Ergebnisse

Fair FC 8: Vertko schickt Khapilaev schlafen, Rezaie und Allous siegen vorzeitig

Die 8. Ausgabe von Fair FC bot jeden Menge Action. Im gut gefüllten Ruhrcongress in Bochum konnten angereiste Zuschauer Duelle im MMA sowie K-1 im Ring beobachten, allen voran der MMA-Titelkampf im Leichtgewicht, zwischen dem Big Game-Champion Aleksandr Vertko und dem amtierenden Titelträger von Fair FC, Islam Khapilaev. Das Duell endete bereits nach wenigen Sekunden durch Knock-out.

MMA
Der aus Kaliningrad stammende Aleksandr Vertko ließ Islam Khapilaev keine Chance. Der erste harte Treffer traf – und das perfekt. Ein wuchtiger rechter Haken prallte an die Schläfe von Khapilaev und schickte diesen direkt ins Land der Träume. Im Stil von Mcgregor gegen Aldo war das Duell nach knapp 10 Sekunden schon vorbei. Damit konnte sich der junge Russe neben dem Titel von Big Game auch den von Fair FC sichern.

Zuvor war es Rene Runge, der sich eine spannende Partie mit Iman Samarghandi lieferte, die erst nach Punkten entschieden wurde. So war es Samarghandi anfangs, der mit Takedowns sowie Kontrolle aus der Guard die Begegnung diktierte – teilweise auch die zweite Runde, bis Runge endlich Gegenwehr zeigte. Der Deutsche befreite sich mit einem Sweep und konnte so aus der Backmount eigene Akzente setzen. Gleiches auch in Runde drei, doch eine Submission kam nicht zustande, Samarghandi verteidigte zu gut. Runge gewann schließlich nach Punkten und ließ sich von seinen Fans feiern. Kontrovers und möglicherweise kampfentscheidend wäre hier noch ein Armbar zu erwähnen, den Runge ansetzte, allerdings fiel Samarghandi in und durch das Seil, so dass der Griff gelöst wurde und beide Athleten wieder im Stand starteten. Ein klarer Nachteil für Runge – eine Aktion, die im Käfig so nicht passiert wäre.

Niko Lohmann konnte ebenfalls vor heimischer Kulisse überzeugen. Anfangs noch im wilden Schlagabtausch und von einer Guillotine bedrängt, befreite sich „Karl Stahl“ und ließ seine eisernen Fäuste fliegen. Mit Erfolg: Sein Kontrahent, der Niederländer Tim Diederen, wurde durchgerüttelt und im Rückwärtsgang mit einem stehenden Guillotine Choke zur Aufgabe gezwungen.

Ibrahim Cholo überraschte in seinem Profidebüt. Er konnte Daniel Zuerker mit spektakulären Slams immer wieder auf die Matte befördern und dort kontrollieren und so einen Punktsieg einfahren. Kontrovers war allerdings ein Guillotine Choke von Zuerker in Runde drei, in dem Cholo abklopfte, die Offizielle es jedoch nicht registriert hatte und die Partie somit weiterlief.

Mehmet Nurioglu sowie Husein Kadimagomaev konnten beide mit Submissions in der jeweils ersten Runde Siege einfahren. Jonas Jackenroll und Luca van Dahlen gewannen nach Punkten 

K-1

Im K-1 war es Ali Rezaie, der AFSO-Weltmeister Marco Bigos deklassierte. Rezaie war sehr aggressiv, gab Bigos kaum Luft zum Atmen und bedrängte diesen mit harten Lowkicks sowie schnellen Fäusten. Zwar hielt Bigos noch anfangs dagegen, doch spielte der Körper nicht mehr mit. Nach zahlreichen Lowkicks machten die Muskeln zu, Bigos musste auf die Bretter. Im zweiten Durchgang war seine Ecke das Handtuch, um ihn vor weiterem Schaden zu bewahren.

Karim Alouss spielte zuvor mit Axel Gutmann, der zwar mit vielen Kicks attackierte, die allerdings nicht die nötige härte besaßen, um Alouss zu beeindrucken. Der starke Boxer kam immer wieder in die Nahdistanz und feuerte dort seine gefährlichen Hände ab, die Gutmann durchrüttelten und zweimal in Runde zwei zu Boden schickten, durch Leberhaken. Im dritten Durchgang dann erneut – Gutmann kam nicht mehr rechtzeitig auf die Beine und wurde ausgezählt.

Ayoub Darkoui und Bedirhan Kabak lieferten sich eine actionreiche Begegnung, die teilweise hin und her ging und technisch auf einem hohen Niveau stattfand. Eingesprungene Knie, Spinning Backkicks und zahlreiche Kombinationen ließen Technik-Fans mit der Zunge schnalzen. Nach drei spannenden Runden war es Darkoui vom Amrani Palace, der den Ring als Sieger verließ.

Für den Knockout des Abends sorgte Ahmad Chikmosa. Der „Golden Boy“ traf auf den MMA-erfahrenen Said Eidi und bot sich mit diesem eine sehr unterhaltsame Partie im ersten Durchgang. In der zweiten Runde drehte Chikmosa dann schließlich auf und traf Eidi mit einem knallharten linken Highkick ins Gesicht. Im Fallen kassierte Eidi noch eine harte Faust und war direkt kampfunfähig. 

Kevin Saszik hatte zuvor keinerlei Probleme mit Kevin Heerschlag. Dieser wurde nach zwei Knockdowns ausgezählt. Saszik schüttelte den Kopf über die schwache Gegenwehr des Ersatzgegners und forderte den zuvor eingeplanten Rade Krulanovic am Mikroforn heraus. 

Cihad Akipa bezwang Ervet Manga durch K.o. in Runde zwei. Nachdem es im ersten Durchgang noch recht spannend war, übernahm Akipa das Kommando in Runde zwei und traf Manga mit einem rechen Haken, der an der Deckung abprallte und diesen am Hinterkopf traf. Manga wurde ausgezählt und schaffte es nicht mehr rechtzeitig auf die Beine.

Aserbaidschan-Import Xeyal Ehmedov lieferte sich zuvor eine spannende Partie mit dem Polen Lukas Buchenski. Nach drei Runden, in denen die Fäuste flogen, hatten die Punktrichter Ehmedov nach Punkten vorne.

Akam Tarageh und Önder Ural kämpften um die Europameisterschaft bis 77 Kilogramm im K-1. Beide Athleten lieferten sich teilweise eine Schlacht mit offenem Visier. Ganz im Stile von Jean Claude Van Damme in „Kickboxer“ oder „Bloodsport“, stachelten sich beide Kämpfer gegenseitig auf und lieferten sich ein Lowkickduell ohne Defensive. Beide Athleten peitschen sich gegenseitig minutenlang mit Lowkicks, was die Zuschauer frenetisch feierten. Im letzten Durchgang kam es zu einer skurrilen Aktion. Tarageh drehte sich mitten im Kampf weg und in die Ringecke, wurde dort noch von Ural angegangen. Der Referee bestrafte den Angriff allerdings mit einem Punktabzug, der am Ende entscheiden sollte. Ural verlor das Duell nach Punkten.

Joel Banaschewski und Younes Sultani kämpften verbissen um den Erfolg, die Begegnung endete allerdings im Unentschieden.

Zuvor war es Bas Willemse, der seine lupenreine Weste auch weiterhin anbehalten konnte. Mustafa Eren Eksi boxte eifrig mit, konnte jedoch nicht mit dem Volumen des Niederländers mithalten und verlor das Duell nach Punkten. Kurios war hier der Schlussmoment, da Eksi eine Sekunde nach dem Schlussgong noch einen Schwinger abfeuerte, der Willemse fast K.o. schlug – allerdings fing sich dieser im Seil und war erst nach knapp einer Minute wieder zurechnungsfähig. Eksi entschuldigte sich für die Aktion im Nachhinein und erklärte, dass es keine Absicht war und er den Ringgong nicht vernommen hatte.

Fabienne Erdas besiegte Janina Hoping mühelos vorzeitig in Runde eins, Artur Feljau setzte sich gegen Aziz Darkaoui nach Punkten durch. 

GNP1 Fight Night Awards

Fight Of The Night: Ayoub Darkoui vs. Bedirhan Kabak 
K.o. Of The Night: Ahmed Chikmosa  
Submission Of The Night: Husein Kadimagomaev 

Anbei alle Ergebnisse in der Übersicht:

Fair FC 8
6. Oktober 2018
Ruhrcongress, Bochum

MMA-Titelkampf im Leichtgewicht
Aleksandr Vertko bes. Islam Khapilaev durch K.o. in Rd. 1

MMA
Rene Runge bes. Iman Samarghandi nach Punkten
Niko Lohmann bes. Tim Diederen durch Standing Guillotine Choke in Rd. 1
Ibrahim Cholo bes. Daniel Zuerker nach Punkten
Mehmet Nurioglu bes. Andreas Savariello durch Key Lock in Rd. 1
Husein Kadimagomaev bes. Sultan Hussain Sulimani durch Triangle Choke in Rd. 1
Jonas Jackenroll bes. Denis Sattler nach Punkten
Luca van Dahlen bes. Samir Amzili nach Punkten

K-1
Ali Rezaie bes. Marco Bigos durch T.K.o. (Aufgabe/Handtuch) in Rd. 2
Karim Alouss bes. Axel Gutmann durch K.o. in Rd. 3
Ayoub Darkoui bes. Bedirhan Kabak nach Punkten
Ahmad Chikmosa bes. Said Eidi durch K.o. in Rd. 2

Kevin Saszik bes. Kevin Heerschlag durch K.o. in Rd. 1
Cihad Akipa bes. Ervet Manga durch K.o. in Rd. 2
Xeyal Ehmedov bes. Lukas Buchenski nach Punkten

Europameisterschaft bis 77 Kilogramm
Akam Tarageh bes. Önder Ural nach Punkten

Joel Banaschewski vs. Younes Sultani endete unentschieden
Bas Willemse bes. Mustafa Eren Eksi nach Punkten
Fabienne Erdas bes. Janina Hoping durch T.K.o. in Rd. 1
Artur Feljau bes. Aziz Darkaoui nach Punkten