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Belgien vs. Deutschland endet 5:5

Im Koblenzer Gym 80 fand am Abend des 17. April die siebte Cage Fight Night statt. Eingeladen hatten Outsider Club-Chef Bodo Elsbeck und Tarik Ettaous, der Besitzer des Kampfsportgyms Koblenz. Als besonderes Highlight wurde auf der Fightcard ein Länderkampf zwischen Belgien und Deutschland ausgetragen.

Das Gros der deutschen MMA-Kämpfer stellte der Combat Club Cologne, während die gesamte belgische Mannschaft der Erfolgsschmiede des belgischen MMA-Pioniers Benny Rogmans, dem Team TopFighter, entstammte. Mit der mittlerweile üblichen kurzen Verspätung ging es vor den in Scharen anwesenden Zuschauern los.

Die K-1 Vorkämpfe

Danjel Solaja aus Ratingen traf auf den jungen Koblenzer Julien Potafke. Solaja hatte leichte Vorteile und setze speziell mit Low Kicks Akzente, die Potafkes Bein ab Runde 2 sichtlich in Mitleidenschaft zogen. Der beherzt kämpfende Koblenzer blieb aber zäh und schaffte es sogar noch, Runde drei für sich zu entscheiden. Die Punktrichter werteten den Kampf Unentschieden, was ein eher salomonisches Urteil darstellte.

Zoran Solaja traf auf Potafkes Teamkollegen Marc Kuntz, und die beiden lieferten sich einen packenden Kampf. Während Kuntz eher mit einzelnen Tritten punktete, drehte Solaja langsam auf und setzte mehr Treffer. Solaja schien Anfang der dritten Runde eine Blessur am Bein zu haben, die Kuntz ausnutzte und mit guten Low Kicks auszunutzen versuchte. Der Ratinger biss aber auf die Zähne und setzte dennoch weiterhin Akzente. Der Punktsieg wurde Kuntz zugesprochen, was ein klares Fehlurteil war.

Ersan Koc aus Ratingen duellierte sich im letzten K-1 Kampf mit Khalid Ettaous aus Koblenz. Beide legten fleißig los und waren nicht auf einen Punktsieg aus. Ende der ersten Runde hatte Ettaous zwei Cuts und Koc drehte in Runde zwei auf. Der angeschlagene Ettaous beschränkte sich mehr und mehr auf harte Schwinger, während Koc technischer boxte. In der Rundenpause brach der Arzt den Kampf zu Gunsten von Koc wegen der Cuts ab.

Der MMA-Länderkampf

Mit dem Duell der beiden Jugendlichen Jelle Arts und Alfred Burkhard begann der Länderkampf. Burkhard brachte den Kampf direkt zu Boden und setzte Ground and Pound zum Körper an. Bei einem erneuten Takedown beging er allerdings einen Fehler, den Arts eiskalt ausnutzte, um den Kampf mit einem Guillotine Choke zu beenden. Belgien – Deutschland 1:0.

Zwischen Phillipe van Heusden und Kamil Sauter entwickelte sich ein schönes Gefecht am Boden, bei dem speziell van Heusden mit seiner Rubber Guard überzeugte. Sauter zeigte dennoch, dass er aus dem richtigen Holz geschnitzt ist und zeigte schöne Wendungen und gelungene Submissionverteidigung. Van Heusden blieb aber eiskalt und landete aus der Triangle Full Mount Treffer, unter denen Sauter aufgeben musste. Belgien – Deutschland 2:0.

Dominik Schlier setzt den siegbringenden Guillotine Choke an.

Im dritten Kampf traf der Leverkusener Dominik Schlier auf den Belgier Abi El Khalfi. El Khalfi nahm nach einem anfänglichen Takedown Schliers das Heft in die Hand und begann, sein Arsenal einzusetzen. Ground and Pound, mehrere knallharte Knie und dominante Positionen wie die Full Mount. Das 3:0 für Belgien drohte, doch entpuppte Schlier sich als zäher Hund. Sichtlich gezeichnet, aber dennoch im Vorwärtsgang konterte Schlier mit guten Schlägen. El Khalfi reagierte mit einem Takedown, den der Leverkusener nutzte, um ihn mit einer Guillotine Abzuwürgen. Belgien – Deutschland 2:1.

Stephan Berg aus Koblenz stand dem Belgier Arthur Lafertin gegenüber. Lafertin clinchte und verlagerte das Geschehen mit einem schönen Slam zu Boden. Nach wenigen Schlägen setzte er einen Guillotine Choke an, der den Kampf beendete. Belgien – Deutschland 3:1.

Im achten Kampf des Abends traf der Bremerhavener Eisenschädel Alexander Becker auf den Belgier Vincent Gloris. Becker zeigte von Beginn an kein Interesse, sich auf einen Schlagabtauch einzulassen und zeigte schöne Meidbewegungen, bevor er den Kampf zwei Mal erfolgreich zu Boden brachte. Runde eins endete mit Gloris, der sich die Side Mount erkämpfen konnte. Die zweite Runde war zügig vorbei. Gloris sprawlte einen Takedown Beckers und zwang ihn mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe. Belgien – Deutschland 4:1.

Magomedov bereitet den Anfang vom Ende vor.

Abus Magomedov aus Köln traf auf Sjobbe Clymans. Clymans eröffnete den Kampf, doch war Magomedov gewappnet und attackierte seinerseits mit einer Standing Guillotine. Der Kölner brachte den Kampf zu Boden und ging über die Side Mount in die Lieblingsposition seines Teams über – das Kölsche Kruzifix. Von dort weichte der Schlaks Clymans mit Schlägen auf, um in die Full Mount zu wechseln und den TKO-Sieg einzufahren. Belgien – Deutschland 4:2.

Karaca setzt Mokoyoko mit einem Armbarversuch unter Druck.

Im zehnten Kampf des Abends lieferten sich der Kölner Grappler Mick Mokoyoko und der Belgier Utku Karaca ein ausgeglichenes Duell. Runde eins endete mit deutlichen Vorteilen für Karaca, da Mokoyoko erst im zweiten Durchgang auftaute. Den konnte der Kölner mit einer beherzten Leistung dann auch für sich entscheiden, womit es in Runde drei um die Wurst ging.

Karaca punktete mit Kicks, während Mokoyoko Treffer mit seinen Fäusten erzielte. Beide schenkten sich nichts, doch war keiner der Athleten im letzten Durchgang besser, und der Kampf wurde Unentschieden gewertet. Belgien – Deutschland 5:3.

Nick Hein mit hartem Ground and Pound aus der Full Mount.

Im Co-Main Event des Abends traf der hoch gehandelte Kölner Nick Hein auf den belgischen Veteran Kurt Verschueren. Hein zeigte nach einem knackigen Low Kick von Verschueren schöne Schläge, die seinen Gegner in die Ecke trieben. Der gelernte Judoka clinchte und warf Verschueren sehenswert zu Boden.

Hein zeigte aggressives und hartes Ground and Pound und ließ Zielstrebigkeit nicht vermissen, als er sich zügig aus Verschuerens Guard bis hin in die Full Mount vorarbeitete. Unter den Schlägen wandte Verschueren sich ab, was Hein dazu nutzte, um den Rear Naked Choke anzubringen. Belgien – Deutschland 5:4.

Jonas Bilstein pinnt Jochim Rijmen am Käfig fest.

Den Hauptkampf bestritten das erst 19-jährige Kölner Kraftpaket Jonas Bilstein und Rogmans‘ Meisterschüler Jochim Rijmen. Rijmen legte los und setzte eine gute Schlagkombo, deren letzte Rechte Bilstein ordentlich traf. Dieser clinchte sofort und war jetzt erst im Kampf angekommen. Bilstein verschwendete keine Zeit, Rijmen zu Boden zu bringen und setzte sein hartes Ground and Pound ein. Als der Kölner Rijmen am Boden mit Ground and Pound zum Körper beharkte, hätte er beinahe den Preis für seine Unachtsamkeit gezahlt.

Rijmen ließ sein Knie hochschnellen und traf Bilstein direkt am Kopf. Rijmen witterte Morgenluft und begann aufzustehen, wurde von Bilstein aber mit einem schulbuchmäßigen Suplex wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeslammt. Das Publikum war außer sich, und man konnte das eigene Wort nicht mehr hören. Bilstein setzte sofort nach und attackierte mit harten Knien, von denen das dritte Rijmen voll traf und Rogmans dazu veranlasste, das Handtuch zu werfen. Belgien – Deutschland 5:5. Der Länderkampf endete Unentschieden.

Die kompletten Ergebnisse findet ihr hier. Vielen Dank für die Bilder an den MMA-Fotografie-Experten Valentino Kerkhof (www.sportmma.eu). Alle weiteren Termine der sehenswerten Cage Fight Nights und des Outsider Cups könnt ihr auf www.outsider-club.de nachlesen.