Ergebnisse

Cut-Abbruch: Arzt stoppt Diaz, Masvidal ist BMF-Champ

Der Kampf um den "BMF"-Gürtel wurde die erwartete Schlacht, jedoch mit unerfreulichem Ende: Eine Cutverletzung über dem rechten Auge von Nate Diaz führte zum vorzeitigen Abbruch des Hauptkampfes von UFC 244. Masvidal kann sich also fortan „Baddest Motherfucker“ schimpfen, sagte Diaz aber sofort einen Rückkampf zu. Im Co-Main-Event setzte sich Darren Till nach Punkten gegen Kelvin Gastelum durch.

Jorge Masvidal fand stark in den Kampf, konnte Diaz schon im ersten Durchgang mit Ellenbogen im Clinch und einem Highkick anklingeln und ihm Cuts über und unter dem rechten Auge verpassen. Der fand daraufhin nicht so recht in den Kampf und tat sich schwer mit den variablen Attacken von Masvidal, der Clincharbeit, Körpertreffer, lange Hände zum Kopf und sogar Takedowns kombinierte und so den Pressure-Stil von Diaz zerstörte. Ab Ende der zweiten Runde kam Diaz allerdings stärker zurück, wurde in einem Scramble am Boden kurz mit einem Heelhook-Ansatz gefährlich und begann im dritten Durchgang auch im Stand besser zu treffen. Gerade als es nochmal spannend – weil ausgeglichener – wurde, war der Kampf dann aber vorüber. Zu Beginn der vierten Runde warf der Ringarzt einen genauen Blick auf die Cuts von Diaz und brach den Fight daraufhin ab. Hollywood-Star The Rock schnallte Masvidal anschließend unter Buhrufen des Publikums den BMF-Titel um. Ein Duell um den regulären Weltergewichtstitel wird für ihn trotzdem erst einmal nicht anstehen, da er und Diaz sich sofort auf einen Rückkampf einigten. Wohl kein Kampfsportfan hätte nach dieser Schlacht wohl etwas daneben.

Till feiert erfolgreiches Mittelgewichtsdebüt
Nach zwei herben Schlappen in Folge hatte sich Darren Till für sein Debüt im Mittelgewicht alles andere als einen leichten Aufbaugegner ausgesucht: Mit Kelvin Gastelum stand er einem Mann gegenüber, der durchaus das Kryptonit für den Liverpooler Striker hätte sein können. Doch der zeigte keine seiner Stärken. Statt sich wie in der Highlight-Schlacht gegen Israel Adesanya im April in den Gegner hineinzuwühlen und Bomben abzufeuern, blieb er auf Distanz, kassierte lange Hände, viele Lowkicks und scheiterte immer wieder an Takedown-Versuchen. Nach drei Runden sahen ihn zwei Punktrichter vorn. Nur einer hatte offenbar einen anderen Kampf geschaut und wertete drei Runden für Gastelum – ein Skandal, der am Endergebnis jedoch nichts ändert. 

Thompson dominiert Luque
Stephen Thompson ist wieder auf bestem Weg zu einem Titelkampf. Nach einer schwierigen ersten Runde, in der er sich immer wieder von Muay-Thai-Ass Vicente Luque am Zaun stellen ließ und dort harte Treffer nehmen musste, besann er sich in den Runden zwei und drei auf seine Stärken, zeigte beeindruckende Beinarbeit und wurde von da ab kaum noch getroffen – traf dafür aber selbst immer besser. Nach drei Runden, in denen er Luque immer wieder gut durchrütteln konnte, hatten ihn drei Punktrichter richtigerweise einstimmig vorne.

Lewis in bestechender Form
Das überarbeitete Kraft- und Konditionsprogramm von Derrick Lewis hat sich ausgezahlt. In einer wahren Materialschlacht gegen den früheren Combat-Sambo-Champion und Fedor-Bezwinger Blagoy Ivanov hatte er hintenraus die meisten Körner – und die besseren Treffer. Selbst gefährlichen Situationen, in denen er sich nach einem Hüftwurf auf dem Rücken wiederfand und gegen einen Americano verteidigen musste, meisterte der ehemalige Titelherausforderer mit Bravour und setzte sich über drei Runden nach Punkten durch. Ein Punktrichter sah Ivanov vorn – trotz eines engen Kampfes eine unverständliche Wertung.

Kevin Lee zurück auf Siegerstraße
Nach drei Niederlagen in den letzten vier Kämpfen brauchte Kevin Lee im Opener der Main-Card – bei seiner Rückkehr ins Leichtgewicht – unbedingt einen Sieg. Vor dem Kampf gegen den ungeschlagenen Gregor Gillespie hatte er sich deshalb ein neues Team gesucht: das Tristar Gym um Firas Zahabi, Georges St. Pierre und Rory MacDonald. Das hat sich gelohnt. Beide Kämpfe hatten aus Respekt vor den Takedowns des jeweils anderen – beide sind erstklassige Ringer – einen sehr tiefen Stand. Das nutzte Lee, „schob“ sich Gillespies Kopf mit einem rechten Haken in Position und fällte den New Yorker Lokalmatador in Runde eins mit einem linken Highkick.

Die kompletten Ergebnisse im Überblick:

UFC 244
2. November 2019
Madison Square Garden, New York City, USA

Hauptprogramm
Jorge Masvidal bes. Nate Diaz via T.K.o. (Cut) in Rd. 4
Darren Till bes. Kelvin Gastelum geteilt nach Punkten
Stephen Thompson bes. Vicente Luque einstimmig nach Punkten
Derrick Lewis bes. Blagoy Ivanov geteilt nach Punkten
Kevin Lee bes. Gregor Gillespie via K.o. (Headkick) in Rd. 1

Vorprogramm
Corey Anderson bes. Johnny Walker via T.K.o. (Schläge) in Rd. 1
Shane Burgos bes.
Makwan Amirkhani via T.K.o. (Schläge) in Rd. 3
Edmen Shahbazyan bes. Brad Tavares via K.o. (Headkick) in Rd. 1
Jairzinho Rozenstruik bes.
Andrei Arlovski via K.o. (Schläge) in Rd. 1
Katlyn Chookagian bes. Jennifer Maia einstimmig nach Punkten
Lyman Good bes. Chance Rencountre via T.K.o. (Schläge) in Rd. 3
Hakeem Dawodu bes. Julio Arce geteilt nach Punkten