesch besiegte Lada Jehlicka via TKO (Cut) in Rd. 1
Christoph Henze besiegte David Hessmann nach Punkten (einstimmig)
Petr Neuman besiegte Rene Hannemann via Armhebel in Rd. 1
Christoph Gärtner besiegte Alexander Kiesling nach Punkten (einstimmig)
Pavel Karnauch besiegte Marcel Krumpholz via TKO in Rd. 1
Patrick Weikri besiegte Andre Paar via Aufgabe (Strikes) in Rd. 1
Daniel Simon besiegte Nico Tesen via TKO in Rd. 2
Christian Lo Re besiegte Vita Mrakota via Guillotine Choke in Rd. 1
Daniel Zeuner besiegte Marcel Quitsch via Aufgabe (Verletzung) in 1. Rundenpause