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Andy Ruiz sorgt für Sensation, schickt Anthony Joshua vier Mal auf die Bretter

Andy Ruiz Jr. (Foto: iFL TV)

So hatte man sich das US-Debüt von Anthony Joshua sicher nicht vorgestellt. Der englische Olympiasieger und Weltmeister dreier Verbände wurde im Madison Square Garden New Yorks vom kurzfristig eingesprungenen Mexikaner Andy Ruiz Jr. vier Mal auf die Bretter geschickt, bevor der Kampf in der siebten Runde abgebrochen wurde.

Dabei sah es anfangs noch so aus, als würde Anthony Joshua seiner Favoritenstellung gerecht. Der Weltmeister begann mit seinem Jab und landete bereits in der zweiten Runde einen harten Treffer gegen den weitaus kleineren und kürzeren Mexikaner. Schon in der dritten Runde schickte er Ruiz mit einem rechten Uppercut und einer Linken auf die Bretter.

Doch als der Engländer den Sack zu machen wollte, wurde er übermütig und ging in den offenen Schlagabtausch, bei dem Ruiz seine schweren Hände durchbringen und mit einer Linken ebenfalls einen Niederschlag landen konnte. Und die Runde war noch nicht vorbei für den Titelverteidiger, der in den letzten Sekunden des Durchgangs von Ruiz in die Seile gedrängt und dort mit Schlägen bearbeitet wurde, sodass er ein zweites Mal zu Boden ging.

Der Champion schien klar angeschlagen, kämpfte sich aber wieder zurück und landete einen harten linken Haken. Doch Ruiz hatte Blut gerochen, überbrückte immer wieder die Distanz und landete kurze Kombinationen in der Nahdistanz. Dann kam die siebte Runde und das Ende für Joshua.

Nach einem linken Haken ans Kinn ging Ruiz mit harten Händen hinterher, feuerte aus allen Rohren und ließ Joshua zum dritten Mal in die Knie gehen. Noch einmal rappelte sich der Olympiasieger auf, griff mit Jabs an, doch die Schwinger von Ruiz waren zu viel. Eine Rechte an die Schläfe schickte Joshua zum vierten Mal auf die Bretter.

Zwar kam der Engländer, der sein Mundstück verloren hatte, noch einmal auf die Beine, doch wirkte er nicht mehr wirklich anwesend. Drehte dem Ringrichter den Rücken zu und bewegte sich in seine Ringecke, wo er die Arme auf die Seile legte. Zwar bejahte er die Anfrage, ob er weiterboxen wolle, scheinbar nicht deutlich genug, denn der Ringrichter brach den Kampf ab.

Die Sensation des Jahres und für Andy Ruiz Jr. eine besondere Ehre, ist er damit doch der erste mexikanische Weltmeister im Schwergewicht. Wie lange er die Titel behält, wird sich zeigen. Anthony Joshua hat eine Rückkampf-Klausel im Vertrag stehen.

In einem weiteren WM-Kampf verteidigte Callum Smith, WBSS-Sieger und WBA-Super-Weltmeister im Super-Mittelgewicht, seinen Titel mit einem schnellen technischen K.o. in der dritten Runde gegen Hassan N'Dam. Bei den Frauen blieb Katie Taylor gegen Delfine Persoon auch im 13. Kampf unbesiegt und fügte ihren Titel der WBA, IBF und WBO noch den Gürtel der WBC hinzu, musste dabei aber bis zum Schluss zittern, da einer der drei Punktrichter das knappe Duell sogar unentschieden bewertete.