Ergebnisse

Bittere Boxnacht in Stuttgart

Es war eine bittere Boxnacht in Stuttgart, am vergangenen Samstag. Die vorerst letzte Übertragung einer Universum Champions Night im Zweiten Deutschen Fernsehen sollte noch einmal zwei Kracher in den Hauptkämpfen bieten. Am Ende war es jedoch alles andere als unterhaltsam für die Zuschauer, sondern vielmehr traurig und schockierend.

Traurig, weil WBC-/WBO-/WIBF Championesse Ina Menzer ihre Gürtel an Herausforderin Jeannine Garside abgeben musste. Schockierend, weil Firat Arslan in der erlften Runde seines WM-Kampfes gegen Steve Herelius plötzlich ohne Fremdeinwirkung zusammenbrach und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Nachdem Arslan die ersten Runde abgeben musste schien er ab der Mitte der Distanz den Kampf zu machen. Er arbeitete aus der Doppeldeckung heraus, war aktiver, scheuchte Herelius durch den Ring. In Runde elf schließlich der Schock: Arslan taumelte, ließ die Hände sinken, wollte zur Pause in die falsche Ecke. Trainer Michael Timm brach den Kampf ab. Arslan saß konsterniert in seiner Ecke, weder Zuschauer, noch Kommentatoren oder der Trainerstab Arslans wussten was los ist. Schließlich trug man den Boxer mit einer Trage aus der Halle. Die Diagnose war lange unklar. Von Kreislaufkollaps bis zur Gehirnerschütterung wurden verschiedenste Vermutungen angestellt.

"Obwohl er vorher zwei  Liter Wasser in der Kabine getrunken hatte, war Firat durch die Kraftanstrengung vollkommen dehydriert“, so Universum-Arzt Dr. Michael Ehnert. „Durch den erheblichen Flüssigkeits- und Mineralverlust erlittet Firat einen Kreislaufzusammenbruch.  Noch im Krankenwagen wurden 4 Liter mineralische Flüssigkeit intravenös zugeführt. Dadurch konnte sein Kreislauf stabilisiert werden, eine Beatmung war nicht erforderlich, und er war noch vor Eintreffen im Krankenhaus wieder völlig klar.  Zur Sicherheit wurde dort eine Computertomografie des Gehirns zum Ausschluss von Verletzungen durchgeführt. Diese zeigte keinerlei  Auffälligkeiten. Obwohl er sich schon deutlich besser fühlte, rieten wir Firat zwecks besserer weiterer Überwachung, eine Nacht im Katharienenhospital zu bleiben."

Der neue Weltmeister im Cruisergewicht nach Version der WBA heißt nun Steve Herelius. Arslan geht es im Übrigen schon wieder besser. Ob der 39-Jährige nach nun zwei großen Niederlagen in Folge wieder in den Ring zurückkehren wird, ist allerdings fraglich. Er will nach eigenen Worten eine Revanche – doch ob Promoter Kohl da mitspielt, bleibt abzuwarten.

Ina Menzer verlor im zweiten Hauptkampf des Abends ihre drei Weltmeistergürtel an Jeannine Garside. Menzer war scheinbar nicht gekommen um zu kämpfen und wurde im Grunde den kompletten Kampf über regelrecht verprügelt. Garside war aggressiv und dominant, ihre Rechte fand immer wieder ihren Weg durch Menzers Deckung. Als Menzer bemerkte, dass ein Punktsieg nicht mehr möglich war, suchte sie den KO, wurde dadurch aber noch offener und nahm noch härtere Hände. Die Punktrichter werteten schließlich 92:98, 94:96, 94:96 für die neue WIBF-, WBC- und WBO-Weltmeisterin Jeannine Garside. Menzer entschuldigte sich im Nachgang bei den Zuschauern. Ein Rückkampf ist laut Promoter Klaus-Peter Kohl bereits in Planung.

In den Vorkämpfen konnten sich wie erwartet Matt Zegan, Jack Culcay, Rachim Tschachkijew durchsetzen. Allesamt hatten limitierte Aufbaugegner und gewannen jeweils nach Punkten.

Universum Champions Night
03. Juli 2010
Porsche-Arena in Stuttgart, Baden-Württemberg


WBC-/WBO-/WIBF-Weltmeisterschaft Federgewicht
Jeannine Garside bes. Ina Menzer nach Punkten (92:98, 94:96, 94:96)

WBA-Interim-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht
Steve Herelius bes. Firat Arslan via TKO (Abbruch durch Trainer) in Runde 12, 0:00

Vorkämpfe
Rachim Tschachkijew bes. Lukasz Rusiewicz nach Punkten (60:54, 60:55, 60:54)
Jack Culcay bes. Omar Siala nach Punkten (60:54, 60:54, 60:54)
Matt Zegan bes. Araik Sachbazjan nach Punkten (79:73, 77:75, 77:76)