Ergebnisse

Backstreet Fights 4 Bericht

Am gestrigen Sonntagabend fand im Kölner Intersaal die vierte Mammuth-Gala der Backstreet Fights statt. Über 25 Kämpfe unter MMA, K-1-, und Boxregeln standen auf dem Programm und trotz der durch die Hitzewelle bedingten Schwüle in der Halle sollte es ein Kampfsportabend werden, den so schnell keiner vergisst.

 

Die K-1 Rules-Kämpfe (von Thomas-Marc Symannek, Bilder von Valentino Kerkhof @ sportmma.eu)

Eines der ersten Hightlights war der Backstreetfights European Talent Title Fight (B-Klasse) zwischen Tayfun Özkan (Team Balans) und Junior Engelhart (Phuket Gym), also ein rein holländisches Duell. Beide Kämpfer arbeiteten mit Fäusten und schlossen ihre Angriffe mit Kicks ab, kämpften also in dem typischen holländischen Stil. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde, wurde Engelhart in Runde 2 nach einem Treffer angezählt. In der dritten Runde, nach einem Hickkick und weiteren harten Treffern nahm der Ringrichter Junior Engelhart aus dem Kampf.

Das nächste Topduell hieß Yasin Cankul vom Team Amrani gegen Victor Dick vom Energy Gym Euskirchen. In der ersten Runde sah man einen entfesselt kämpfenden Yasin, der schneller, präziser und härter als Victor kämpfte, und man dachte, Yasin würde ab jetzt das würdige Erbe seines Trainers Kamal El Amrani antreten. Nach einem Niederschlag wurde Yasins Gegner dann auch angezählt. In der zweiten Runde verlegte sich Victor dann auf den Infight und traf Yasin mit dem Aufwärtshaken. Von da an war Yasin aus dem Konzept und der Kampf lief immer nach dem selben Schema ab, indem Victor die Distanz überbrückte, seinen Aufwärtshaken schlug und dann nachsetzte. In Runde drei war Victor Dick dann deutlich im Vorteil, aber beim anschließenden Punkteentscheid wurde Yasin Cankul aufgrund des Niederschlages zum Sieger erklärt.
Yasin Cankul (links) in seinem Kampf gegen Viktor Dick.

Der erste Länderkampf fand dann zwischen Salahadine Boudidit vom Demirci Gym und Maxim Fedorkov vom Kingz Gym Bottrop statt. Beide Kämpfer tasteten sich zu Beginn langsam ab und man sah, das hier zwar nach K1-Regeln gekämpft wurde, beide Kämpfer aber stilistisch Muaythai-Kämpfer sind. Maxim, den immer noch sein verletzter linker Fuß Probleme bereitete, verlegte sich auf rechte Kicks und Knietechniken. Bei einer Vorwärtsbewegung von Boudidit traf Maxim mit dem rechten Knie die Rippen und sein Gegner sackte zusammen. Der verdiente Sieger durch K.O. in Runde 1 hieß dann auch Maxim Fedorkov.
Maxim Fedorkov (Kingz Gym) machte es im Schnelldurchgang.

Berat Aliu, der vor einem Monat beim “Best Of The West” Muaythai-Turnier siegreich war, kämpfte gegen Ogün Sesli vom ASG Bulls/K-1 Stars Live. Berat zeigte von Beginn an, wie ausgereift er als Kämpfer schon ist und dass er was von Muaythai versteht, denn während andere Kämpfer zuerst mit den Fäusten angreifen, tastete Berat seinen Gegner mit Kicks ab. Ogün zeigte Kicks wie Sidekicks und Fersendrehschläge, also Techniken, die man heute nur noch selten sieht. Aber es kam wie es kommen musste, Berat, der Muaythai-Kämpfer, ging in den Clinch und traf mit dem Knie die Nase von Ogün, woraufhin der Ringarzt den Kampf abbrechen ließ und Berat Aliu zum Sieger durch technischen K.O. erklärt wurde.
Es war ein spannendes Duell. Berat Aliu (Chorakee Gym) gegen Ogün Sesli (K-1StarsLive).

Beim Backstreetfights European Title Fight traf Lokalmatador Mahsum Ece von GI-Sports Köln auf den Thailänder Wanchan Lodkhudon vom Team Petres aus Holland. Hier hatte der Veranstalter einen waschechten Thailänder verpflicht, denn Wanchan kam zwar aus einem holländischen Gym, kämpfte jedoch, als wäre man bei einem Muaythai-Kampf zugegen. Mahsum verließ sich während des Kampfes auf seine Fäuste, die auch immer mal wieder ihr Ziel fanden. Aber allzu oft konterte der Thai die Angriffe mit Kicks und Knietechniken aus, oder Mahsum fand sich nach einer Clinchaktion am Boden wieder. Viele fordern immer allzu gerne, einen Thai müsse man Boxen, wenn man aber mit knüppelharten Kicks im Körper getroffen wird, ist das leichter gesagt als getan. Und so konnte Mahsum Ece dann auch zu wenig Punkten und der Thai wurde zum Sieger und neuen Europameister erklärt.
Mahsum Ece (links) gab alles. Fand aber gegen Wanchan Lodkhudon kein Mittel.

Der Kampf zwischen Danyo “Dibuba” Ilunga vom Fighting Gym Waldbröhl und Serkan Öztürk aus Duisburg endete leider schon durch K.O. in der ersten Runde, nachdem Serkan ein Knie am Kinn traf. Ilunga hat sich mittlerweile in die Topriege der Schwergewichtler gekämpft, während Serkan eine 18-monatige Ringpause hinter sich hat. Somit fand der Kampf das von vielen erwartete Ergebnis mit dem Sieger durch K.O. in Runde 1 Danyo Ilunga.
Es kam wie es viele voraussagten. Danyo Ilungo gewinnt durch KO in Runde 1.

Der Backstreetfights World Title Fight wurde zwischen Mounir Toumi vom Energy Gym Euskirchen und Belal Moradi vom Team Balans aus Holland ausgekämpft. Der hochklassige Fight verlief von Rund eins bis fünf eigentlich auf einem konstanten Level ab. Mounir hatte immer ein paar Treffer mehr, aber Belal Moradi fightete bis zum Ende mit. In Rund zwei hatte man den Eindruck, Mounir Toumi könnte sich einen deutlichen Vorteil erkämpfen, dann aber fing seine Nase an zu Bluten und der Kampfrichter musste immer wieder unterbrechen und Toumi das Blut abwischen, so dass Moradi auch immer wieder Zeit zum erholen hatte. Am Ende hieß der neue Weltmeister nach Punktrichterentscheid Mounir Toumi.
Mounir Toumi (rechts) siegte verdient nach Punkten gegen Belal Moradi (links).

Die Veranstaltung wurde unter Schirmherrschaft der WFCA mit holländischen Kampfrichtern durchgeführt. Für Verwirrung sorgte, das man bei den K1-Rules-Kämpfen den Clinch mit einer Knieaktion erlaubte, während man auf anderen Veranstaltungen schon die Umsetzung der neuen K1-Regeln sieht, wo beidhändiges Greifen verboten ist. Positiv bleibt anzumerken, dass das Kampfgericht fair arbeitete und es keine Unstimmigkeiten bei den Punkteentscheidungen gab.

 

Die MMA-Kämpfe (Von Daniel Leifeld und Ulrich Huppertz, Bilder von Valentino Kerkhof @ sportmma.eu)

Den ersten MMA Kampf des Abends bestritt der Düsseldorfer Max Merten und Jeffrey Waltmans aus den Niederlanden. Der Team Alpha-Kämpfer verschwendete keine Zeit und brachte Waltmans mit einem Takedown zu Boden und landete in dessen Guard. Da Mertens jedoch aus dieser Position wenig Akzente setzten konnte, unterbrach der Referee den Kampf und ließ die beiden Kontrahenten den Kampf im Stand fortführen. Um einen erneuten Takedown zu verhindern, entschied sich der Niederländer nun selbst in die Offensive zu gehen und attackierte Mertens mit einigen kräftig angesetzten Schlagkombinationen, welche den Düsseldorfer zu Fall brachten.

Waltmans bearbeitete Mertens am Boden.

Waldmans setzte direkt nach und erarbeitete sich auf dem Boden die Mount als auch Side- Mount. Der auf dem Rücken liegende Merten bewies enormes Kämpferherz und wehrte einige Aufgabegriffe ab, jedoch kostete ihn dies sehr viel Kraft. Letzten Endes gelang es dem Niederländer aus einer Crucifix-Position den Arm Mertens mit seinen Beinen zu Hebeln. Dem Düsseldorfer blieb nur noch übrig zu tappen und somit hieß der Sieger gegen Ende der ersten Runde Jeffrey Waldmans.

Im zweiten MMA Kampf standen sich der noch vor kurzem erfolgreiche Rainer Prang aus Hürth und der Dipanegara Gym-Kämpfer Marat Muradov gegenüber. Dank des souveränen Sieg bei Respect.3 ging Prang sehr motiviert in den Kampf und drängte Muradov im Clinch gegen die Ringecke. Zu seinem Leidwesen konnte der Hürther aus dieser vielversprechenden Position kein Kapital schlagen und die Kämpfer verharrten einige Zeit in der Ringecke ohne nennenswerte Aktion.

Muradov nutze eine kleine Unaufmerksamkeit seine Gegners, um sich aus der Ringecke zu befreien und drehte den Spieß um, indem er nun Prang im Clinch gegen die Ringecke drückte. Diese Position nutzte der Dipanegara Gym-Kämpfer sofort aus, indem er den Clinch brach und mit kräftigen Schwingern auf den G2A Gym-Kämpfer einschlug. Prang wurde schwer getroffen und sank zu Boden. Der Referee erkannte, dass sich der Mann aus Hürth nicht mehr verteidigen konnte und erklärte den Kampf nach einer knappen Minute durch TKO für beendet.

Aslan sprawlt den Takedownversuch von Deak.

Ulas Aslan aus Bielefeld traf mit dem Slowaken Thomas Deak auf einen schwer einzuschätzenden Gegner. Keine fünf Wochen nach seinem Sieg bei GMC 1 hatte Aslan zu beginn des Kampfes an der Tatsache zu knabbern, dass er wegen eines Nasenbeinbruchs kein hartes Sparring absolvieren konnte. Deak, der sich früh die Zähne an Aslans Takedownverteidigung ausbiss, traf ihn mit mehreren Schlägen, die Aslan aufzuwecken schienen.

Von da an zeigte er schöne Meidebewegungen und landete wenig später einen Front Kick der den Mundschutz seines Gegners herausholte. Aslan hatte sichtlich Blut geleckt und setzte mit einer schönen Schlagkombination nach, auf die Deak mit einem Takedown reagieren wollte. Wollte, denn anstatt Aslans Hüften mit seinen Händen zu packen, wurde er von einem blitzschneller linken Tritt erwischt, der ihn bewusstlos zu Boden sacken ließ.

Sekundenbruchteile nach dem Einschlag des kampfbeendenden Tritts.

Aslan hatte sich den fünften Sieg in Folge gesichert und seinen Status als einer der besten Leichtgewichtler des Landes deutlich untermauert. An dieser Stelle sind Aslans Betreuer sehr lobend zu erwähnen, da sie dem schwer getroffenen Deak Hilfe leisteten und sich sofort um ihn kümmerten.

Zawada teilt einen Low Kick aus.

Martin “King Kong” Zawada feierte nach über drei Jahren seinen Comeback-Kampf in Deutschland. Sein Kampf gegen das Golden Glory-Kraftpaket Jason Jones begann mit vorschtigem Abtasten in Form eines längeren Low Kick-Trittwechsels. Aus dem Clinch gelang Jones dann wenig später ein schöner Trip Takedown, nachdem für den Düsseldorfer Alarmstufe Rot galt. Jones erarbeitete sich mühelos die Full Mount und schlug krachendes und präzises Ground and Pound.

Jones mit gewaltigen Schlägen aus der Full Mount.

Teilweise hielt er Zawadas Kopf mit einer Hand während die andere Faust ihr vernichtendes Werk tat und man den Kampfabbruch schon vor Augen hatte. Zawada gelang es mit beineindruckenden Nehmerqualitäten aber, den Sturm zu überstehen doch lag er Ende der Runde weit hinten.

Zawada geht zum Finish über.

Runde zwei eröffnete Jones wieder mit Low Kicks doch stand ihm jetzt ein Gegner gegenüber der sich nicht wie ein Schuljunge verprügeln lassen wollte. Zawada drehte auf und setzte Jones zusehends mit Schlagkombinationen unter Druck. Wie aus dem Nichts erwischte Jones an den Ringseilen eine rechte Gerade Zawadas die seine Beine einkicken ließ. Auf dem Weg runter besiegelte die Linke der Rechts-Links-Kombination seinen Untergang.

Jones sackt zusammen. Die Sensation ist geschafft!

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge konnte King Kong ein beieindruckendes Comeback mit einem der schönsten KOs des Jahres abschließen. Das Publikum war aus dem Häuschen und Zawadaund sein team konnten ihr Glück nicht fassen. Nostalgiker waren zudem vom Anblick, erfreut der sich einem beim Kampf um den Ring bot.

Zawada wurde wowhohl von seinem Trainer Kemal Sivil, als auch von seinem ehemaligen Trainingspartner Cengiz Dana lautstark gecoached. Nach dem Triumph war mit Ulas Aslan ein weiterer ehemaliger Hochkaräter des German Best Teams zur Stelle, um Zawada herzlichst zu gratulieren.

Vor dem Kampf hatte Aslan Zawada gesagt, dass die beiden 2007 in Finnland zu gemeinsamen Zeiten noch ihre beiden Kämpfe an einem Abend gewonnen hatten und es deshalb an diesem Abend nicht anders werden würde. Wie der Kampfverlauf bewies, ist es ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Aslan darf sich getrost in die erste Kategorie einordnen.

Backstreet Fights IV
04. Juli 2010
Intersaal, Köln


Ergebnisse

MMA / 3x5 min.
Martin Zawada (GTT) bes. Jason Jones (Golden Glory) durch KO (Punches) in Runde 2

Backstreet Fights - World Title / K-1 Rules / 5x3 min.
Mounir Toumi (Energy Gym) bes. Belal Moradi (Team Balans) durch Punkte

K-1 Rules / 3x3 min.
Danyo "Dibuba" Ilunga (Fighting Gym) bes. Serkan Öztürk (Duisburg) durch KO in Runde 1

Backstreet Fights - European Title / K-1 Rules / 5x3 min.
Wanchan Lodkhudon (Team Petres) bes. Mahsum Ece (G.I. Sports) durch Punkte

Boxen / 4x3 min.
Amord Kasongo (G.I. Sports) bes. Peter Böhm (Energy Gym) durch Aufgabe in Runde 4

K-1 Rules / 3x3 min.
Berat Aliu (Chorakee Gym) bes. Ogün Sesli (Team K-1StarsLive) durch DSC in Runde 2

K-1 Rules / 3x1,5 min
Mounir (StarMuay) bes. Mohammad "Momo" Hassani (Kampfsportcenter) durch Aufgabe in Runde 2

MMA / 3x5 min.
Ulas Aslan (Bielefeld) bes. Thomas Deak (Octagon Fighting Academy) durch KO (Kick) in Runde 1

K-1 Rules / 3x3 min.
Cetin Mese (Türkei) bes. Ali Cari (Iran) durch TKO in Runde 1

K-1 Rules / 3x3 min.
Maxim Fedorkov (Kingz Gym) bes. Salahadine Boudidit (Demirci Gym) durch KO in Runde 1

K-1 Rules / 3x3 min.
Yasin Cankul (Team Amrani) bes. Viktor Dick (Energy Gym) durch Punkte

Boxen / 4x3 min.
Ibrahim Aydin (G.I. Sports) bes. Stefan Raaf (Kampfsportcenter) durch Punkte

K-1 Rules / 3x3 min.
Henning Josten (UHM Gym) bes. Deniz Lothmann (Cologne Scorpions) durch TKO in Runde 1

MMA / 2x5 min.
Marat Muradov (Dipanegara Gym) bes. Rainer Prang (G2A-Gym) durch TKO in Runde 1

K-1 Rules / 5x2 min.
Viktor Weis (KB Rödel) bes. Patrick Kolbe (Muaythai Gym) durch Punkte

K-1 Rules / 3x2 min.
Deniz Ilbay (G.I.Sports) bes. Mohammed El Hamianie (StarMuay) durch Punkte

Backstreet Fights - Talent Title / K-1 Rules / 5x2 min.
Tayfun Özcan (Team Balans) bes. Junior Enelhart (Phuket Gym) durch TKO in Runde 3

K-1 Rules / 3x1 min.
Shahika (Kampfsportcenter) bes. Angelique Salwski (KB Rödel) durch Punkte

K-1 Rules / 3x2 min.
Romar Quant (Kickbox Team) bes. Ali Rahguzar (StarMuay) durch Punkte

MMA / 2x5 min.
Jeffrey Waltmans (Hoyer Gym) bes. Max Merten (Team Alpha) durch Submission (Armbar) in Runde 1

Backstreet Fights - Junior Title / K-1 Rules / 3x1 min.
Sinan Tan (Kampfsportcenter) bes. Kenny Hansen (Demirci Gym) durch Aufgabe in Runde 1

K-1 Rules / 3x2 min.
Serkan Kaymaz (G.I. Sports) bes. Nebras Aliksaei (Demirci Gym) durch KO in Runde 1