Ergebnisse

Alan Omer gewinnt mit Aufgabegriff des Jahres

Zufriedene Gesichter nach dem Hauptkampf. (Foto: Tim Leidecker/GroundandPound)

Zu einer triumphalen Rückkehr in die Heimat entwickelte sich der Auftritt von Alan Omer (Stallion Cage) bei der vierten Ausgabe von Sam Radis Pride & Honor im schwäbischen Göppingen. Zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren stieg der Lokalmatador aus Stuttgart wieder im Ländle in den Ring und beglückte dabei seine zahlreich erschienen Fans mit dem nationalen Aufgabegriff des Jahres.

Nur einen Monat nach seinem Comeback-Sieg in Polen traf Omer im Hauptkampf von Pride & Honor 4 auf den ungeschlagenen Holländer Joziro Boye (ATF Militia). Boye versuchte, sich Omers schnellen Schlagkombinationen mit Takedowns zu entziehen.

Omer wehrte die Takedowns zunächst mit Kniestößen ab, doch dann gelang es Boye mit einem Trip, die deutsche Nr. 1 im Federgewicht auf den Boden zu bringen. Die Freude darüber währte nicht lange, denn Omer warf seine Beine zu einem Triangle Choke hoch und wechselte dann blitzschnell zu einem Omoplata über. Boye schrie auf und klopfte ab – so schnell kann es gehen.

4-Mann-Turnier fällt Verletzungspech zum Opfer

Bei dem international besetzten 4-Mann-Turnier in der Klasse bis 73 Kilogramm steckte einfach der Wurm drin. Erst fielen schon im Vorfeld die Stuttgarter Lokalmatadore Haydar Öztürk und Igor Montes aus, dann verletzte sich der Pole Piotr Hallmann und schließlich platzte auch noch der Reservekampf.

Ersetzt wurden die verletzten Kämpfer vom Frankfurter Denis Oliwka, dem Holländer Hyram Rodriguez und dem Münchner Benedikt Schotthöfer, der ursprünglich im Rahmenprogramm kämpfen sollte. Einzig der Schweizer Ahmet Yalbirdak war aus dem ursprünglichen Teilnehmerfeld übrig geblieben.

Die beiden actionreichen Halbfinalkämpfe ließen auf ein noch spannenderes Finale hoffen, doch leider konnten alle vier Teilnehmer aufgrund von Verletzungen nicht mehr weiterkämpfen. Der anwesende Ringarzt untersagte ihnen nach gründlicher Untersuchung die weitere Turnierteilnahme. Schade für die Zuschauer, aber die Gesundheit der Sportler hat selbstverständlich Vorrang.

Sieg in letzter Sekunde

Denis Oliwka (MMA Spirit) und Hyram Rodriguez (ATF Militia) legten trotz minimaler Vorbereitungszeit den Kampf des Abends hin. Es begann furios für Oliwka, der mit Rodriguez noch eine Rechnung offen hatte – erst vor drei Wochen hatte der Holländer den DSF-MAX-Veteranen bei One Gate 2 Far mit einem Armhebel besiegt.

Oliwka, der den frischgebackenen M-1 Leichtgewichtschampion Daniel Weichel in der Ecke hatte, erarbeitete sich mit seinen schnellen Schlägen früh die ersten Vorteile im Stand. Nachdem er Rodriguez mit einem Kniestoß anklingelte, brachte dieser ihn zu Boden. Es dauerte allerdings nicht lange, ehe Oliwka wieder auf den Beinen war.

Oliwka schlug Rodriguez anschließend mit einer Spinning-Backfist nieder und bearbeitete ihn bis zum Ende der Runde mit Ground and Pound aus der Mount.

In der zweiten Runde war Rodriguez nur noch auf der Suche nach dem Takedown. Als er ein paar Treffer genommen und Oliwka dann zu Boden gebracht hatte, schlug er zu und hielt abwechselnd die Mount und Back Mount.

Als Oliwka ihn aus der Back Mount abschütteln wollte, schnappte sich Rodriguez dessen Arm zum Armhebel und zwang ihn während des Schlussgongs noch zur Aufgabe.

Schotthöfer zwingt Yalbirdak seinen Stil auf

Starke Takedowns und kontrollierte Bodenkampfoffensive waren Benedikt Schotthöfers (Munich MMA) Schlüssel zum Sieg über Ahmet Yalbirdak (Frota-Team Nogueira), der seine Gefährlichkeit im Stand mit einigen Haken, die voll trafen, unterstrich.

Bereits in der ersten Runde zeigte sich Schotthöfers Judo-Background, als er Yalbirdak mit einem Hüftwurf spektakulär in hohem Bogen durch die Luft segeln ließ. Es war nicht das einzige Mal in dem zehnminütigen Kampf, dass Schotthöfer Yalbirdak, der vom PRIDE- und UFC-Veteranen Marcus Aurelio begleitet wurde, von den Beinen holte.

Auf dem Boden attackierte Yalbirdak aus der Unterlage mit Schlägen und Upkicks, aber Schotthöfer gelang es dennoch mehrfach, seine Guard zu passieren und sich dominante Positionen zu sichern, aus denen er mit Schlägen traf.

Nach den zwei Runden gaben die Punktrichter, zu denen auch der Freiburger UFC-Kämpfer Pascal Krauss gehörte, den Kampf einstimmig (20-18, 20-18, 20-18) an Schotthöfer, der somit weiterhin ungeschlagen ist.

Barisic vs. Knöbel (Foto: Tim Leidecker/GroundandPound)
Schnelle Aufgabesiege im Rahmenprogramm

Drei Erstrundensiege durch Würgegriffe stimmten die Zuschauer auf den Abschluss des Rahmenprogramms ein, bei dem sich der Donaueschinger Marco Knöbel (Planet Eater) und der Böblinger Miodrag Barisic (Seiwasser Martial Arts) eine echte Ringschlacht lieferten. Sie bekriegten sich zwei Runden lang mit Schlägen, Tritten und Kniestößen, wobei beide einige Treffer landeten.

Knöbel hatte eine starke erste Runde, in der er eine Zeit lang sogar aus der Mount angriff und fast mit einem Triangle Choke erfolgreich gewesen wäre. In der zweiten Runde schienen beide Kämpfer sehr erschöpft, aber immer noch kampfeslustig genug, um sich weiter im Stand einzuschenken.

Schlussendlich gaben die Punktrichter den Kampf mit 20-18, 20-18 und 19-19 mehrheitlich an Knöbel.

Dem Balinger Max Miller (Planet Eater) gelang es auch gegen Nils Dietrich (M.A.A.F.) aus Villingen-Schwenningen, seine weiße Weste zu behalten. Die beiden Jungspunde lieferten sich zu Beginn wilde Schlag- und Trittwechsel. Miller brachte Dietrich mit einem Trip-Takedown zu Boden und holte sich die Mount, wurde aber nach wenigen Schlägen in die Guard gesweept.

Zurück im Stand nutzte Miller eine Unachtsamkeit von Dietrich aus, um den Rear Naked Choke anzusetzen. Dann ließ sich Miller nach hinten fallen, hakte seine Beine ein und zwang Dietrich zur Aufgabe.

Nach drei Kämpfen und drei Siegen im Amateur-Shooto war es für den Nürnberger Wesley Howard (Fight Gym) Zeit für sein Profidebüt. Gegen den Michelstädter Christian Olt (MMA Spirit) waren es wieder einmal seine Fähigkeiten im Bodenkampf, die ihm den Sieg bescherten.

Howard verlagerte das Geschehen mit einem Trip-Takedown auf die Matte und arbeitete dann zunächst auf sein Markenzeichen hin, den Kniehebel. Olt verteidigte sich geschickt, bot Howard dabei aber Platz für die Mount.

Howard erzwang mit Ground and Pound die Back Mount und ließ Olt darauf in einem Rear Naked Choke abklopfen.

Der Michelstädter Saygin Karamüftüoglu (MMA Michelstadt) suchte gegen den Böblinger Tanyel Ertugrul (Seiwasser Martial Arts) früh und verbissen das Takedown. Ertugrul schaffte es jedoch, sich im Clinch zu verteidigen und den Kampf im Stand zu halten.

Als Karamüftüoglu ein weiteres Mal zum Takedown ansetzte, fing Ertugrul ihn mit einem Guillotine Choke ab, sprang in die Guard und zwang ihn kurz darauf zur Aufgabe.


Pride & Honor 4
3. Dezember 2011
Werfthalle in Göppingen

Alan Omer bes. Joziro Boye via Omoplata nach 2:00 in Rd. 1

Marco Knöbel bes. Miodrag Barisic nach Punkten (mehrheitlich)
Max Miller bes. Nils Dietrich via Rear Naked Choke nach 1:59 in Rd. 1
Wesley Howard bes. Christian Olt via Rear Naked Choke nach 4:19 in Rd. 1
Tanyel Ertugrul bes. Saygin Karamüftüoglu via Guillotine Choke nach 1:20 in Rd. 1

4-Mann-Turnier – Halbfinale
Benedikt Schotthöfer bes. Ahmet Yalbirdak nach Punkten (einstimmig)
Hyram Rodriguez bes. Denis Oliwka via Armhebel nach 4:59 in Rd. 2

Fotos folgen im Laufe des Tages!