Ergebnisse

Ellenberger dominiert Sanchez, gewinnt nach Punkten

Foto: Zuffa LLC

In der ersten eigens für den US-Sender Fuel TV produzierten UFC-Show und dem seit 2008 ersten UFC-Event im US-Bundesstaat Nebraska, sicherte sich Jake Ellenberger einen Platz an der Sonne, indem er den langjährigen Veteranen Diego Sanchez dominieren und nach Punkten besiegen konnte. Für die Europäer auf der Card lief es dagegen durchwachsen. Während Stefan Struve einen weiteren vorzeitigen Sieg einfahren konnte, musste sich Debütant Anton Kuivanan nach Punkten geschlagen geben.

Diego Sanchez vs. Jake Ellenberger
Es hätte der große Schritt zu einer Titelchance für The Ultimate Fighter 1-Sieger Diego „The Dream“ Sanchez werden sollen. Doch letztlich war er physisch schlicht zu schwach für den „Juggernaut“ Jake Ellenberger, der schon in Runde eins mit harten Kniestößen und einem schnellen Konterhaken angriff, der Sanchez zu Boden schickte.

Von der Kraft Ellenbergers beeindruckt, machte der Greg Jackson-Schüler fortan zu wenig und befand sich zu oft im Rückwärtsgang, wo er noch mehr Hände von Ellenberger nehmen musste. Nach einem Takedown sah die Situation nicht besser aus: Sanchez versuchte zwar, aus der Guard mit Armhebeln zu attackieren, hatte jedoch keinen Erfolg damit und nahm stattdessen einige schwere Ellenbogen und Faustschläge.

In Runde drei – wohlwissend, dass er nach Punkten deutlich zurücklag -  gab Sanchez plötzlich noch einmal ordentlich Gas und landete einige schöne Treffer, die Ellenberger veranlassten, den Takedown zu suchen, was auch problemlos gelang. Am Boden verlor er jedoch seine Position, woraufhin sich Sanchez sofort den Rücken sicherte und den Kampf beinahe mit hartem Ground and Pound und einem Rear-Naked Choke beendete. Ellenberger sweepte jedoch kurz vor Ende der Runde und beendete den Kampf in der Oberlage.

Die Punkrichter werteten den Kampf schließlich mit dreimal 29-28 für Jake Ellenberger, der nun unter Umständen eine Chance auf einen Rückkampf gegen Carlos Condit bekommen könnte – den derzeitigen Interimschampion der UFC. Der ist sich jedoch noch unsicher über seinen nächsten Schritt und wartet eventuell auf Champion Georges St. Pierres Genesung. Doch egal wie Condit sich entscheidet - Ellenbergers Zukunft dürfte erst einmal rosig aussehen.

Stefan Struve vs. Dave Herman
Einer von beiden Europäern auf der Card, der riesige Holländer Stefan Struve, bestritt den Co-Hauptkampf gegen Dave Herman. Der schien zunächst keinerlei Respekt vor dem Größenunterschied zu Struve zu haben und attackierte immer wieder mit Kombinationen, bevor er sich in die sichere Distanz zurückbewegte. Struve schien aber gehörig an seinen eigenen Standfähigkeiten gearbeitet zu haben, wirkte gelassen, und landete immer wieder eigene Treffer.

Spätestens in Runde zwei drehte der Holländer schließlich auf. Nach einem Takedown in die Mount, die Herman schnell durch die Hintertür verlassen konnte, deckte Struve den Amerikaner im Stand mit langen Händen ein und schickte ihn schließlich mit einem Aufwärtshaken zu Boden, wo er ihn mountete und Fäusten regnen ließ, bis Referee Josh Rosenthal dazwischenging und dem Kampf nach 3:52 Minuten abwinkte.

Ronny Markes vs. Aaron Simpson
Markes, der hier sein Debüt im Mittelgewicht feierte, musste schon Mitte der ersten Runde nach einem Aufwärtshaken Simpsons schwer angeschlagen auf die Bretter, überstand den nachfolgenden Schlaghagel aber und fand wieder stark in den Fight zurück.

Die zweite Runde verlief knapp und recht unspektakulär, beide Kämpfer clinchten viel am Käfig und tauschten wenig signifikante Treffer im Stand. Den dritten Durchgang entschied der Brasilianer Markes mit einem schönen Takedown und anschließender Bodenkontrolle klar für sich.

Die Punktrichter mussten also nach drei Runden entscheiden, zwei von ihnen werteten den Kampf mit 29-28 für Markes, nur einer sah Aaron Simpson mit 29-28 vorn.

Stipe Miocic vs. Phil De Fries
Nachdem Phil De Fries in seinem UFC-Debüt, im November in Brimingham, nur ein zähe Punktentscheidung herausholen konnte, war sein zweiter Auftritt im Octagon deutlich schneller vorüber. Nur mit Sicherheit nicht mit dem Ergebnis, dass der Brite sich erhofft hatte.

Nachdem er und Gegner Stipe Miocic von Beginn an mit Bomben um sich warfen, konnte De Fries zunächst einige gute Treffer landen. Doch Miocics Erfahrung als Amateurboxer zeigte sich schließlich, als er ein, zwei harte Konter landen und De Fries damit gehörig anklingeln konnte. Miocic setzte nach, verfolgte De Fries bis zum Käfig und schickte ihn dort zu Boden, wo er den Kampf mit einigen Folgetreffern nach nur 43 Sekunden beenden konnte.

T.J. Dillashaw vs. Walel Watson
Dilashaw mag das Finale der 14. The Ultimate Fighter-Staffel zwar verloren haben, schaffte es aber dennoch in die UFC. Und das zu Recht, wie er mittwochnacht zeigen konnte. Er dominierte den vollkommen überforderten Walel Wallace über drei Runden und sicherte sich einen einstimmigen Punktsieg. Watson konnte seine deutlichen Reichweitenvorteile kaum nutzen, da Dillashaw sofort den Takedown suchte und auch bekam. Von da ab kontrollierte er den Kampf entweder aus der Oberlage oder von Watsons Rücken aus, der sich einer Serie von Chokes erwehren musste.

Während sich in Runde zwei dasselbe Bild bot, wurde es im dritten Durchgan noch einmal spannend. Watson setzte alles auf eine Karte und attackierte, nach einem weiteren Takedown Dillashaws, mit einer Submission nach der anderen. Dillashaw verteidigte jedoch jede Attacke und beendete den Kampf so, wie er ihn begonnen hatte: dominant, was auch die Wertungen der Punktrichter deutlich zeigten. Die gaben den Kampf nämlich mit 30-25, 30-25 und 30-26 an den kalifornischen Team Alpha Male-Fighter.

Ivan Menjivar vs. John Albert
Das wohl überraschendste Comeback des Abends gelang dem langjährigen MMA-Veteranen Ivan Menjivar, der sich mit The Ultimate Fighter 14-Teilnehmer John Albert ein wahrhaftiges Auf und Ab lieferte. Nachdem er zu Beginn des Kampfes direkt eine Serie von Kniestößen zum Körper nehmen musste, verlagerte er das Geschehen schnell auf den Boden. Dort erwehrte er sich einiger Submissionversuche Alberts, bis er schlussendlich wieder auf die Füße gelangte, wo ihn „Prince“ Albert erneut mit einer Serie brutaler Kniestöße und Faustschläge eindeckte. Menjivar stand kurz davor, vorzeitig aus dem Kampf genommen zu werden, als Albert plötzlich aufhörte zu Schlagen und stattdessen in einen Guillotine Choke sprang, den Menjivar verteidigen konnte. Nachdem ein Omo Plata Alberts am Boden ebenfalls nicht funktionierte, sweepte Menjivar seinen Gegner, sicherte sich den Rücken und würgte ihn ab.

„Was hätte Kazushi Sakuraba in meiner Situation getan?“, hatte sich Menjivar nach eigener Aussage gefragt, als er am Käfig kurz vor einer TKO-Niederlage stand. Die richtige Antwort hat er offenbar gefunden, denn mit einer Sakuraba-esken Leistung fuhr er hier letztlich seinen 24. Sieg als MMA-Profi ein.

Vorprogramm
The Ultimate Fighter 12–Gewinner Jonathan Brookins machte kurzen Prozess mit Vagner Rocha. Rocha schoss nur wenig nach Kampfbeginn herunter zu einem Takedown, doch Brookins konnte sprawlen, Rocha überlaufen, und landete schließlich in einer Spider Guard, von wo aus er schnell eine Serie kurzer Haken abfeuerte, die den Brasilianer ins Reich der Träume schickten.

Der Finne Anton Kuivanen musste sich dem Amerikaner Justin Salas mit 30-27, 30-27 und 29-27 nach Punkten geschlagen geben. Der Kampf war knapper, als die Zahlen vermuten lassen. Beide Kämpfer landete schöne Treffer im Stand, letztlich waren aber wohl Salas’ Takedowns das Zünglein an der Waage.

Im Show-Opener des Abend unterlag der Brasilianer Bernardo Magalhaes dem größeren und im Stand deutlich variableren Tim Means nach Punkten.

UFC on Fuel: Sanchez vs. Ellenberger
15. Februar 2012
Omaha Civic Auditorium in Omaha, Nebraska, USA

Hauptprogramm
Jake Ellenberger bes. Diego Sanchez einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Stefan Struve bes. Dave Herman via TKO (Schläge) nach 3:52 in Rd. 2
Ronny Markes bes. Aaron Simpson geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Stipe Miocic bes. Phil De Fries via KO (Schläge) nach 0:43 in Rd. 1
T.J. Dillashaw bes. Walel Watson einstimmig nach Punkten (30-25, 30-25, 30-26)
Ivan Menjivar bes. John Albert via Submission (Rear-Naked Choke) nach 3:45 in Rd. 1

Vorprogramm
Jonathan Brookins bes. Vagner Rocha via KO (Schläge) nach 1:32 in Rd. 1
Justin Salas bes. Anton Kuivanen einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-27)
Tim Means bes. Bernardo Magalhaes einstimmig nach Punkten (30-27, 30-26, 30-26)