Ergebnisse

Acht Deutsche im Chemiepokal-Finale

Einen der Kämpfe des Abends bestritt U19 Olympiasieger Artur Bril (links, alle Fotos von Mark Bergmann).

Konnten am ersten Turniertag des 38. Chemiepokals noch 12 von 15 deutschen Boxern ins Halbfinale einziehen, war die Ausbeute dort deutlich magerer: Acht von 16 DBV-Athleten erreichten das Finale des renommierten Turniers. Vier Boxer/-innen hatten ein Freilos für die zweite Runde erhalten und schlugen sich teils erfolgreich – wie U19 Olympiasieger Artur Bril, teils aber auch weniger erfolgreich – wie Fliegengewicht Erik Sokolov. Mit noch acht deutschen Kandidaten im Rennen, kann man dennoch von einem Erfolg für die DBV-Elite sprechen. Von neun Gewichtsklassen sind sechs mit heimischen Boxern bestückt, in der einzigen Damenklasse steht ebenfalls eine Deutsche im Finale.

Ein hochspannendes Duell lieferten sich Edgar Walth und der Russe Dmitry Polyanskiy. Nachdem Walth zu Beginn zurück lag, holte er in der letzten Runde seinen Rückstand auf und konnte in letzter Minute den Ausgleich erzielen. Nach dem 4:4 Unentschieden entschieden die Wertungsrichter jedoch gegen ihn. Genauso verlief es beim nächsten Kampf, zwischen David Müller und dem Litauer Aurimas Noudzius – auch hier endete der Kampf mit 4:4 und die Punktrichter werteten den Kampf gegen den Deutschen.

Ebenso spannend machte es auch Konstantin Buga wieder, der schon im Viertelfiale einen Krimi abgeliefert hatte. Nachdem es lange Zeit unentschieden stand, erzielte er auch in seinem Halbfinalkampf gegen Abbos Atoev nur wenige Sekunden vor der Schlussglocke den rettenden Punkt und gewann so mit 2:1.

Der mehrfache Chemiepokalsieger Alexander Povernov setzte sich in einem deutsch-deutschen Duell überragend mit 8:2 Punkten gegen Eugen Schellenberg durch und steht damit auch in diesem Jahr wieder im Finale.

Erik Sokolov, der mit einem Freilos ins Halbfinale eingezogen war, hatte es schwer gegen den Russen Vladimir Niktin und gab den Kampf mit 5:1 Punkten ab. Ähnlich erging es Eugen Burhard, der dem bärenstarken Usbeken Faziliddin Gibnazarov mit 7:1 unterlag und vor allem in der letzten Runde einige harte Treffer einstecken musste.

Besser schlug sich da U19-Olympiasieger Artur Bril. Er konnte sich einem sehenswerten Gefecht mit 5:3 gegen Engländer Iain Weaver durchsetzen. Auch Weltergewicht Patrick Wojcicki und Super-Schwergewicht Erik Pfeifer boxten souverän und verließen den Ring mit deutlichen Punktsiegen.

Auch im Finale: Artur Bril (r.)Etwas schwerer als im noch Viertelfinale hatte es Kevin Künzel. Der Lokalmatador schien in der deutsch-deutschen Begegnung gegen Gottlieb Weiss zunächst seinen Rhythmus nicht recht zu finden, gewann schließlich aber doch knapp mit 3:2 Punkten.

Die größten Pechvögel des Turniers sind sicherlich Stefan Köber, der sich in seinem Viertelfinalkampf die linke Hand verletzt hatte und im Halbfinale nicht mehr antreten konnte, und Tyron Zeuge, der am Vortag souverän gewann, nun aber wegen Schmerzen am Brustkrob ebenfalls nicht in der Lage war im Halbfinale zu boxen. Ihre beiden Gegner gewannen dementsprechend kampflos.

Ein Novum in diesem 38. Chemiepokal ist im Übrigen, dass zum ersten Mal auch Frauen an dem Turnier teilnehmen durften. Das erste Damen-Duell, das in die Turnierwertung einging, bestritten dabei die deutsche Andrea Strohmaier und Australierin Naomi Fischer-Rassmussen. Strohmaier entschied die Partie mit 5:3 Punkten für sich und steht damit ebenfalls im Finale.

38. Chemiepokal
18. März 2011
Maritim Hotel in Halle an der Saale, Sachsen-Anhalt


Rahmenkämpfe - Leichtgewicht (bis 60 Kilo)
Maike Klüners (GER) bes. Shelly Watts (AUS) nach Punkten (4:3)
Tasheena Bugar (GER) bes. Julia Irmen (GER) nach Punkten (6:2)

Halbfinale 1

Bantamgewicht (bis 56 Kilo)
Gökhan Güral (TUR) bes. Ruslanas Jefremovas (LTU) nach Punkten (8:1)
Dmitry Polyanskiy bes. Edgar Walth (GER) via Punktrichterentscheid (nach 4:4 Unentschieden)

Halbweltergewicht (bis 64 Kilo)
Aurimas Noudzius (LTU) bes. David Müller (GER) via Punktrichterentscheid (nach 4:4 Unentschieden)
Cetin Özdemir (TUR) bes. Scott Cardle (ENG) nach Punkten (8:7)

Mittelgewicht (bis 75 Kilo)

Stefan Härtel (GER) bes. Artem Masliy (ISR) nach Punkten (5:1)
Konstantin Buga (GER) bes. Abbos Atoev (UZB) nach Punkten (2:1)

Schwergewicht (bis 91 Kilo)
Mirzohidjon Abdullayev (UZB) bes. Stefan Köber (GER) via Walkover
Alexander Povernov (GER)  bes. Eugen Schellenberg (GER) nach Punkten (8:2)

Halbfinale 2

Fliegengewicht (bis 52 Kilo)
Vladimir Nikitin (RUS) bes. Erik Sokolov (GER) nach Punkten (5:1)
Chao Li (CHN) bes. Tommy Stubbs (ENG) via Punktrichterentscheid (nach 4:4 Unentschieden)  

Leichtgewicht (bis 60 Kilo)
Artur Bril (GER) bes. Iain Weaver (ENG) nach Punkten (5:3)
Faziliddin Gibnazarov (UZB) bes. Eugen Burhard (GER) nach Punkten (7:1)

Weltergewicht (bis 69 Kilo)
Patrick Wojcicki (GER) bes. Petr Khamukov (RUS) nach Punkten (5:0)
Abdulkadir Körodlu (TUR) bes. Uktamjon Rahmonov (UZB) nach Punkten (10:2)

Halbschwergewicht (bis 81 Kilo)
Elshod Rasulov (UZB) bes. Tyron Zeuge (GER) via Walkover
Kevin Künzel (GER) bes. Gottlieb Weiss (GER) nach Punkten (3:2)

Superschwergewicht (über 91 Kilo)
Erik Pfeifer (GER) bes. Zhilei Zhang (CHN) nach Punkten (5:1)
Arslanbek Makhmudov (RUS) bes. Seyda Keser (TUR) via RSC in Rd. 3

Mittelgewicht Damen (bis 75 Kilo)
Andrea Strohmaier (GER) bes. Naomi Fischer-Rassmussen (AUS) nach Punkten (5:3)