Ergebnisse

Der gepimpte Outsider Cup

Outsider Cup. Action garantiert. (Fotos: Valentino Kerkhof SportMMA)

Der als „Cage Fight Night 13/ Outsider Cup 30“ betitelte Event vom 16. Juni im Kölner Sportpark war im Nachhinein ein gepimpter Outsider Cup. Gepimpt, da im Hauptkampf der „Cage Fight Night“-Titel im Leichtgewicht auf dem Spiel stand. Showelemente, wie von der Cage Fight Night bekannt, fehlten aber völlig bei der letzten Show des langjährigen deutschen MMA-Veranstalter-Urgesteins Bodo Elsbeck.

Ringgirls, Einmarschmusik, Leinwände, Lichtshow, Scheinwerfer? Fehlanzeige. Elsbeck bleibt sich mit dem Outsider Cup treu als einer der Frontmänner der Veranstalter-Garde, die auf feine Galas und Showelemente getrost pfeift und den Sport in seiner pursten Form darbietet. Für wenig Geld sitzt man ganz vorne und bekommt erstklassige Newcomer-Kämpfe präsentiert.

Nicht weniger, aber auch nicht mehr! So kam es dazu, dass im Hintergrund über den Hallenlautsprecher ständig GEMA-freie Schunkelmusik á la Loveboat – und später Jungle - lief, selbst während die Kämpfer sich im Käfig aufs Härteste duellierten. Weswegen waren wir nochmal hier? Ach ja, wegen der Kämpfe!


Frankreich vs USA 1:0
Der Franzose Mathieu Nast ließ sich von der üblen Musik nicht einlullen und zwang den in Ramstein stationierten US-Amerikaner Daniel Peter in unter einer Minute mit einer Guillotine zur Aufgabe.

Ein seriöser Jungspund
Serious-Fighter-Talent Daniel Gassner sicherte sich unter Anleitung seines Trainer Mario Stapel gegen Jerome Schupp einen einstimmigen Punktsieg. Stapel-Knie? Keine Spur. Gassner überzeugte am Boden.

Krass(oka)
Der Bochumer Neuling Gregor Krasoka schockte den bis dato ungeschlagenen Düsseldorfer Mohamed Grabinski mit einem Erstrunden-Submissionsieg. Acht Monate Verletzungspause nagten deutlich an der Performance Grabinskis. Krasoka wars egal: Nachdem er einem schönen Tritt seines Gegners einstecken musste, machte er den Sack am Boden zu.  

Vollgas, Leerlauf, Vollgas
Planetenfresser Paul Berdikov legte gegen Yusuf Cercis wie die Feuerwehr los und maltraitierte ihn mit sehenswerten Tritten. Dann kam... nichts. Beide zögerten. Gute zweieinhalb Minuten lang. Urplötzlich entsinnte Berdikov sich aber wieder seiner Fähigkeiten: Er klingelte Cercis mit einem Drehtritt an, legte ein eingesprungenes Knie nach und machte den Sack mit Ground and Pound zu.

Das kann ich besser!
Muss Chakir Haj Haddou gedacht haben, als er Berdikovs Kniestoß sah. Und dass dem auch so war, zeigte er wenig später. Haddou gelang es, den Frankfurter Joachim Birkel  mit einem passgenauen linken Haken rücklings taumelnd gegen das Käfiggitter zu schicken und legte einen eingesprungenen Kniestoß nach, der Birkel voll traf und Ringrichter Ronny Egermann wie die Feuerwehr heran rauschen ließ, um den Kampf zu beenden.

Chakir Haj Haddou (r.) mit dem Kampf-entscheidenden Volltreffer.

Muhammad Ali jr. gegen Frankenstein jr.
Alexander Smith von den Gladiators Frankfurt zerlegte Dimitri van den Wittenboer im Stand nach allen Regeln der (Box-)Kunst. Der Bonner Eisenschädel suchte sein Heil wiederholt im Bodenkampf, wo er seinerseits die deutliche Oberhand hatte. Während Smith ihm aber die Gesichtspartie mit seinen Fäusten ordentlich kolorierte und van den Wittenboer mehrmals fast vor dem K.o. hatte, sammelte der Bonner unaufhaltsam  wie Frankenstein Punkte, die ihm den geteilten Punktentscheid sicherten. Nicht unverdient, aber auch nicht unumstritten. Rückkampf, bitte!

Wittenboer (l.) im Duell mit Smith.

Mittlerrolle zwischen Gottheit und den Menschen?
Priester! Richtig. Im Käfig wäre das wohl noch zu viel des Lobes für den Frankfurter Leonard Priester, doch legte er eine sehr überzeugende Vorstellung gegen Yunus Akasti hin, bei der der Newcomer nichts anbrennen ließ, hohes Potential zeigte und mit einem kraftvollen Rear Naked Choke gewann.   
Dauerfeuer
Mario Wittmann sah sich zu Beginn seines Kampfes gegen Adin Hadzimuharemovic unter Druck gesetzt, erinnerte sich aber zügig der guten alten „Feuer mit Feuer bekämpfen“-Methode. Im Clinch setzte Wittmann eine ganze Reihe an harten Kniestößen, verlagerte den Kampf zu Boden und gewann mit einem Triangle Choke.

Mario Wittman (l.) im Vollgas-Modus.

Die Griechen kommen
Mit Griechen-Witzen geizt momentan keiner. Nur dem Franzosen Charly Peduzzi, der sich einem besonders bulligen und fokussierten Exemplar der Hellenen gegenüber sah, ist mittlerweile das Lachen vergangen. Vladimiros Theofanidis kam, sah und siegte. Takedown, Ground and Pound und Jubel in einer Minute. Kali Nichta, monsieur Peduzzi!

Keine Zeit für Jane
Tarzan hat Größeres vor! Anthony „Tarzan“ Adotey schwingt sich lieber von Sieg zu Sieg als von Liane zu Liane. Auch Jane muss zurückstecken, denn der Düsseldorfer Tarzan hatte nichts anderes im Visier als den vakanten „Cage Fight Night“-Leichtgewichtstitel. Gegen den Richard-Wery-Schüler Sébastien Herrmann überzeugte Adotey mit besserer Clinch-Arbeit, mittels der er den Elsässer wiederholt zu Boden brachte.

Adotey (l.) ringt sich zum Sieg.

Dort zeigte sich der Jungspund aber zu wild und wurde sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde mit Punktabzug wegen illegaler Kniestöße belegt, obwohl er beide Runden fast locker dominierte. In Runde drei machte Adotey dann Schluss mit lustig und zwang Herrmann mit einem schönen Armbar zur Aufgabe. Frenetisch feierte der Schüler von Nordi Asrih seinen fünften Sieg in Folge und seinen ersten namhaften Titel.

And your winner is... Tarzan!

Die Video-Interviews unserer Kollegen von GnP-TV sind unter www.gnp-tv.de verfügbar.

Cage Fight Night 13 / Outsider Cup 30
16. Juni 2012
Sportpark, Köln

CFN-Leichtgewichtstitel -70kg
Anthony Adotey (Pride Gym/DE) bes. Sebastien Herrmann (Wery Fighting/FR) via Armbar nach 3:28 in Runde 3

-93kg
Vladimiros Theofanidis (Alligator Rodeo Team/DE) bes. Charly Peduzzi (Wery Fighting/FR) via TKO (Punches) nach 1:00 in Runde 1

-84kg
Mario Wittmann (Planet Eater/DE) bes. Adin Hadzimuharemovic (Gladiators Frankfurt/DE) via Triangle Choke nach 1:15 in Runde 1

-77kg
Leonard Priester (Gladiators Frankfurt/DE) bes. Yunus Akasti (Pride Gym/DE) via Rear Naked Choke nach 3:40 in Runde 1

-84kg
Dimitri van den Wittenboer (Combat Club Bonn/DE) bes. Alexander Smith (Gladiators Frankfurt/DE) geteilt (2-1) nach Punkten nach 3x5 min.

-70kg
Chakir Haj Haddou (Pride Gym/DE) bes. Joachim Birckel (Gladiators Frankfurt/DE) via KO (Flying Knee) nach 1:15 in Runde 1

-77kg
Paul Berdikov (Planet Eater/DE) bes. Yusuf Cercis (X-Fight Herford/DE) via TKO (Ref Stoppage/Flying Knee) nach 4:00 in Runde 1

-77kg
Gregor Krasoka (Subfighter Bochum/DE) bes. Mohamed Grabinski (Pride Gym/DE) via Rear Naked Choke nach 2:15 in Runde 1

-65kg
Daniel Gassner (Serious Fighter/DE) bes. Jerome Schupp (Wery Fighting/FR) einstimmig (3-0) nach Punkten nach 3x5 min.

-65kg
Mathieu Nast (Wery Fighting/FR) def. Daniel Peter (Ramstein MMA/US) via Guillotine Choke nach 0:52 in Runde 1