Ergebnisse

Bruno Carvalho verteidigt WFC-Titel

Bruno Carvalho

Bei der zehnten Ausgabe der World Freefight Challenge hat Bruno Carvalho am 27. März seinen hervorragenden Lauf aus dem letzten Jahr fortgesetzt. In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana verteidigte er den WFC Mittelgewichtstitel, welchen er im Dezember gewann, gegen seinen brasilianischen Landsmann Vitor Nobrega, den Mittelgewichtschampion der polnischen KSW-Organisation. Entgegen vorheriger Absprache wollten die Polen doch nicht riskieren, dass ihr Gürtel nach Slowenien wechselt, weshalb nur der Titel von Carvalho auf dem Spiel stand.

Nobrega vs. CarvalhoDas erwies sich im Nachhinein als ein kluger Schachzug der Polen, denn Carvalho nahm ihren Champion beinahe mühelos aus dem Kampf. Nach der ersten Schlagkombination von Carvalho brachte Nobrega ihn aus dem Clinch heraus auf den Boden. Es war schon von vornherein klar, dass der Wahl-Portugiese den Standkampf meiden würde. Nachdem er die Guard von Carvalho nicht passieren konnte, holte der souveräne englische Ringrichter Grant Waterman die Kämpfer wieder auf die Beine.

Carvalho trieb Nobrega mit einzelnen Schlägen vor sich her, der antwortete mit Jabs zum Körper. Nach einem harten Lowkick von Carvalho schien Nobrega etwas verunsichert. Der BJJ- und Judo-Schwarzgurt ließ eine Schlagkombination folgen, woraufhin Nobrega den Rückwärtsgang einlegte. Dadurch war er genau in Reichweite für die schöne rechte Gerade, mit der Carvalho den Herausforderer niederschlug. Carvalho setzte auf dem Boden mit Schlägen und Kniestößen nach, bis der Ringrichter einschritt und den Kampf beendete. Das war der sechste Sieg in Folge für Carvalho, der sich langsam aber sicher dabei ist, sich für ein Duell mit einem Mitglied der European Top Ten zu empfehlen.

Gerald TurekWeniger erfolgreich gestaltete sich die Rückkehr von Andreas Kraniotakes nach Slowenien. Bei seinem internationalen Debüt im Dezember bei WFC 9 besiegte „Big Daddy“ noch den Österreicher Nandor Guelmino durch TKO in der ersten Runde. Am vergangenen Samstag stand er nun Guelminos Freund und Trainingspartner Gerald „Geri“ Turek gegenüber – ein Schwergewichtsduell, das die begeisterten Fans in der Hala Tivoli mit großer Spannung erwartet hatten.

Kraniotakes begann den Kampf mit einer Schlagkombination, woraufhin Turek zurückwich. Die deutsche Nr. 2 im Schwergewicht setzte zum eingesprungenen Kniestoß an, wurde aber noch in der Luft von Turek mit einer krachenden Rechten abgefangen. Kraniotakes fiel auf die Matte und Turek ließ eine schnelle Schlagsalve folgen. Einer der Schläge knockte Kraniotakes nach nur zehn Sekunden Kampfzeit aus.

Der slowenische Publikumsliebling Marko Drmonjic feierte gegen den Kroaten Mario Valentic erstmals in seiner Karriere den zweiten Sieg in Folge. Nachdem er den Brasilianer Alan Carlos im Dezember überraschend bezwang, schlug er nun auch Valentic einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28). Zahlreiche Takedowns waren der Schlüssel zu seinem Erfolg. Valentic kam zwar jedes Mal in die Guard, aber weder mit der Rubber Guard noch mit zwei Versuchen zum Guillotine Choke konnte er das Ground and Pound von Drmonjic stoppen. In der dritten Runde bekam Valentic kurzzeitig noch einmal Oberwasser. Seine Kicks und sein heftiges Ground and Pound richteten zwar Schaden an, aber zu der Zeit war der Kampf auch schon gelaufen.

Aleksandar RadosavljevicIm zweiten von drei Kämpfen unter dem Motto „WFC vs. KSW“ glänzte der Serbe Aleksandar Radosavljevic mit der wahrscheinlich besten Leistung seiner Karriere. Zwei Runden genügten ihm, um den zähen Polen Antoni Chmielewski auseinander zu nehmen. Dabei fing es gut an für Chmielewski. Er setzte zum Takedown an, wurde abgewehrt und ging zu einem Fußhebel über. „Rodja“ befreite sich, nur um Sekunden danach wieder in einem Fußhebel zu landen. Ein paar Schläge später befand sich Radosavljevic in der Oberlage und kontrollierte die Positionen. Zurück im Stand tauschen beide Schläge und Lowkicks aus, wobei Radosavljevic die besseren Treffer erzielte.

Die zweite Runde begann mit einem geblockten Highkick von Chmielewski, der danach zum Takedown runtertauchte. Radosavljevic setzte zum Reversal an und landete in der Oberlage. Er bearbeitete Chmielewski mit brutalem Ground and Pound. Der blutverschmierte Pole rettete sich, indem er unter den Seilen aus dem Ring rutschte. Nach einem Punktabzug ging es im Stand weiter. Radosavljevic feuerte eine Schlagkombination nach der anderen ab und traf Chmielewski nach Belieben. Chmielewski konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und bekam weiter die Fäuste Radosavljevics zu spüren. Nach einem Niederschlag hatte der Ringrichter Erbarmen mit Chmielewski und brach den Kampf ab.

Für den zweiten slowenischen Lokalmatador, Edvin Ramdedovic, lief es nicht so gut wie für seinen Teamkollegen Marko Drmonjic. Der bis dato ungeschlagene Kämpfer wurde vom Bulgaren Ivan Ivanov auf der Matte deklassiert. Ivanov zögerte zu Beginn kein bisschen und verlagerte das Geschehen blitzschnell auf den Boden. Er passierte Ramdedovics Guard und ging in die Sidecontrol über. Aus der Kruzifixposition brachte er einige Schläge an. Ramdedovic rettete sich in die Guard zurück, aber Ivanov passierte abermals und landete in der Mountposition. Von dort aus setzte er einen Armhebel an. Ramdedovic gelang der Escape, doch Ivanov nahm ihn in den Toe Hold. Vor heimischem Publikum wollte Ramdedovic nicht aufgeben, aber sein Fußgelenk war auf unnatürliche Weise verbogen, weswegen der Ringrichter einschritt und den Kampf stoppte.

Gorski in der Guillotine von MusardoDen besten Kampf des Abends lieferten sich zweifellos der KSW Weltergewichtschampion Maciej Gorski und der Italo-Schweizer Ivan Musardo vom Frota-Team in Zürich. Musardo ließ dem Polen in der ersten Runde keine Chance und dominierte ihn im Stand und auf dem Boden. Mit hartem Ground and Pound und vielen Positionswechseln machte Musardo seinem Gegner das Leben schwer. Er hatte Gorski in der Halfguard aus der Oberlage in einem engen Guillotine Choke und es sah so aus, als hätte Gorski sogar kurz abgeklopft. Doch der Ringrichter bemerkte nichts und so hatte Gorski noch die Chance, sich zu befreien.

In Runde zwei fand Gorski besser in den Kampf. Er wich den rechten Schwingern von Musardo aus und brachte seinerseits Schläge aus dem Thaiclinch, einen Highkick und Kniestöße an. Musardo wendete das Blatt wieder, indem er Gorski mit einem Double Leg Takedown zu Boden brachte, stehend Ground and Pound hageln ließ, anschließend seine Guard passierte und in die Mountposition überging. Gorski holte sich die Halfguard zurück und stand wieder auf. Nach einem Niederschlag beendete er den Durchgang mit Ground and Pound aus der Guard.

Musardo blieb trotz einer stark blutenden und gebrochenen Nase, die er sich in der zweiten Runde zugezogen hatte, weiter im Kampf, doch seine Kräfte schienen immer mehr zu schwinden. Gorski dominierte Runde drei im Stand, er kam häufig mit seinem Jab durch und machte im Schlagabtausch die bessere Figur. Musardo befand sich weitestgehend in der Defensive und wurde nur noch ab und zu mit seinem rechten Schwinger gefährlich. Nach 15 spannenden Minuten werteten schließlich alle drei Punktrichter den knappen Kampf 29:28 für Gorski.

Dragan Tesanovic, neben Aleksandar Radosavljevic eines von Serbiens am meisten versprechenden Talenten, stellte sich im Eröffnungskampf dem Österreicher Markus Di Gallo. Tesanovic und Di Gallo lieferten sich eine sehr ausgeglichene erste Runde, es gab Takedowns und Ground and Pound auf beiden Seiten. Im zweiten Durchgang brachte Di Gallo seinen Gegner wieder auf den Boden und setzte ihm mit Ground and Pound aus der Halfguard zu. Zurück im Stand brachte Tesanovic einen Kniestoß an und fügte Di Gallo mit ein paar Schlägen einen Cut zu. Kurze Zeit später schlug er Di Gallo mit einer Schlagkombination nieder, woraufhin der Ringrichter den Kampf beendete. Somit ist Tesanovic auch in seinem sechsten Kampf noch ohne Niederlage.

Fabjan vs. BudimirIm Hauptkampf stellte der slowenische K-1-Star und WFC Mittelgewichtschampion Miran Fabjan wieder einmal unter Beweis, warum er zurecht zu den besten Standkämpfern seines Landes zählt. Gegen seinen Landsmann Ivan Budimir ging es auch um Fabjans Gürtel, den er wie ein wahrer Champion verteidigte. Gleich in der ersten Runde setzte Fabjan dem Herausforderer mit Kicks und Kniestößen zum Körper zu. Außer einem Drehkick, der sein Ziel deutlich verfehlte, war von Budimir nicht viel zu sehen. Mit einem Kniestoß sorgte Fabjan für den ersten Niederschlag in diesem Titelkampf. Budimir kam zwar wieder auf die Beine, musste anschließend jedoch einen Schlaghagel an den Ringseilen über sich ergehen lassen.

Auch in der zweiten Runde änderte sich nichts an der Dominanz von Fabjan. Nach einem Kniestoß folgte eine weitere Schlagsalve. Es ging in den Clinch, aber Fabjan befreite sich und brachte drei gute Kopftreffer an. Budimir taumelte, versuchte wieder seinen Drehkick und plumpste auf den Boden. Er stand wieder auf, nur um kurze Zeit später erneut niedergeschlagen zu werden. Irgendwie rettete sich Budimir bis zum Schluss der zweiten Runde. In der Rundenpause gab er jedoch auf und so triumphierte Fabjan einmal mehr im Ring der WFC.

In einem weiteren Kampf nach K-1-Regeln setzte sich der Bosnier Muamer Tufekcic gegen den Serben Lazar Tomic souverän via TKO durch. In den ersten beiden Runden erwies sich Tufekcic als der variablere Kämpfer, er attackierte mit zahlreichen Kicks zum Kopf und Körper und vernachlässigte auch nicht seine Schlagkombinationen. In der dritten Runde schlug Tufekcic Tomic mit einer Rechten nieder. Tomic wurde angezählt und anschließend vom Ringrichter aus dem Kampf genommen.

WFC 10 – Night of Champions
27. März 2010
Hala Tivoli in Ljubljana, Slowenien


WFC Mittelgewichtstitelkampf [K-1]

Miran Fabjan (c) bes. Ivan Budimir via Aufgabe in Rd. 2

WFC Mittelgewichtstitelkampf
Bruno Carvalho (c) bes. Vitor Nobrega via TKO nach 4:32 in Rd. 1

Gerald Turek bes. Andreas Kraniotakes via KO nach 0:10 in Rd. 1
Marko Drmonjic bes. Mario Valentic nach Punkten (einstimmig)
Muamer Tufekcic bes. Lazar Tomic via TKO in Rd. 3 [K-1]
Aleksandar Radosavljevic bes. Antoni Chmielewski via TKO nach 3:05 in Rd. 2
Ivan Ivanov bes. Edvin Ramdedovic via Toe Hold in Rd. 1
Maciej Gorski bes. Ivan Musardo nach Punkten (einstimmig)
Dragan Tesanovic bes. Markus Di Gallo via TKO nach 3:43 in Rd. 2