Ergebnisse

Bericht: 3. Merseburger Fight Night

Alle Fotos (c) Mark Bergmann (GroundandPound.de).

Am 29. August fand in der Spergauer Jahrhunderthalle die 3. Merseburger Fight Night statt. GroundandPound.de war live vor Ort – hier der ausführliche Bericht zu Show.

Das 8-Mann K-1-Turnier

Die acht Teilnehmer des Turniers wurden in in zwei Gruppen untergebracht, von denen jeweils die Gruppensieger ermittelt wurden, welche dann im Finale gegeneinander antreten sollten.

Den ersten Kampf der Gruppe A bestritten Mahmut Yesilat und der Thüringer Thomas Neugebauer. Für Neugebauer lief es schlecht. Nach nur wenigen Sekunden wurde er von einer Rechten Yesilats zu Boden gestreckt und angezählt. Er machte weiter, doch Yesilat setzte sofort nach, bis die Ecke Neugebauers das Handtuch warf. Nach nur gut einer Minute stand Yesilat somit im Halbfinale des Turniers.

Yesilat streckte Neugebauer nieder.

Im zweiten Fight der A-Gruppe konnte sich das Magdeburger Thaibox-Urgestein Sascha Poppendieck gegen Alban Ahmeti nach Punkten durchsetzen. Ahmeti fand recht langsam in den Kampf. Poppendieck verhinderte einen guten Aufbau mit harten und schnellen Lowkicks, die er später mit Schlagkombinationen variierte. In Runde zwei wurde Ahmeti schließlich aggressiver, konnte den Magdeburger sogar mit einem Knie zu Boden bringen. Der Referee und Poppendieck selbst signalisierten allerdings, dass dies kein Wirkungstreffer war und somit auch kein Anzählen nötig sei. Der La Onda-Chef wirkte daraufhin dennoch geschwächt, musste einige harte Treffer nehmen – teilte aber seinerseits auch aus. Die dritte Runde begann recht ausgeglichen, gegen Ende lagen die klaren Treffer aber deutlich bei Poppendieck, der somit verdient ins Halbfinale einzog.

Poppendiecks Lowkicks und Schlagkombos entschieden den Kampf.

Den ersten Kampf der Gruppe B bestritten der Bulgare Dimitar Iliev und Holländer Boy Boy Martin. Iliev agierte von Beginn an aggressiv, wirkte etwas zu aufgedreht. Martin landete recht früh einen Highkick, der den Bulgaren zu Boden beförderte. Der beteuerte entschieden, dass er OK sei, wurde aber dennoch vom Referee angezählt. Auch in Runde zwei wirkte Martin abgeklärter, versuchte wieder und wieder den Highkick zu treffen. Der Kampf wurde wilder und beide konnten klare Treffer setzen. Auch in Runde drei versuchte der Holländer einige Highkicks, traf nicht, punktete aber mit harten Lowkicks. Unverständlicherweise entschied das Punktgericht anschließend auf ein Unentschieden, so dass beide Kämpfer noch zu einer Extrarunde antreten mussten. Diese entschied Martin jedoch deutlich für sich und zog ins Halbfinale ein.

Der Highkick streckte den Bulgaren zu Boden.

Auch der zweite Kampf in Gruppe B endete recht kontrovers. So konnte der Hallenser Kickboxer Jan Reiman den Mannheimer Thaiboxer Priest West nach Punkten besiegen. Das Ergebniss wirkte jedoch nicht nur auf West selbst recht fragwürdig. Reimann punktete in Runde eins mit vielen Front- und Sidekicks, während West den Oberschenkel des Hallensers mit Lowkicks attackierte. Reimann war boxerisch stärker, schlug jedoch viel auf die Deckung. West nutzte seine Vorteile und attackierte auch in Runde zwei mit unzähligen Kniestößen und vor allem Lowkicks, die begannen, ihre Wirkung zu zeigen. Reimann wurde zusehends langsamer auf den Beinen, boxte aber dennoch gut mit, so dass die dritte Runde eine recht ausgeglichene wurde. Ob es jedoch für einen Punktsieg reichte ist fraglich – aber so ist das eben im Kampfsport.

Unzufrieden mit dem Ergebnis: Priest West.

Im Reservekampf konnte sich Dardan Morina gegen den Thüringer Daniel Zeuner durchsetzen. Im Verlauf des Kampfes kassierte Morina drei Tieftritte. Zeuner wirkte abwesend, konnte seine sonst durchweg sehenswerte Leistung offenbar nicht abrufen. Morina war über drei Runden der aggressivere, hatte die klareren Treffer. Somit siegte er verdient nach Punkten.

Das Halbfinale der Gruppe A, zwischen Sascha Poppendieck und Mahmut Yesilat, begann etwas verhalten. Beide hatten wohl Respekt voreinander. Poppendieck glänzte wieder mit lehrbuchreifen Lowkicks und einem eingesprungenen Knie. Yesilat drehte zum Ende der Runde eins seinerseits mit guten Schlag-Kick-Kombinationen auf. In Runde zwei konnte der Magdeburger seinen Gegner zu Beginn einige Male mit guten Schlagkombinationen auskontern. Vor allem der Aufwärtshaken erwies sich hier als gute Waffe. Beide teilten harte Treffer aus. In Runde drei war Yesilat von diesen Treffern bereit schwer gezeichnet, schien sich im „Survival Mode“ zu befinden. Auch die harten Lowkicks Poppendiecks zeigten mehr und mehr Wirkung. Nach drei hart umkämpften Runden hieß der Sieger daher Sascha Poppendieck, der damit im Finale des Turniers stand.

Flying Knee von Poppendieck.

Das Halbfinale der Gruppe B war ein kürzeres, jedoch nicht weniger hart umkämpft. Jan Reimanss bereits angeschlagene Oberschenkel wurden vom Holländer Boy Boy Martin weiter mit Lowkicks malträtiert, sodass dieser sogar zeitweise die Auslage wechselte. Die nun eingeschränkte Beweglichkeit des Hallensers nutzte Martin für ein eingesprungenes Knie. Reimann wurde angezählt, bewies aber Kämpferherz und machte sichtlich angeschlagen weiter. Der Holländer setzte gnadenlos nach. Reimann schaffte es in die Pause, trat zur zweiten Runde jedoch nicht mehr an. Der zweite Finalist war damit Boy Boy Martin.

Das Knie, das den Kampf beendete.

Zum heiß ersehnten – und sicher auch hochattraktiven – Finale Poppendieck vs. Martin kam es jedoch leider nicht. Der Magdeburger La Onda-Mastermind kam stattdessen mit Mikrofon bewaffnet zum Ring und entschuldigte sich beim anwesenden Publikum. Eine Knieverletzung zwinge ihn zur Aufgabe. Dardan Morina, der Gewinner des Reservekampfes, kam jedoch auch nicht ins Spiel – so dass der Gewinner des K-1 Turnierfinales Boy Boy Martin hieß.

Tuniersieger Boy Boy Martin, mit dem Zweitplatzierten Sascha Poppendieck (mitte).

Der K-1 Superfight

Die Enttäuschung über das ausgefallene Finale währte jedoch nicht lang, denn direkt im Anschluss erwartete die Zuschauer ein Superfight zwischen Golden Glory-Fighter Michel „Iron Lion“ Andrade und dem Dortmunder Fight Lounge-Mitglied Nikolaj Falin. Falin war hier von Beginn an der Aggressivere. Beide Kämpfer tauschten harte Hände und Kicks, Falin setzte jedoch die klaren Treffer, punktete mit vielen Kniestößen und harten Händen. Zu Recht strich er somit nach drei ansehnlichen Runden den einstimmigen Punktsieg ein.

Niko Falin und Michel Andrade (mitte)

Die MMA-Fights

Drei MMA-Fights standen auf dem Plan. Darunter ein Auftritt von Daniel Weichel und das Comeback von MMA-Urgestein Maik Stumbries. Zudem traf der Magdeburger Schwergewichtler Jerry Otto auf den nicht minder bepackten Holländer Sander Duyvis.

Weichel traf auf den georgischen Judoka Avtandil Schoshiashvili. Der präsentierte sich überraschend stark, traf mit ein zwei Jabs, bevor Weichel ihn per Single Leg auf den Boden beförderte. Dort versuchte er ihn aus einer Art Kruzifixposition mit Ground and Pound zu bearbeiten, doch dem Georgier gelang der Sweep. Aus einem Armhebelversuch Weichels konnte er sich auch befreien, wurde aber sofort wieder via Single Leg runtergeholt. Das Szenario wiederholte sich: Kruzifix, Sweep, doch dann statt Armbar ein Tringle Choke Weichels. Beide Kämpfer lagen jedoch im Ringseil, so dass der Referee den Kampf unterbrach und in der Ringmitte neu startete. Schade für Weichel, denn der sichere Triangle war somit dahin, Shoshiashvili konnte sich befreien und aufstehen. Nach einer weiteren Single Leg und etwas Positioning Weichels, gelang ihm aber schließlich ein Rear Naked Choke und der Georgier musste tappen.

Der Triangle Choke klappte nicht, dafür der RNC.

Das Comeback von Mike Stumbries war ein kurzes. So kassierte das Magdeburger Urgestein direkt zu Beginn einen Lowkick seines Gegners Thomas Friedrich und fiel nach vorn zu Boden. Friedrich witterte seine Chance und begann zu schlagen – jedoch zu überhastet, denn statt erlaubte Wirkungstreffer zu setzen, traf er lediglich den Nacken seines Kontrahenten. Der hatte daraufhin mit starken Schmerzen zu kämpfen und war nicht in der Lage weiterzumachen. Friedrich wurde daraufhin disqualifiziert. Beide Kämpfer einigten sich darauf, den Kampf zu wiederholen.

Ein weiterer Magdeburger – nämlich Schwergewicht Jerry Otto – kämpfte gegen den Holländer Sander Duyvis. Der Kampf endete schnell im Clinch in der Ringecke. Dort bleiben beide Kämpfer ganze vier Minuten – der Referee schien keine Lust zu haben, beide wegen Inaktivität zu trennen und neu beginnen zu lassen. Als beide den Clinch schließlich lösten, traf ein harter Schwinger Ottos den Holländer. Der taumelte zurück und fiel zu Boden, wo der Magdeburger sofort nachsetzte. Der Referee brach den Kampf daraufhin – etwas zu früh – ab.

Ein rechter Schwinger leitete das Ende ein.

Die Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht nach Version des IMC

Wenig Glück hatte der Lokalmatador Toni Thomas bei seiner ersten großen Titelchance. Es ging um die deutsche Meisterschaft im Muay Thai. Thomas dominierte seinen Kontrahenten Wowa Beller über die ersten beiden Runden mit Kicks und langen Händen. In Runde drei gelang seinem Kontrahenten von Shiva Boxing Kelheim jedoch ein Knie zur Körpermitte, dass Thomas nicht  wegstecken konnte. Er versuchte im Kampf zu bleiben, sich in die Pause zu retten, doch kurz vor Rundenende beendete der Referee den Kampf. Neuer deutscher Meister des IMC ist daher Wowa Beller. Toni Thomas wurde im Anschluss sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Das Ergebnis: drei gebrochene Rippen und eine Lungenverletzung. Wir wünschen gute Besserung!

Toni Thomas mit einem Highkick.

In einem Boxkämpf konnte sich der immer unterhaltsame Sergio Vartanov gegen den Erfurter Andree Staffen durchsetzen. Direkt der erste Jab Vartanovs schickte den überraschten Staffen zu Boden. Der wurde angezählt, erholte sich davon aber nicht mehr, fand schwer in den Kampf und nahm viele harte Körper- und Kopfhaken. In Runde zwei wurde der Thüringer schließlich aktiver, die klaren Treffer lagen dennoch beim variabler schlagenden Vartanov. Nachdem der seinen Kontrahenten direkt zu Beginn der dritten Runde erneut mit harten Händen eindeckte, warf die Ecke Staffens das Handtuch.

In den Vorkämpfen konnte sich bei den Damen die technisch sehr sauber und attraktiv kämpfende Plamena Dimova im K-1 gegen Ulrike Kroll nach Punkten durchsetzen.

Ein Boxkampf zwischen Dennis Maurer und Martin Lemke endete unentschieden.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

3. Merseburger Fight Night
29. August 2010
Jahrhunderthalle in Spergau

K-1 Superfight
Nikolaj Falin bes. Michel Andrade nach Punkten (einstimmig)

8-Mann K-1-Turnier
Gruppe A
Mahmut Yesilat bes. Thomas Neugebauer via TKO (Handtuch) in Runde 1 (1:10)
Sascha Poppendieck bes. Alban Ahmeti nach Punkten (einstimmig)

Gruppe B
Boy Boy Martin bes. Dimitar Iliev nach Punkten (einstimmig nach Extrarunde)
Jan Reimann bes. Priest West nach Punkten (einstimmig)

Reservekampf
Dardan Morina bes. Daniel Zeuner nach Punkten (einstimmig)

Halbfinale Gruppe A
Sascha Poppendieck bes. Mahmut Yesilat nach Punkten (einstimmig)

Halbfinale Gruppe B

Boy Boy Martin bes. Jan Reimann via TKO (Aufgabe) in Runde 2 (0:00)

Finale
Boy Boy Martin bes. Sascha Poppendieck kampflos (Verletzung)

MMA-Superfight
Daniel Weichel bes. Avtandil Schoshiashvili via Submission (RNC) in Runde 1 (4:20)

Das Comeback
Maik Stumbries bes. Thomas Friedrich via Disqualifikation in Runde eins (0:51)

Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht nach Version des IMC
Wowa Beller bes. Toni Thomas via TKO (Verletzung) in Runde 3 (1:32)

Sergio Vartnaov bes. Andree Staffen via TKO (Handtuch) in Runde 3 (1:52)
Jerry Otto bes. Sander Duyvis via TKO (Ground and Pound) in Runde 1 (4:20)

Vorkämpfe

Plamena Dimova bes. Ulrike Kroll nach Punkten (einstimmig)
Dennis Maurer und Martin Lemke trennten sich unentschieden