Ergebnisse

Bajramov und Gezerci siegreich

Riad Rumble 2011 (Foto von Valentino Kerkhoff/SportMMA)

Ja, so ein Promoterleben wie das von Isa Topal ist nicht immer gerade einfach. Von einmal 25 geplanten Kämpfen, schrumpfte die Teilnehmerzahl am gestrigen Samstag auf 12 Duelle herab. Doch diese 12 Duelle hatten es in sich und auch wenn die Sonne nicht so ganz herauskommen wollte, das Ambiente stimmte einfach, und schon jetzt schreit ein solcher Event nach Wiederholung, denn auch das Riad-Team um Tarik gab ihr Bestes, um den Zuschauern einen angenehmen Abend zu bereiten.

"Imperator of Riad" Titel
Es war ein Kampf nach K-1 Regeln angedacht. Verschiedene Kämpfer wurden kontaktiert, doch einer nach dem anderen sagte ab. In Mahmut Yesilat fand sich ein Gegner, den Bajramov schon im vergangenen Jahr vor den Fäusten hatte und nach Punkte besiegen konnte. Mit einem vorzeitigen Sieg über Dany Knoch im Gepäck, reiste Yesilat nach Castrop-Rauxel. Doch außer Spesen nichts gewesen. Noch bevor der Kampf richtig in Fahrt gekommen war, feuerte Bajramov eine knallharte Linke ab und traf bei Yesilat genau das Ziel. Ein Niederschlag von dem er sich nicht erholen konnte und der für Bajramov den nächsten Sieg bedeutete.

"Sultan of Riad" K-1 Tournament
Schon im ersten Halbfinale zwischen Murat Gezerci (Fight Lounge) und Vladimir Toktasynov (Masters Gym) lag mächtig Zündstoff in der Luft. Beide zeigten eine wesentliche Leistungssteigerung im Vergleich zu ihren Kämpfen im Mia. Toktasynov nahm zu Beginn das Heft in die Hand und bestimmte das Geschehen im Ring. In Runde zwei hatte sich Gezerci besser eingestellt, diese Runde sollte zum Knackpunkt werden. In Runde 3 war es dann der Dortmunder der die Aktionen setzte. Die Punktrichter konnten sich aber auf keinen Sieger einigen (29-28, 29-29, 28-29). So musste die Verlängerungsrunde eine Entscheidung bringen. Dort konnte Gezerci seine letzten Reserven mobilisieren, was sich auf den Zettel der Punktrichter niederschlug. Diese werteten einstimmig für Gezerci.
Gezerci vs Toktasynov (Foto von Valentino Kerkhoff)
Im zweiten Halbfinale ging es wesentlich schneller zur Sache. "Youngster" Waldemar Newdach (Team Tiger) traf auf "Oldie" Fadi Ramadan (Fight Lounge). Hier setzte sich Newdach durch und offenbarte dabei auch KO-Qualitäten. Ramadan musste nach harten Treffern angezählt werden und war bei 8 nicht wieder kampfbereit. Eine richtige Entscheidung des Ringrichters.
Waldemar Newdach vs Fadi Ramadan (Foto von Valentino Kerkhoff)
Im Finale sollten die Vorteile auf der Seite von Newdach liegen, der ja mit wesentlich weniger Kraftaufwand sein Halbfinale gewann, doch weit gefehlt. Gezerci nahm das Heft in die Hand und punktete mit den klareren, deutlicheren Aktionen. Dies war dann auch das Bild in der zweiten Runde, der Sieg schien zum greifen Nah zu sein. In Runde 3 schwand die Kondition bei Gezerci etwas und Newdach witterte seine Chance, auch wenn der Fedrau-Schütling nochmal alles in die Waagschale warf, es sollte nicht reichen. Die Punktrichter sahen allesamt Gezerci in Front, was dessen Trainer so nicht gesehen hatte.
Waldemar Newdach vs Murat Gezerci (Foto von Valentino Kerkhoff)

"Sultan of Riad" MMA-Tournament

Eigentlich war alles ganz anders geplant: Ein Vier-Mann MMA-Tournament sollte es geben, mit Halbfinalkämpfen zwischen Janosch „The Rock“ Stefan und Thorsten „Big Country“ Klein, sowie Sultan Kasanov und Cemal Balci. Doch nachdem Thorsten Klein wegen Bluthochdrucks keine ärztliche Freigabe für seinen Kampf erhielt und auch Balci ausfiel, wurde das Tournament beim Riad Rumble kurzerhand zu einem einzelnen Finalkampf zwischen Janosch Stefan und Sultan Kasanov zusammengestrichen.

Wenige Sekunden nach Beginn der ersten Runde fing Stefan einen Kick von Kasanov und nutzte die Gelegenheit, um seinen Gegner zu Boden zu bringen. Dort angekommen bearbeitete er ihn zunächst aus der Side Control mit Knien zum Körper, während er Kasanovs Kopf und Brust eng auf den Ringboden gepresst hielt. Es folgte ein Scramble, bei dem Stefan von der rechten in die linke Side Control wechselte und sodann, etwa zur Halbzeit der ersten Runde, in die Full Mount gelangte. Aus dieser Position begann er wuchtige Hammerschläge auf Kasanov zu landen, und einige der Zuschauer witterten bereits einen schnellen und brutalen Sieg von „The Rock“, der auch seinen letzten Kampf gegen Igor Swonkin aus dieser Lage heraus hatte gewinnen können. Doch Kasanov erwies sich als versierter Bodenkämpfer und konnte mit einem kraftvollen Ruck seiner Hüften aus der gefährlichen Situation entkommen. Es folgte ein weiterer Scramble, an dessen Ende sich kurzzeitig Kasanov in Oberlage befand, ohne allerdings viel Schaden anzurichten. Zum Rundenende wechselte die Position erneut, und Janosch Stefan griff den linken Arm seines Gegners mit einem Armhebel an. Kasanov verteidigte zunächst erfolgreich, doch schließlich gelang es seinem Gegner aus Karlsruhe den Arm voll zu strecken und zu überdehnen. Ein Sieg durch Submission schien in diesem Augenblick sicher, wäre nicht genau zeitgleich das Läuten der Glocke zu hören gewesen, welche das Ende der ersten Runde verkündete.
Janosch Stefan vs Sultan Kasanov (Foto von Valentino Kerkhoff)
In der Pause wirkte „The Rock“ stark geschwächt; er hatte zwar kaum Treffer einstecken müssen, doch das zähe Gefecht am Boden über fünf Minuten schien seine Kondition schwer beansprucht zu haben. Dieser Eindruck bestätigte sich, als Stefan zu Beginn der zweiten Runde einen sehr schwachen Takedown aus viel zu großer Distanz versuchte, den sein Gegner ohne Probleme abwehren konnte. Kurz darauf brachte Kasanov den Kampf seinerseits auf den Boden, und begann Stefan aus dessen Full Guard heraus mit Ground and Pound zu bearbeiten. Die Kämpfer verblieben etwa zwei bis drei Minuten in dieser Position, während derer Kasanov eine Reihe wuchtiger Schläge gegen Stefans Kopf platzieren konnte. Nachdem zu Stefans konditioneller Erschöpfung nun auch noch die heftigen Treffer seines Gegners hinzukamen, sah er sich etwas nach der Hälfte der zweiten Runde nicht mehr in der Lage weiterzukämpfen, und klopfte unter den Schlägen von Kasanov ab. Dies war sicherlich die richtige Entscheidung, denn Stefan musste nach dem Kampf mittels Krankenwagen abtransportiert werden; er hatte sich eine Verletzung am Kiefer zugezogen, die nun behandelt wird.

"King of Riad" K-1 Titel
Es war das Re-Match der beiden Schwergewichte Nikolaj Falin (Fight Lounge) und Sascha Brinkmann (K-1 Club Germany). Beide standen sich bereits vergangenen Oktober beim Medwedeff Cup gegenüber. Falin gewann diesen "Ich setz alles auf eine Karte und kämpfe ohne Deckung" Kampf durch KO nach geschätzten 30 Sekunden. Ob es jetzt würde länger gehen ? Nein ! Kaum wurde der Kampf freigegeben, gab der Dortmunder Falin auch schon richtig Gas. Anscheinend wollte er wie auch schon Bajramov nicht zu spät zum Boxkampf kommen. Noch eher wie beim letzten Mal beendete Falin das Duell, als aus der Ecke von Brinkmann das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe gefolgen kam. Kampfdauer - geschätzte 20 Sekunden.
Niko Falin vs Sascha Brinkmann (Foto von Valentino Kerkhoff)
Ein Premiere feierte der Beat Fights Tag Team Kampf. Hierbei traten jeweils zwei Teams, bestehend aus 2 Kämpfern gegeneinander an. 2 Runden à 4 Minuten die Diestanz. Jeder Kämpfer musste mind. 30 Sekunden aktiv kämpfen, bevor er wieder wechseln konnte. Allerdings waren pro Runde nur 3 Wechsel erlaubt. Action war dabei garantiert und die gab es dann auch von der ersten bis zur letzten Sekunde an. Sah das Team Ivaz&Kalfa (Düren/Herne) noch zu Beginn wie der sichere Sieger aus, schien sich das Blatt je länger der Kampf dauert, zu wenden. Das Dortmunder Duo Ahrend&Hülsmann kam immer besser auf und es war auf den Punktzetteln eine hauchdünne Entscheidung die mit 2-1 für Ivasz&Kalfa ausfiel. Der Anklang war sehr gut und so hat Promoter Isa Topal gegenüber GnP bestätig, das es am 24. September in Herne eine Beat Fights Tag Team Veranstaltung geben wird. Mehr dazu in den nächsten Wochen.
Beat Fights Tag Team Kampf (Foto von Valentino Kerkhoff)
Im sogenannten Vorprogramm konnte sich Tobias Voss (Workers Hall) im Kampf gegen Abus Magomedov (K-1 Club Germany) den "King of Riad" Amateur Titel holen. Der Ringrichter zeigte sich hier sehr gnädig, denn Magomedov hätte hier schon wesentlich früher angezählt werden können, vielleicht sogar müssen. Im einzigsten Ladies Kampf des Abends siegte Silke Metzelthin (Mujoken Ki Dojo) nach Startproblemen gegen Michelle Giesel (ASK Fighters). Beide Damen zeigten eine gute Leistung und untermauerten, das man nicht einfach nur das "schwache Geschlecht" sei.
Michelle Giesel vs Silke Metzelthin (Foto von Valention Kerkhoff)
"Die Deutsche Eiche" Marcel Gottschalk (Fight Club) ist bekannt, das er erstmal "warm" werden muss. So gab dieser im Kampf auch die erste Runde gegen Andre Langen (Fight Lounge) ab, fand aber ab Runde 2 immer besser in den Kampf und konnte einen verdienten Sieg nach Punkten einfahren. In den einzigsten beiden C-Klasse Kämpfen siegte Vladimir Ivcenko (Gladiator) gegen Samil Özcelik (RamDo) durch RSC in Runde 3 und Agron Meholli (Champions Gym) konnte mit einem Punktsieg gegen Youssef Berhami (MTKBC) die Oberhand behalten.

Auch das Team von GnP-TV war wie schon in den Tagen vor dem Riad Rumble live vor Ort und hat für die Kämpfer vor die Kamera geholt. Zu den Interviews gelangt ihr über den Youtube-Channel von GnP-TV oder hier auf der GnP-TV Sektion.

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Riad Rumble
02. Juli 2011
Riad Lounge, Castrop Rauxel

Ergebnisse

K-1 / - 70kg / 3x2 min.
Vladimir Ivcenko (Gladiator) bes. Samil Özcelik (RamDo) durch RSC in Runde 3

K-1 / - 72kg / 3x2 min.
Agron Meholli (Champions Gym) bes. Youssef Berhami (MTKBC) durch Punkte 3-0

"Sultan of Riad" K-1 Tournament / + 95kg / 3x3 min. + 1 Extra Round
Semi-Finals
Murat Gezerci (Fight Lounge) bes. Vladimir Toktasynov (Masters Gym) durch Punkte nach Extra Runde
Waldemar Newdach (Team Tiger) bes. Fadi Ramadan (Fight Lounge) durch KO in Runde 1

K-1 / - 59kg / 3x2 min.
Silke Metzelthin (Mujoken Ki Dojo) bes. Michelle Giesel (ASK Fighters) durch Punkte 3-0

"King of Riad" Amateur Titel / K-1 / - 85kg / 5x2 min.
Tobias Voss (Workers Hall) bes. Abus Magomedov (K-1 Club Germany) durch Punkte 3-0

K-1 / + 95kg / 3x3 min.
Marcel Gottschalk (Fight Club) bes. Andre Langen (Fight Lounge) durch Punkte 3-0

"Sultan of Riad" MMA-Tournament / + 95kg / 2x5 min.
Finale
Sultan Kasanov (Fightland) bes. Janosch Stefan (Alliance/Mach1) durch Aufgabe in Runde 2

Beat Fight Tag Team / K-1 / - 100kg / 2x4 min.
Milos Ivaz (Bujin Gym) & Sercan "Kalif" Kalfa (K-1 Club Germany)
bes.
Sascha Hülsmann & Phillip Ahrend (Fight Lounge) durch Punkte 2-1

"King of Riad" K-1 Titel / + 95kg / 3x3 min.
Nikolaj Falin (Fight Lounge) bes. Sascha Brinkmann (K-1 Club Germany) durch Aufgabe in Runde 1

"Sultan of Riad" K-1 Tournament / + 95kg / 3x3 min.
Finale
Murat Gezerci (Fight Lounge) bes. Waldemar Newdach (Team Tiger) durch Punkte 3-0

"Imperator of Riad" Box Titel / - 80kg / 5x3 min.
Mikail Bajramov (K-1 Club Germany) bes. Mahmut Yesilat (Fightacademy) durch KO in Runde 1