Ergebnisse

Eklat in Magdeburg

Stieglitz behält Titel, Gevor dreht durch. Fotos via sesboxing.de.

Das Wichtigste zu Beginn: World Boxing Organisation-Weltmeister Robert Stieglitz hat seinen Super-Mittelgewichtstitel erfolgreich verteidigt. Nun zum Eklat: Stieglitz gewann seinen Kampf vorzeitig  - jedoch nicht durch KO, Handtuchwurf oder ähnliches, sondern durch Disqualifikation. Und die Szenerie in der Magdeburger Bördelandhalle schien aus den Fugen zu geraten.

Stieglitz (40-2-0, 23 KO) kam zu Beginn etwas holprig in den Kampf und schien Probleme mit dem aggressiven Rechtsausleger Khoren Gevor (31-6-0, 16 KO) zu haben. Im Laufe des Kampfes wurde Gevor jedoch immer wilder und ungestümer – aber auch langsamer und wurde so ein ums andere Mal von Stieglitz abgekontert.

Im zehnten Durchgang lag der Sport Events Steinforth-Boxer nach Punkten deutlich vorn, als beide Boxer im Infight mit den Köpfen zusammenstießen und Gevor offenbar eine Sicherung durchbrannte. Mit einer Art Double-Leg Takedown, einem Ringer-Wurf, brachte er den Weltmeister hart zu Boden und traf ihn dabei erneut mit einem Kopfstoß. Stieglitz blieb zunächst dort liegen, kam nur langsam wieder auf die Beine – wie viel dies mit Schmerz und wie viel mit Trotz zu tun hatte, sei dahingestellt. Gevor wurde daraufhin dennoch zu recht disqualifiziert, was ihn endgültig ausrasten ließ. Wie angestochen rannte er durch den Ring und schrie um sich, wollte auf Stieglitz-Trainer Dirk Dzemski losgehen und verpasste dem Ringrichter sogar einen Schlag auf den Hinterkopf. Im Ring bildete sich daraufhin ein riesiger Tumult aus Sicherheitsleuten, Offiziellen und Boxern. Erst mehrere Sicherheitsleute und Mitglieder aus Gevors Team konnten den Heißsporn beruhigen.

Der Takedown von Gevor beendete den Kampf vorzeitig.

Stieglitz verteidigt seinen WBO-Titel mit diesem Kampf zum vierten Mal. Gevor war kurzfristig als Ersatz für World Boxing Association-Weltmeister Dimitri Sartison eingesprungen, der nur wenige Tage vor dem Kampf eine schwere Knieverletzung erlitten hatte und das Duell gegen Stieglitz absagen musste. Für Gevor war dies, nach vier Niederlagen in vier Titelkämpfen (gegen Felix Sturm, Arthur Abraham, Dimitri Sartison und nun Stieglitz) und einer solchen Showeinlage nach dem Fight, vermutlich der letzte Auftritt auf der großen Bühne.

Im Vorprogramm setzte sich Ramona Kühne (18-1-0, 5 KO) mit 98:92, 98:91 und 99:91 einstimmig gegen Arleta Krausova (4-1-0, 1 KO) durch. Ihre ursprünglich vorgesehene Gegnerin Michelle Larissa Bonassoli hatte beim offiziellen Wiegen drei Kilogramm zu viel auf die Waage gebracht. Für sie sprang kurzerhand die Tschechin Krausova ein.

SES-Neuzugang Jack Culkay (8-0-0, 5 KO) hatte wenig Probleme bei seinem Debüt unter dem neuen Banner und besiegte Mikheil Khutsishvili (15-14-3, 5 KO) via TKO im dritten Durchgang. Haxhi Krasniqi (35-2-0, 11 KO) wollte sich in seinem Duell gegen Ben Nsafoah (9-5-2, 4 KO) für größere Aufgaben empfehlen und tat genau das, indem er Nsafoah einstimmig nach Punkten besiegte.

Lokalmatador Tommy Altmann (13-1-1, 4 KO) besiegte Andre Deobald (2-1-2, 2 KO) einstimmig nach Punkten. Der Hallenser 8M-Boxer Marko Angermann (4-7-0, 2 KO) unterlag Dominic Boesel (3-0-0,1 KO) im Eröffnungskampf des Abends auf allen drei Punktrichterzetteln.

SES-Fightnight: Stieglitz vs. Gevor
09. April 2011
Bördelandhalle in Magdeburg, Sachsen-Anhalt


WBO-Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht
Robert Stieglitz bes. Khoren Gevor via DQ in Runde 10    

WBO-, WIBF- und WBF-Weltmeisterschaft im Super-Federgewicht
Ramona Kuehne bes. Arleta Krausova einstimmig nach Punkten (98:92, 98:91, 99:91)   

Vorprogramm
Haxhi Krasniqi bes. Ben Nsafoah einstimmig nach Punkten
Jack Culcay bes. Mikheil Khutsishvili via TKO in Runde 3   
Tommy Altmann bes. Andre Deobald einstimmig nach Punkten   
Dominic Boesel bes. Marko Angermann einstimmig nach Punkten