Ergebnisse

Brähmer am Ziel

Eine Karriere wie sie ganz selten ist, hat noch einmal einen Höhepunkt erlebt. Jürgen Brähmer war in seiner Karriere schon alles. Er hat die Höhen und die Tiefen des Geschäfts erlebt. Einst als Jahrhundertalent gefeiert, zerstörte er sich seine Karriere durch sein Privatleben. Im Herbst seiner Karriere gelang ihm nun noch einmal der große Wurf. In seiner Heimat Neubrandenburg holte er sich einen Sieg gegen Marcus Oliveira und sicherte sich damit den Gürtel der WBA.

Was wurde nicht alles schon über ihn geschrieben? Brähmer ist das Entfant Terrible des deutschen Boxens. Ein Mann mit einem außergewöhnlichen Talent und einer Tendenz, falsche Entscheidungen zu treffen. Von 2009 bis 2011 war er schon einmal Weltmeister. Dann gab es viele Schlagzeilen. Gesundheitsbeschwerden, Probleme mit dem Gesetz, fehlendes Geld des Promoters.

Brähmer wechselte zu Sauerland und trainierte wieder mit seinem alten Amateurtrainer Karsten Röwer zusammen. Danach lief seine Karriere wieder. Der krönende Abschluss dieses neuen Modells ist der Sieg gegen Marcus Oliveira.

Bevor das Duell starten konnte, sorgte Paradiesvogel Don King erstmal für einen Eklat. Er wollte, dass sein Schützling nach dem deutschen Boxer in den Ring kommt. Nach 15 Minuten einigte man sich und der 35-jährige Schweriner Brähmer betrat als erstes den Ring.

In einem taktisch geführten Kampf war es Jürgen Brähmer, der besser ins Geschehen fand. Mit seiner Führhand und seinen berüchtigten Körpertreffern setzte er dem Amerikaner zu, der allerdings mit der Zeit mehr die Nähe zum neuen Weltmeister suchte. Im Infight gelangen ihm immer wieder Wirkungstreffer.

Im Verlauf der zehnten Runde gelang Brähmer der einzige Niederschlag des Gefechts. Mit einer linken Geraden sorgte er dafür, dass Oliveira angezählt werden musste. Am Ende mussten die Punktrichter entscheiden, die sich einstimmig für den neuen WBA-Weltmeister Jürgen Brähmer aussprachen.

Im zweiten Hauptkampf des Abends gelang Jack Culcay-Keth ein ungefährdeter Punktsieg. Unter seinem neuen Trainer Gary Logan versuchte der ehemalige Amateurweltmeister das Duell schnell zu seinen Gunsten zu entscheiden. Seinem Gegner Dieudonne Belinga gelang es allerdings, die Zukunftshoffnung des Sauerland-Stalls immer wieder zu testen. Dieser zeigte noch starke Schwächen über den Kampfverlauf hinweg.

Kubrat Pulev ist der Herausforderer von Wladimir Klitschko. Da der Kampf aber noch nicht in Sicht ist, wollte er gegen Joey Abell sein Können unter Beweis stellen. Pulev gelang dies auch ganz gut. Der Bulgare schwächte seinen amerikanischen Gegner mit gut gezielten Körpertreffern, die Abell im Kampfverlauf vier Mal zu Boden sinken ließen, bis er in der Pause zur fünften Runde aufgab. Pulev selber musste aber auch zu Boden und wurde erstmals in seiner Karriere angezählt.

Dominik Britsch wurde einst als Nachfolger von Henry Maske angesehen. Seine Leistungen, Aussehen und Kampfstil ließen diesen Eindruck entstehen. Seit einiger Zeit läuft es aber in seiner Karriere gar nicht mehr. Gegen Soufiene Ouerghi wollte er triumphal zurückkehren. Das Ergebnis sah allerdings anders aus. Bereits in der ersten Runde wurde er zweimal zu Boden geschickt und fand erst zur zweiten Kampfhälfte wieder in das Duell. Am Ende sprang ein äußerst umstrittener Punktsieg für Britsch heraus, der von den Fans dafür aber nicht gefeiert wurde.

Die beiden Röwer-Talente Tyron Zeuge und Enrico Kölling werden weiterhin behutsam aufgebaut und verbessern sich von Kampf zu Kampf. Am Wochenende gelang beiden ihr nächster Sieg auf dem Weg zu höheren Aufgaben.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Brähmer vs. Oliveira
14. Dezember 2013
Jahnsportforum, Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

WBA-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht
Jürgen Brähmer bes. Marcus Oliveira einstimmig nach Punkten

WBA Inter-Continental Titel im Halbmittelgewicht
Jack Culcay bes. Dieudonne Belinga einstimmig nach Punkten

IBF International Schwergewicht Titel
Kubrat Pulev bes. Joey Abell via T.K.o. in Rd. 4

Tyron Zeuge bes. Alessio Furlan via T.K.o. in Rd. 5
Dominik Britsch bes. Soufiene Ouerghi nach Punkten (Mehrheitsentscheid)
Enrico Kölling bes. Tomas Adamek einstimmig nach Punkten