Ergebnisse

Erfolgreiches Debüt des "World of Fight"-Turniers

Prang vs Erdinc (Alle Fotos von Uwe Tersek/youte.info)

Das „World of Fight“-Tournament startete gestern Abend in seine erste Runde und entpuppte sich als Veranstaltung mit dem Prädikat „klein aber fein“. In der Fighters World Herne eröffneten der Promoter Angelo Batista gemeinsam mit Matchmaker Ben Helm und Organisator Sebastian Tlatlik die über mehrere Veranstaltungen verteilte Turnierserie, die trotz ihres eigenen Anspruchs, nur im Semi-Pro-Sektor aktiv sein zu wollen, in punkto Kampfqualität und Spannung nahtlos an die großen Shows des Ruhrpotts anknüpfen konnte. Favoritenstürze, sehenswerte Submission, Split Decisions, krachende KOs und Slams wie aus dem Highlightvideo sorgten für einen grandiosen Einstand des WOF-Tournaments.

Royzen vs. VerresenFedergewicht (-65kg)
Alex Royzen aus Wuppertal und Nico Verresen aus Belgien eröffneten die Veranstaltung mit einem ausgeglichenem Kampf, in dem Royzen das Geschehen auf den Boden verlagerte, dort aber nicht viel Schaden anrichten konnte. Verresen zeigte sich quirlig und machte Royzen das Leben schwer, da er im Stand überlegen war. Ende der ersten Runde hatte Verresen sogar einen Rear Naked Choke angesetzt, der nur vom Gong unterbrochen wurde. Nach dem Ende der Kampfzeit wurde der Kampf Unentschieden gewertet und die Kämpfer in die Extrarunde geschickt. Dort setzte Royzen mit weiteren Takedowns und Verresen mit hartem Ground and Pound Akzente. Verresens beim Ende der Kampfzeit eingenommene Back Mount sicherte ihm in dem knappen Kampf den geteilten Punktrichterentscheid.

Der zweite Kampf im Federgewicht sollte deutlich schneller entschieden sein. Lokalmatador Ali Selcuk-Ayin vom Sparta Essen traf auf den Niederländer Rik Pool. Ayin, einer der besten Grappler des Landes, nutzte das Heranstürmen seines Gegners eiskalt aus und slammte ihn mit einer für Federgewichte selten gesehenen Wucht spektakulär zu Boden. In Pools Guard ließ Ayin sich kurz darauf direkt zum Heel Hook zurückfallen, der Pool nach nur vierzig Sekunden zum Abklopfen zwang.

Leichtgewicht (-70kg)
Im inner-nierderländischen Duell zwischen Joziro Boye und Danny Verhoeven war erneut die Overtime gefragt, nachdem Verhoeven die erste Runde, bei der es eine Kontroverse wegen eine vermeintlichen Submission gab, und Boye die zweite Runde deutlich gewinnen konnten. In der dritten konnte Boye seine gute Form aus der zweiten Runde mitnehmen und Verhoeven aus der Full Mount mit Schlägen stoppen.

Zwischen dem Schweizer Thaiboxer Valon Emini und dem Stuttgarter Carlos Slavikos entwickelte sich ein spektakuläres Duell, das größtenteils im Stand ausgekämpft wurde. Emini konnte zunehmend mit Knien aus dem Clinch und schnellen Schlagkombinationen punkten, während Slavikos verbissen dagegenhielt und gegen Ende der Runde einen Takedown verbuchen konnte. Im zweiten Durchgang legte Emini richtig los und setzte Slavikos auch am Boden stark zu, wo der Kampf kurz vorm Abbruch stand. Der Stuttgarter bewies aber ein enormes Kämpferherz und biss sich bis zum Ende durch. Emini gewann souverän nach Punkten.

Leider konnte mit dem Kölner Johannes Eckert der Favorit im Leichtgewicht nicht kämpfen, da sein Gegner nicht angereist war.

Weltergewicht (-77kg)

Für den Prümer Hagen Schmidt sah es gegen den weitaus erfahreneren Wuppertaler Stefan Heber nach der ersten Runde nicht gut aus. Heber hatte ihn zu Boden gebracht und dort gefahrlos aber unspektakulär kontrolliert. Im offenen Schlagabtausch zu Beginn der zweiten Runde folgte die Sensation: Schmidt traf Heber voll mit einem Highkick zum Kopf, der den Anfang vom Ende für Heber einleitete. Wenige weitere Schläge am Boden waren nötig, und der Ringrichter stoppte den Kampf zu Schmidts Gunsten.

Der Niederländer Twan van Buren setzte im Kampf gegen seinen Landsmann Angelo Semeleer früh ein deutliches Zeichen: Im Clinch hob er Semeleer hoch und trug ihn dann im Bearhug in aller Seelenruhe in seine Betreurecke, wo er einen Takedown erarbeitete. Mitte der ersten Runde war das Ende für Semeleer gekommen, als van Buren ihm im Clinch mehrere harte Knie einschenkte und ihn dann am Boden mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe zwang.

Vor der ersten Pause des Abends kam es mit dem Kampf zwischen dem Hürther Rainer Prang und dem Essener Michael Erdinc zu einem der am heißesten erwarteten Duelle des Abends. Nachdem die Halle bei Erdincs Einmarsch getobt hatte, setzte eine von den hohen Erwartungen hervorgerufene gespenstische Stille ein als der Kampf begann. Prang startete mit schönen Kicks, wurde aber von einem Konterschlag seines Gegner zu Boden geschickt. Dort entwickelte sich ein verbissener Kampf, bei dem Prang im MMA-Sport selten gesehenes hartes Ground and Pound aus der Unterlage schlug und sein Heil in verschiedenen Submissions suchte. Erdinc war in letzterem Punkt aber auf der Hut und verhinderte die Griffe meist schon im Ansatz. Gleichzeitig ließ er Prang mit sehr hartem Ground and Pound zu Kopf und Körper dafür büßen, was in Prangs Gesicht nach fünf Minuten deutlich zu sehen war. Im zweiten Durchgang ging es munter offensiv weiter, doch wurde der Kampf vom Ringarzt gestoppt, da Prang einen Cut erlitten hat, der von einem weiteren präzisen Konterschlag von Erdinc zu Beginn des zweiten Durchgangs stammte.

Emini vs. SlavikosHalbschwergewicht (-93kg)
Im Kampf zwischen dem Niederländer Melvin van Suijdam und dem Prümer Daniel Kimmling trafen zwei gelernte Grappler aufeinander. Kimmling versuchte früh, seinen Gegner mit einer Standing Guillotine zu bedrohen, wurde von van Suijdam aber sehenswert zu Boden geslammt. Beim Positionskampf Mitte der ersten Runde gelang es dem Niederländer dann, Kimmling mit einem Reverse Triangle Choke zur Aufgabe zu zwingen.

Matchmaker Ben Helm sollte sich überlegen, in Zukunft den Spitznamen „die Kristallkugel“ verleihen zu lassen. „Dat gibt `nen KO!“, so Helm kurz vor dem Beginn des Kampfes zwischen dem belgischen Thaiboxer Kurt Verschueren und dem Marler Toni Karlovic. Neun Sekunden später hatten sich seine Worte bewahrheitet. Verschueren war wie von der Tarantel gestochen auf Karlovic losgestürmt und hatte ihn mit einem knallharten Highkick voll erwischt. Karlovic blieb fast fünf Minuten auf dem Ringboden liegen und wurde dann sichtlich benommen aus dem Ring begleitet. An dieser Stelle wünschen wir gute Besserung!

Das Essener Kraftpaket Manuel Masuch ließ bei seinem Kampf gegen den Ludwigshafener Daniel Talmon nichts anbrennen. Im Stand konnte Talmon einige Kicks setzen, wurde aber von Masuch in bester „Conan der Barbar“-Manier ausgehoben und mit Anlauf quer durch den Ring geslammt. Als Masuch sich wenig später in die Full Mount vorarbeiten konnte, klopfte Talmon ab, da bei der Landung des Slams das ganze Gewicht der beiden auf seinem Knöchel gelandet war.

Da der Gegner des Niederländers Sajgan Muradov nicht angereist war, erhielt der russisch-stämmige Kämpfer ein Freilos für die nächste Runde.

Schwergewicht (+93kg)
Im Schwergewicht sorgte der Bielefelder Jarjis Danho für Aufsehen. Sein Betreuer Niels Stücke musste nicht wirklich viel coachen, und rang nach dem Kampf seines Schützlings sichtlich um Worte. Danho hatte seinen Gegner Admir Bogucanin in Windeseile hochgehoben und schien sich spontan dazu zu entscheiden, ihn nicht nur simpel auszuheben sondern ihn vollends zu slammen. Am Boden klopfte Bogucanin dann nach nur wenigen aber ungemein harten Hammerfists des 125-Kilo-Kolosses ab.

Im letzten Kampf des Abends trafen Waldemar Giesbrecht und Kemal Balci gegenüber. Giesbrecht setzte seinen Gegner dabei zu Beginn immer wieder mit überfallartigen Schwingern unter Druck und beendete die erste Ruden mit einem schönen Sprawl, dem er zahlreiche Wirkungstreffer gegen Balcis Kopf folgen ließ. In Runde zwei ging Balci aber zur Gegenoffensive und setzte Giesbrecht seinerseits mit Schlägen und einem Takedown unter Druck. Am Boden ließ Balcis einem Gegner kein Platz zum Atmen, beharkte ihn mit gutem Ground and Pound und mehreren Submissions. Kurz vor Ende der zweiten Runde hatte Balci in der Side Mount einen Arm von Giesbrecht mit seinen eigenen Beinen eingeklemmt und dann zahlreiche harte Schläge gegen seinen wehrlosen Gegner abgefeuert. Die Punktrichter werteten den Kampf mehrheitlich für Balci.

Am 16. Juli geht es mit dem zweiten Teil des WOF-Turniers weiter. Post-Fight-Interviews  mit den Siegern des gestrigen Abends könnt ihr euch dank der Kollegen von GnP-TV in unserer TV-Sektion ansehen.

Schmidt vs. Heber

Die Ergebnisse im Überblick:

World of Fight Tournament 2011 – Teil 1
12. Februar 2011
Fighters World in Herne

-65kg
Nico Verresen (BE) bes. Alex Royzen (DE) via Split Decision (2-1) nach 3x5 min.
Ali Selcuk-Ayin (DE) bes. Rik Pool (NL) via Submission (Heel Hook) nach 0:40 in Runde 1

-70kg
Joziro Boye (NL) bes. Danny Verhoeven (NL) via TKO (Punches) nach 3:42 in Runde 3
Valon Emini (CH) bes. Carlos Slavikos (DE) via Unanimous Decison (3-0) nach 2x5 min.  

-77kg
Hagen Schmidt (DE) bes. Stefan Heber (DE) via TKO (Kick and Punches) nach 0:14 in Runde 2
Twan van Buren (NL) bes. Angelo Semeleer (NL) via Submission (Rear Naked Choke) nach 2:25 in Runde 1
Michael Erdinc (DE) bes. Rainer Prang (DE) via TKO (Doctor Stoppage/Cut) nach 0:37 in Runde 2

-93kg
Melvin van Suijdam (NL) bes. Daniel Kimmling (DE) via Submission (Reverse Triangle Choke) nach 2:57 in Runde 1
Kurt Verschueren (BE) bes. Toni Karlovic (DE) via KO (High Kick) nach 0:09 in Runde 1
Manuel Masuch (DE) bes. Daniel Talmon (DE) via Submission (Injury) nach 1:51 in Runde 1

+93kg
Jarjis Danho (DE) bes. Admir Bogucanin (DE) via Submission (Slam and Punches) nach 0:10 in Runde 1
Kemal Balci (DE) bes. Waldemar Giesbrecht (DE) via Majority Decision (2-0) nach 2x5 min.