Ergebnisse

Bericht: Evil Fight Night 1

Hamburger Fighter erfolgreich vor heimischer Kulisse. Hier: Gökalp Özekler trifft Cagri Ermis.

Die EC Boxpromotion und Dany Knoch, Headcoach vom Hanse Gym, luden am 23. Oktober zur 1. Evil Fight Night in die Ree Location in Hamburg. Das Format bestand aus einem Mix aus Box- und K-1-Kämpfen, wobei das Boxen vom BDB, dass K-1 von der IKBO ausgerichtet wurde.

Die 600 Sitzplätze waren schon zwei Wochen vor Beginn der Veranstaltung ausverkauft. Probleme gab es nur bei der Kartenabholung, aber das wird beim nächsten Event wohl behoben werden. Was nicht nur ägerlich für das Publikum, sondern auch für den Veranstalter ist, ist das Fehlen von adäquaten Ersatzgegnern. Auf den letzten Drücker einen passenden Kämpfer zu finden ist sehr schwer. Also kauft man dann schon manchmal eine Wundertüte ein.
Für den Veranstalter ärgerlicher, weil er, ganz egal was für eine Leistung erbracht wurde, die volle Gage zahlen muss und die ist im Profiboxen im Verhältnis zur Leistung sehr hoch.

Hier nun der Bericht zu den einzelnen Kämpfen:

Hanse Gym-Kämpfer Yassin Al Amin traf im Opener mit Jabs und Kicks. Vereinzelt kam auch das Knie durch. Der Däne Sherling wurde klassisch ausgepunktet. Sieger nach Punkten: Yassin Al Amin

Im nächsten Fight schien der Däne Morten Lundt nicht wirklich Lust zum Kämpfen zu haben. Er monierte andauernd Regelwidrigkeiten, wo keine waren und Nehmerqualitäten schien er auch keine zu haben. Dementsprechend das Ergebnis:
Sieger via KO in Runde 2: Kai Werner

Im nächsten Duell zwischen Dänemark und Hamburg punktete der Hamburger Taner Tatar mit Knien, Fäusten und Highkicks. Er bewegte sich mehr und arbeitete aktiver als sein Dänischer Kontrahent und sicherte sich so den Punktsieg. Sieger nach Punkten: Taner Tatar

Beide Kämpfer standen schon einmal gemeinsam im Ring, wobei sich Knoch unglücklich die Schulter auskugelte. Nun der Rückkampf. Sachs, der mittlerweile ziemlich fleißig war und schon zig Titel eingefahren hat (WM-Titel, etc.) und eigentlich dauernd am Kämpfen ist, gegen Hanse Gym-Headcoach Knoch, der die letzten Jahre damit verbracht hat, Veranstaltungen zu organisieren und seine Kämpfer fortzubilden. Hatte er dadurch Ringrost angesetzt? Nun, wie wir gesehen haben: Nein.

Dany Knochs In-Ring-Comeback gegen Lorand Sachs.

Er kombinierte zwar nicht, aber punktete mit gezielten Einzelaktionen. Die ganze Palette an Techniken wurde angefeuert: Körperhaken zur Leber, oder zur Milz, Innen- und Aussen-Lowkicks, Führhände, Schlaghände oder auch mal einen Aufwärtshaken. Nicht zu vergessen das Knie. Ganz egal, was er Sachs entgegenbrachte, der marschierte immer weiter vorwärts und schoss Kombinationen heraus, die zwar meist in der Deckung landeten, ihm aber ein unwahrscheinliches Kämpferherz bescheinigten. Dennoch reichte es nicht für den Punktsieg. Sieger nach Punkten: Dany Knoch

Im Kampf zwischen Latif Özbeck und Peter Jepsen attackierte der Däne mit Lowkicks. Özbeck antwortete mit Inside-Lowkicks und linken Haken. Auch einen schönen Back-Kick konnte er landen. In Runde zwei traf er mit Low- und High-Kicks.
In der Dritten stellt er den dänischen Bronzemedaillengewinner schließlich mit brutalen Schlägen in der Ecke, der aber bewies Herz und gab den Kampf nicht auf.  
Sieger nach Punkten: Latif Özbeck

Latif Özbeck in Action.

Taloo war als Vertretung für Muhareb angetreten, den noch viele Hamburger von "Get in the Ring" kennen. Leider hatte sich der Däne den Fuß gebrochen, also musste Ersatz her. Taloo wollte unbedingt gegen Schneidmiller kämpfen und nahm die Auseinandersetzung sehr ernst – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er schließlich mit ihm im Ring stand. Er war sehr verhalten und zeigte keinerlei Risikobereitschaft. Nach kurzen Abtasten schlug Schneidmiller ihn mit einem Superman-Punch nieder und beendete so den Fight. Schneidmiller gab bekannt, dass er in Zukunft auch Profi-Boxkämpfe bestreiten wird. Sieger via TKO in Runde 1: Denis Schneidmiller

Ebenfalls im Boxen versuchte sich Marco Aschenbrenner. Dessen Gegner Rusit Sevim boxte in Rechtsauslage und mit allen erdenklichen dreckigen Tricks.
Alles war dabei: er schubste, clinchte, hatte den Kopf zu Tief oder stürmte damit nach vorne. Als Zuschauer war man ganz, als Aschenbrenner den Fight mit Körpertreffen beendete. Sieger via TKO in Runde 3: Marco Aschenbrenner

Es ging weiter mit Boxen. Gregor Soszynski, vom Team Evil, sah aus wie ein Mens-Health-Cover gegen Frank Katy Roth, der keinen normalen Fitness-Check bestanden hätte. Unterschiedlicher hätte es kaum sein können. Natürlich sah das Ganze nach Aufbaukampf aus, wobei man das Wort Kampf eigentlich weglassen müsste. Roth war als Ersatzkämpfer eingesprungen, zu diesem Thema wurde ja bereits im Vorwort etwas gesagt. Sieger via Aufgabe in Runde 3: Gregor Soszynski

Im nächsten Boxkampf attackierte Michael Wallisch mit sauberen harten Schlägen, bis Gegner Serdar Uysal nach Körpertreffern angezählt wurde. Danach wiederholte sich das gleiche Spiel wieder und wieder. Sieger via TKO in Runde 3: Michael Wallisch

Als nächste wartete eine Begegnung zwischen Polen und Montenegro. Pedrag Radosevic bewegte sich mehr, aber Pole Mariucz Biskupski konnte mithalten.
Beide zeigten schönes Boxen. Biskupski attackierte mit gefährlichen linken Haken.
Radosevic setzte viele Akzente, schlug saubere Aufwärtshaken und sicherte sich den Punktsieg. Sieger nach Punkten: Pedrag Radosevic

Cagri Ermis und Gökalp Özekler zeigten beide Boxen vom feinsten. Gökalp kam mit einer schönen Rechten durch. Cagri traf mit Aufwärtshaken, Haken, Körpertreffern etc. Cagri bestimmte den Kampf, bewegte sich mehr und boxte variabler. Ab Runde sechs war es dann Gökalp, der brachiale Schläge zum Körper des Wuppertalers anbrachte und das Blatt damit wendete. Dennoch sollte es für Cagri zu einem Punktsieg reichen, oder? Nein. Der Punktrichter (Singular – es gab tatsächlich nur einen) wertete für Gökalp.

Es ist unverständlich, dass ein professioneller Boxverband mit nur einem einzigen Punktrichter erscheint. Somit hatte dieser wirklich schöne Kampf einen bitteren Nachgeschmack, was beim Publikum wieder die üblichen Box-Mafia-Verschwörungstheorien aufkommen lies. Sieger nach Punkten: Gökalp Özekler

Evil Fight Night 1
23. Oktober 2010
Ree Location in Hamburg


K-1 2x2 Min bis 79,82 Kg
Yassin Al Amin (Hanse Gym) bes. Nicolej Sherling (Mikenta Kopenhagen) nach Punkten

K-1 2x2 Min bis 100 Kg
Kai Werner (Mosan/Team Hanse Gym) bes. Morten Lundt (Mikenta Kopenhagen) via KO in Rd. 2

K-1 3x2 Min bis 76,57 Kg
Taner Tatar (Hanse Gym) bes. David Hansen (Mikenta Dänemark) nach Punkten

K-1 3x3 Min bis 76,57 Kg
Dany Knoch (Hanse Gym) bes. Lorand Sachs (Galaxy Gym) nach Punkten

K-1 3x3 Min bis 72,57 Kg
Latif Özbeck (Hanse Gym) bes. Peter Jepsen (Mikenta Kopenhagen) nach Punkten

K-1 3x3 Min bis 71 Kg
Denis Schneidmiller (Hanse Gym) bes. Aras Taloo (GFG Ahlen Gym) via TKO in Rd. 1

Boxen 4x3 Min bis 82,5 Kg
Marco Aschenbrenner (Hanse Gym) bes. Rusit Sevim (Punch Up) via TKO in Rd. 3

Boxen 6x3 Min bis 82,5 Kg
Gregor Soszynski (Team Evil) bes. Frank Katy Roth (Punch Up) via Aufgabe in Rd. 3

Boxen 6x3 Min bis 105 Kg
Michael Wallisch (Team Evil) bes. Serdar Uysal (Punch Up) via TKO in Runde 3

Boxen 6x3 Min bis 72,57 Kg

Pedrag Radosevic (Montenegro) bes. Mariucz Biskupski (Polen) nach Punkten

Boxen 8x3 Min bis 72,57 Kg
Gökalp Özekler (Team Evil) bes. Cagri Ermis (Fight Club Wuppertal) nach Punkten